EL DUENDE





Personajes


VERENA

GERTRUD

EK
HART

TRUTZ

FINK


KÜMMEL

FEDERICO

EL CONDE

LA CONDESA

JEANNETTE

JEAN

KNORZ

KÄTHE

SEELCHEN

Una muchacha

Su madre

Un santón

Un campesino

Un campesino

Un campesino

Enamorado de Verena

Noble
            
 
Noble
            
Doncella de la Condesa
            
 
Ami
go de Jeannette
            
 
Lacayo del Conde
            
 
Esposa de Trutz
            
 
Espíritu de un ni
ño muerto
            
 

 

Mezzosoprano

        
Soprano

               Bajo

               Bajo

         Barítono

               Bajo

             Tenor

            
  Bajo

 Mezzosoprano

          Soprano
  
          Barítono
      
                Bajo

 Mezzosoprano 
              
           Soprano

 




La acción transcurre en un lugar y época indeterminados..





ERSTER AUFZUG

 

 

Erste Scene

 

(Der Vorhang teilt sich.

Ein dichter Nebel erfüllt die Bühne, so dass die Scene e dem Zuschauer

anfangs unkenntlich ist. Winzige Gestalten, teils fliegend, teils am Boden

huschend, schwirren umher. Es sind die Kobolde, die sich an eine schwach

sichtbare, nur durch das weiße Hemd erkenntliche, Gestalt herandrängen: an,

Verena, die vor dem Wirtshaus, auf einer Bank sitzend, über dem davor

befindlichen Tisch gebeugt, schläft. Unter den Kobolden entwickelt sich ein

Streit um das Mädchen. Jeder will Verena ins Ohr raunen, ihr sein Leid klagen.

Mit Mühe gelingt es einem, Seelchen, über die anderen Herr zu werden)

 

SEELCHEN (der Kobold)

(unsichtbar muss die Sängerin des Kobolds

sehr nahe an Verena verborgen sein)

Fort von hier! müßige Schaar!

Lasst sie in Frieden,

Die nicht Euch beschieden!

Lästigste Mar!

Drückst Träume ihr auf!

Fort da vom Zaun,

Trud’ und Alraun!

Schnell in hurt’gem Lauf,

Federchen! Schaff im Haus!

Wüst ist’s noch und kraus!

Bergt Alles fein in’s Eckchen hinein!

Mutterzank

Ist sonst ihr Dank!

Hütchen, Blinker,

Stiefelchen, Flinker!

Luftgezwerg,

Eilt an’s Werk,

Eh’ blass und matt die Nacht sich neigt,

Eh’ Himmelskönig gülden steigt

Fort nur von hier!

Die ich mir erkür’!

Ihr dürft Ihr nicht nah’n!

Von ihr’s nicht empfah’n,

Was wir verlangen,

Was wir erbangen!

Ruhe, ach, und Seelenfrieden,

Irren’s Ende den Nimmermüden!

 

(Die Kobolde schleichen ins Haus hinein)

(Seelchen ganz nah’ an Verena)

 

Hör’ mich, Verena,

Höre mein Jammern!

Lass mich an Dich,

Du Holde mich klammern!

Du kannst allein

Von schmählicher Pein

Mich Armen befrei’n!

Willst nicht?

O sag!

Bist taub meiner Klag’?

Ach, hab’ Erbarmen!

Erlöse!

 

VERENA

(im Traum)

Lass mich!

 

SEELCHEN

Sträubst Dich, verwehrst?

Bist Du so böse, Du Thörin,

Und mehrst nur Kummer und Schmerz

In beid’ unser Herz?

 

VERENA

Geh!

 

SEELCHEN

Nicht Dich erweichen

Kann mein Gewimmer,

 

VERENA

Ach! lass mich!

 

SEELCHEN

Hoffnungsschimmer

Nie mir erreichen?

 

VERENA

(stöhnend)

Ach!

 

SEELCHEN

Wolltest Du nachts zum Keller geh’n,

Würdest, hab’ Acht, mich leiblich erspäh’n!

Hätt’st Du Muth,

Erschräk’st nicht vor Blut.

Die Brust zerschneiden zwei Messer mir!

O zögst Du kühn sie heraus!

Ende die Pein!

Ende den Graus!

Es stockt mein Blut!

Wie es wehe thut!

Wer stach mich mit Eisen?

 

VERENA

Ach!

 

SEELCHEN

Thät’s Seelchen zerreißen!

Ach, weh mir! weh!

 

VERENA

Gieb Ruh’!

 

SEELCHEN

Kein End’ ich erseh’!

 

VERENA

Was willst Du nur!

 

SEELCHEN

Nur durch Eine auf Erden

Kann Ruhe mir werden!

 

(Die Kobolde kommen aus dem Haus heraus)

 

Seid Ihr schon fertig?

Fort nun von hinnen!

Fahles Gedämmer

Will beginnen.

 

(Die Kobolde zerstreuen sich. Allmählig

beginnende Morgenröthe im Hintergrunde)

 

Hör’ mich, Verena,

Fühl’ meine Thränen!

Und bist Du mir treu:

Ein Gut Dich erfreu’

Hier! Dieser Stein!

Dein werd’ er, Dein!

Wahr’ ihn gut!

Hüt’ seine Gluth!

Nur still’ meine Thränen!

 

VERENA

Ach!

 

SEELCHEN

Hilf meiner Noth!

Heil’ mir die Brust!

Eins ist mein Sehnen!

Friede im Tod!

 

(Durch die Morgenröthe gewahrt man die Umrisse der

Gestalt Ekhart’s, der Verena aus dem Schlafe wecken will)

 

EKHART

Verena! Kind! Erwache!

Träume! Böse Träume!

Wach’ auf! Wach’ auf!

Kind! Es sind nur Träume!

Erwache! Auf! Auf!

 

VERENA

Lass’ mich!

Schweig’! Quäle mich nicht!

Ach! Weiche!

Lass mich! Lass mich! Wehe mir!

Ach! Ich will nicht!

Geh’! Du Quäler!

Lass mich! Geh’! Ich will nicht! Nein!

 

SEELCHEN

Verena!

Gedenke! Gedenke!

Erhöre mich!

Verena!

Erhör’ mich!

Willst Du? Ach!

Willst Du nicht? Verena!

 

Zweite Scene

 

(Verena erwacht mit einem tiefen Seufzer.

Sie springt auf, nicht wissend, wo sie ist)

 

VERENA

Ach!

 

EKHART

Mädchen! Wach auf!

 

(Er betrachtet mitleidig Verena,

die stumpf vor sich hinstarrt)

 

Ist das Dein Bett?

Was mied’st Du die Kammer?

In Nachtesfeuchte

Bar die Füße!

 

VERENA

(die Augen sich reibend)

Drinnen war es so schwül!

Mich trieb es hinaus!

Dummes Geträum’!

Sag’s nur der Mutter nicht!

 

(Sie will in’s Haus gehen. Ihr Blick fällt

auf den Stein, der auf dem Tisch liegt)

 

Was liegt dort glühend,

Strahlen sprühend?

Der Stein!

 

EKHART

Geburtstag ist heut’!

 

(Voller Sonnenaufgang)

 

Lache, Mädchen! Lache!

Sieh doch, wie’s um Dich strahlt!

Erwach’ zum Licht! Erwache!

Nacht und Nebel fahlt!

Lächelnd weben Düfte

Lächelnd wehen Lüfte!

Sonne will, dass Sommer sei.

Sandt’ aus ferner Höhl’ herbei

Als Freude Zeugen greisen Mann,

Gab’ ihm mit ‘ne holde Spende!

Maideli lieb soll munter sein!

Verenche mein zum Licht sich wende!

So will es seliger Sonnenschein!

Wo Alles blüht und sprosst und wacht:

Sonne will, dass Maid auch lacht!

 

VERENA

(leidenschaftlich)

Du theuerster Alter!

Bester Ekhart!

Hast mich noch lieb?

Und hast mich nicht vergessen?

Wie lang’ Du schon fern,

ich kann’s nicht ermessen!

Und hast in der Öde

Des Tages gedacht?

Und zogest hieher

Durch Waldesnacht?

Ich fühl’ mich so wohl,

Bist Du bei mir,

Als wärst Du mein Vater!

So ist’s mir schier!

Und sag’ nun: Der Stein!

Was soll mir sein Licht?

Soll mein er sein?

Solch’ Einen sah ich noch nie!

Zauberisch strahlt er

Allfarbig malt er

Geheimnisse hin!

Versteh’ ich Euren Sinn?

Preis’ ich den Gewinn?

Sag’ Spender, taugt mir der?

 

EKHART

Renchen, vertraue mir:

Bist Du ihm wirklich gut?

 

VERENA

Wem?

 

EKHART

Dem Friedrich?

 

VERENA

Wie weißt Du das?

 

EKHART

Fern bin ich nah.

Künd’ es mir:

Bist Du ihm gut?

 

(Verena bejaht zögernd;)

 

Wirklich gut?

 

(bejaht abermals)

 

So gut, dass Du wähnst,

Ohn’ seine Liebe

könntest Du nicht leben?

 

(sie senkt den Blick; sodann sieht sie

Ekhart zuversichtlich in’s Auge)

 

EKHART

So sollst ohne Zagen

Den Stein bei Dir tragen:

Hüt’ ihn und wahr’ ihn vor Neid,

Verlust kehrt Freude in Leid.

Ein Zauber ist in den Stein gebannt,

Geheimnis bergend, Wen’gen bekannt.

Trägst Du ihn, was am liebsten Dir ist,

 

(etwas zögernd)

 

Fesselt auf immer

an Dich seine List.

 

VERENA

(erschreckt)

Blieb’ er mir nicht treu?

Der Friedel nimmer mir hold?

 

(sie betrachtet den Stein)

 

Nein, nein!

Du böses Gestein!

Zweifel nicht wecke!

Mein Herz mir nicht schrecke!

Ich brauch’ Dich nicht!

Ich will nichts von Dir! –

 

(Sie legt heftig den Stein wieder auf den Tisch)

 

Und doch! Seine Zier

Lockt mich so licht!

Mich zieht eine Hand

Unsichtbar zum Tand.

Ich greif’ nach ihm! Ich fass’ ihn!

Und brächt’ es mir Noth,

Ich weich’ nicht zurück!

Was immer mir deute

sein zaub’risch heimliches Glüh’n:

Sonne sie spendet’s,

und Sonne bringt Glück!

 

Dritte Scene

 

(Gertrud tritt unter die Thüre. Als Verena die

Mutter sieht, verbirgt sie schnell den Stein.

 

GERTRUD

Ei, ei! Das lob’ ich mal mir!

Im Hemd mit nackichten Füßen!

Was treibt man so zeitig hier?

 

EKHART

Lass sie! Spar’ ihr den Verdruss!

Ich weckt ihr den Schlaf.

 

GERTRUD

Brav, Alter! Brav!

Du kommst mir g’rad recht!

 

(zu Verena)

 

Und drinnen die Kammer,

Da schaut’s wohl wieder aus!

 

VERENA

(ängstlich)

‘s ist Alles geputzt.

 

GERTRUD

Das woll’n wir erst schau’n.

 

(geht in’s Haus zurück)

 

VERENA

(sich an Ekhart sich klammernd)

Weh’ mir! Ich log!

Ich ließ Alles wirr!

Auf dem Boden Geschirr!

Schmutzig der Trog!

 

(sich abwendend)

 

Ach, Zank über Zank.

Wann schüf’ ich je zu Dank?

 

GERTRUD

(kommt zurück)

Kannst froh sein, Mädel, das sag’ ich!

Wär’ nicht Alles sauber geräumt

 

(Sie macht eine drastische Geberde; sodann

macht sie sich am Waschtrog zu schaffen)

 

VERENA

(steht verwundert und blickt fragend auf Ekhart)

Kaum es zu denken wag’ ich!

Wär’ wirklich, was mir geträumt?

 

GERTRUD

(während der Arbeit)

Hinein jetzt!

nicht gesäumt!

Kleid Dich und sei bald zur Hand!

 

(Sehr zögernd wendet sich Verena zum Haus. Sie blickt

scheu auf die Mutter und Ekhart, der sinnend sich am

Tisch niedergesetzt hat)

 

Vierte Scene

 

GERTRUD

(während sie weiter schafft, kaum

zu Ekhart sich wendend)

Bist auch ‘mal wieder da?

 

EKHART

Festtag ist heut’!

 

GERTRUD

Ach, lieber Himmel!

Das Gauklergewimmel

Hab’ g’rad ich satt!

 

EKHART

Das mein’ ich nicht!

Verenas Tag!

 

GERTRUD

An den dachtest Du?

Bist darum aus Deiner Höhl’ gekommen,

Dass du sie gar so liebst?

 

EKHART

Wer möchte’ ihr nicht hold sein!

 

GERTRUD

Bist recht ein närr’scher Kauz!

 

(Sie will weiter arbeiten; doch hält sie plötzlich an.

Sie weicht dem Blicke Ekharts aus. Gleichgültig,

indem sie die Wäsche auswindet)

 

Schön Wetter heut’!

Für den Keller mich’s freut!

Für die Comödi’ mich’s reut!

Und der Eine erst mit dem Lumpenpaar!

Künstler heißen sie sich gar!

Diese Erzgauner Tropfenschar!

Bist Du wieder eigen!

Kannst nur schau’n und schweigen!

Willst Du ‘was hier?

 

EKHART

Ich!

 

GERTRUD

Was hockst Du dann dort?

 

EKHART

Ich kann ja geh’n!

 

GERTRUD

Nein, nein! bleib’ nur! bleib’!

Ich mag Dich nicht leiden

Und doch – bleib’ nur, bleib’!

 

(Schweigen Gertrud will arbeiten, bleibt aber

sinnend steh’n. Mit einer plötzlichen Wendung

zu Ekhart; barsch)

 

Warum riefst Du sie heraus?

 

EKHART

Sie war schon draußen!

 

GERTRUD

(betroffen)

Wie? hier?

 

EKHART

Sie schlief hier am Tisch!

 

GERTRUD

Die Nacht hier draußen?

 

EKHART

(sie ernst anblickend)

Und träumte gar laut!

 

(Gertrud steht regungslos, ohne ihn anzuseh’n)

 

Deinem Kind ist nicht wohl!

 

GERTRUD

(gleichgültig)

Was sollt’ ihr fehlen?

 

EKHART

Schwüler Schlaf

Und trübes Träumen,

 

GERTRUD

(hastig)

Hast Du sie belauscht?

 

EKHART

Stöhnen und Seufzen!

 

GERTRUD

(mit erzwungener Gelassenheit)

Stöhnen und Seufzen

Kommt vom Magen!

Hat gestern genascht,

‘was Dummes erhascht!

Kenn’ selber die Folgen:

Traumwetter-Wolken!

 

(barsch)

 

Sonst nichts? He?

Also, Grüß Gott! Guten Morgen! Ade!

 

(Ekhart steht auf und entfernt sich. Gertrud will in’s

Haus eintreten, bleibt ber wie gebannt stehen Ekhart

abgewandt. Gertrud, sehr erregt will Ekhart nacheilen)

 

GERTRUD

Ekhart!

Ist er verschwunden?

Ekhart! Ekhart!

Bleib hier!

 

(Man hört Friedrich’s Stimme aus dem Thal)

 

Fünfte Scene

 

FRIEDRICH

Weh’, Lüftchen, weh’

Mein Lied hinan zur Höh’!

 

GERTRUD

O Je! Der kommt geflötet!

 

(sie geht nach rechts in den Felsenkeller hinab)

 

FRIEDRICH

Flüstre Ihr in’s Ohr hinein:

„Mädchen, bist Du mein?“

Darfst auch am Munde nippen,

Umtändeln ihr lieblichste Lippen.

Künd’ ihr von meinem Schmerz

Das Lieben bräch’ mir’s Herz!

 

(Verena steht lauschend unter der Thür)

 

Lausch’ auch genau,

Ob sie dir’s vertrau’!

Und verlier’ kein Silbchen nicht,

Wenn sie gar von Liebe spricht!

Kehr’ dann zurück

Und künde mir mein Glück!

Lüftchen sei mein holder Bote!

Liebster lohnt’s mit Liebessold!

 

VERENA

(ihm entgegeneilend)

Sein Lied mir erklingt!

Sein Gruss mir Freude bringt!

 

(Friedrich im Hintergrund auftretend)

 

FRIEDRICH

Da ist sie, die minnige Maid!

 

VERENA

(sie drückt ihm herzlich die Hände)

Mein Friedl! Bist da?

Wann kamst Du endlich wieder?

 

FRIEDRICH

Mein Renchen, Du Süße,

Mein Lieben Dich grüße!

Frohtag ist heut’!

Freund dir beut

Hier dieses Kettchen,

Schling’s um den Nacken,

Sollst es, mein Mädchen,

Als Pfand bei Dir tragen,

Dass Nichts auf Erden

mein Lieben je könnt’ trüben!

 

VERENA

Dank, Liebster mein!

Wie hast Du’s errathen!

D’ran häng’ ich den Stein!

Kommt Keiner zu Schaden!

 

FRIEDRICH

Welcher Stein?

 

VERENA

O weh! Ich sollte schweigen!

Doch Du darfst ihn seh’n!

Was berg’ ich vor dir!

Schau’nur! Wie schön!

Stolz-Mädchenzier!

Und nein! Wie sie passen!

Wie sie fest sich fassen!

Ja – ja! Dieser Stein!

Mein Friedel, der ist fein!

Wüsst’ man, was ich weiß;

Doch sag’ ich’s, Freundchen, nicht!

Wer zahlte jeden Preis,

Dass ich auf ihn ich verzichte!

 

FRIEDRICH

Schön zu schau’n!

Bärg’ er einen Zauber?

 

VERENA

Wer wird gleich so gierig sein!

Fragen, was ihm gar nicht frommt!

Fühlen wirst Du seine Pein,

Wenn ’mal ’was dazwischen kommt!

 

FRIEDRICH

Rätsel! Wer es deutet?

 

VERENA

Bist Du mir gut?

 

FRIEDRICH

Wozu die Frage?

Willst Du noch Worte?

Sagt’ ich Dir’s nicht?

Erklang Dir nicht mein Lied?

Oder wär’st Du sein schon müd’?

Wie die Hand ich Dir innig drücke,

Lüg’ ich da und sinn’ ich Tücke?

Was ist Dir? Maid!

 

VERENA

Die lieben Locken Dein:

Ich möchte’ sie zausen!

Aber! Der Trutz ist doch hübscher als Du!

 

FRIEDRICH

Wenn’s Renchen nur spassen kann,

Als nähm’ ich Ärger d’ran!

 

VERENA

Ich hab’ ihn auch recht gern und –

 

FRIEDRICH

(Verena unterbrechend)

Ich lieb’ Dich nur heißer,

je böser Du neckst!

 

VERENA

Der Trutz ist nicht leicht in Mädel vernarrt!

Doch ist er es ‘mal, dann ist er’s hart!

 

FRIEDRICH

Du glaubst wohl schier, dass  

Du Eifer erweckst?

 

VERENA

Und der Herr Graf!

 

FRIEDRICH

Woher kennst Du ihn?

 

VERENA

Ritt schon zweimal vorbei!

 

FRIEDRICH

Trutz und Graf und Graf und Trutz!

Was sind die uns jetzo Nutz?

 

VERENA

(lachend)

Da hab’ ich ihn wieder!

Sein Zörnchen plautzt nieder!

Du dummes Bübchen! Sieh!

Wie ich Dich am Näslein zieh’!

 

FRIEDRICH

Verenchen!

 

(er umschlingt sie, verwirrt jedoch seine Hand in ihren

Haaren, die teilweise wieder herabgefallen sind)

 

VERENA

Au! mein Haar!

Du raufst und reißt!

 

(ärgerlich)

 

Das kommt davon!

Du wirst zu dreist!

 

FRIEDRICH

(betroffen)

So bös?

Komm! Setz Dich! Ich flecht’ sie Dir schön!

 

VERENA

Friedel! Kindischer! Kannst Zöpfe Du dreh’n?

Ei gut denn! lass seh’n!

Ich setz’ mich daher!

Hier, schau, ist ein Bändchen –

Hier Nadeln dazu –

Jetzt zeig’, Du Schlauer,

Ob Meister Du!

Und während Du am Werk,

Dass ich’s endlich mir merk’,

sing’ Glied für Glied

Deutlich mir Dein Lied!

 

FRIEDRICH

(während er ihre Haare flicht)

Weh’, Lüftchen, weh’

mein Lied hinan zur Höh’!

Flüst’re ihr in’s Ohr hinein:

„Mädchen! bist Du mein?“

Darfst auch am Munde nippen,

umtändeln ihr lieblichste Lippen!

Künd’ ihr von meinem Schmerz!

Das Lieben bräch’ mir’s Herz!

 

VERENA

Dein Lied hinan zur Höh’?

Dein? La-la-la la la-la-la nippen?

La la la la la la Ei ei!

Deinem Schmerz? Seht nur,

Wie hünsch er singen kann!

Soll Dein Singen ich preisen,

Freundchen,

Darfst mich nicht gar so reißen!

Du hackst ja wie eine Kräh’!

Au! Das tuth weh! Au!

 

FRIEDRICH

Wart’doch! Lausch’auch genau,

Ob sie Dir’s vertrau’,

Und verlier’ kein Silbchen nicht,

Wenn sie gar von Liebe spricht!

Kehr’ dann zurück und künde mir mein Glück!

Lüftchen, sei mein holder Bote!

Liebster lohnt’s mit Liebessold

 

VERENA

(Sie greift nach ihren Haaren und fährt lebhaft auf)

Himmel! fühlt sich das an!

 

(Verena will schleunigst in’s

Haus. Friedrich hält sie zurück)

 

FRIEDRICH

Nein! Nicht doch! bleib’ hier!

 

VERENA

Geh’! lass doch!

 

FRIEDRICH

Nein! Du musst bleiben!

 

VERENA

Lass mich! die Mutter kommt!

 

FRIEDRICH

Mein Lohn! der Kuss!

 

VERENA

Als Dank

für solch’ ein Haargewulst!

 

(Verena reißt sich los, eilt in’s Haus

und schließt hinter sich die Thüre ab)

 

FRIEDRICH

Renchen, ich will – Auf!

 

(pocht an die Thüre)

 

Lass mich ein! Schnell!

 

(Im Hintergrund erscheint Kümmel, mit Werkzeug bepackt,

um sich an die Herrichtung der Schaubühne zu machen.

Als er Friedrich erblickt, wendet er sich schnell, um seine

Freunde zu rufen. Friedrich pocht immer heftiger)

 

Oder ich spreng’ die Thüre!

Mach auf! Mach auf! Renchen!

Schlimme! Mach auf!

 

(Verena öffnet leise das Fenster im obern Stock)

 

VERENA

Friedel? Bist Du mir gut?

 

(sie schließt das Fenster schnell)

 

FRIEDRICH

Renchen! Du machst mich toll!

 

VERENA

(öffnet wieder)

Mein Friedel. Bist Du mir gut?

 

(schließt schnell)

 

FRIEDRICH

Auf! Wart!

 

(er ergreift eine nah’stehende Leiter, legt sie an’s Haus und

klettert hinauf. Trutz, Kümmel und Fink stehen hinter einem

Busch und beobachten)

 

FRIEDRICH

(am Fenster stehend)

Auf! Auf! Auf!

 

(Die drei „Lumpen“ treten vor, stellen sich

eingehängt in Positur und singen aus voller Brust)

 

Sechste Scene

 

FINK, TRUTZ, KÜMMEL

Ja! munter und froh auf die Lebensleiter

Klett’re, Du Mensch, nur immer weiter.

Unten ist’s doch fahl und flau,

Erd’ ist längst schon alt und grau!

Oben aber auf der Leiter

Glänzet uns ‘was Liebes heiter!

Krabbel ‘rauf! Unverdrossen!

Strauchle nicht, wackeln Sprossen!

Harrt Dein nicht ein Genuss?

Eines Mädchens süßer Kuss!

 

(sie verlachen laut Friedrich, der noch auf der Leiter

steht. Fink und Kümmel wackeln an der Leiter,

so dass Friedrich nur mit Mühe heruntergelangt)

 

FRIEDRICH

(ärgerlich)

Was wollt Ihr? Ich pflückte Laub!

 

TRUTZ

(überlegen lächelnd)

Laub zu pflücken, mit Verlaub –

Dafür sind die Ohren taub!

Bacchus liebt zwar sehr solch Blatt,

Um den Kopf er’s immer hat.

Blatt soll kitzeln ihm die Stirn,

Mahnend, falls noch nüchtern ‘s Hirn!

Greift dann gleich mit Doppelkraft zu,

dem Becher Rebensaft!

Nur ein Ruck!

Mächt’ger Schluck:

Becher leer!

Bäuchlein schwer!

Und er schlingt so warm

Um Nymphen-Leib den Arm!

 

(Fink und Kümmel haben sich an die Arbeit gemacht.

Friedrich stellt die Leiter bei Seite. Turtz lacht ihn aus)

 

TRUTZ

(indem er Friedrich den Kopf streichelt, was Jener abwehrt)

Verliebter Friedel!

Süßes Lieb-Männchen!

Säuselnde Fiedel!

Sied’ges Milch-Kännchen!

Immer Mädeln!

Herzgewinnste!

Immer fädeln

Liebgespinnste!

 

(derb)

 

Her zur Arbeit! Geh da weg!

Du kleiner

Minnewonnen-Geck!

 

(Trutz wendet sich zu den Andern. Er beschäftigt sich mit dem

Einhängen des Vorhangs, während Kümmel und Fink Bretter

zersägen, um damit die Coulissen zu stützen. Vom Felsenkeller

her vernimmt man ein lautes Gepolter. Trutz und seine Gesellen

unterbrechen die Arbeit und lauschen; sodann eilen sie hin,

nehmen der sich sträubenden Gertrud das Fass ab, das sie

mühsam heraufrollt. Trutz nimmt dasselbe auf die Schulter und

trägt es nah’ an’s Wirtshaus, wo er und die Andern sich eifrig

beschäftigen, den Wein anzuzapfen)

 

FINK.

Oho!

 

TRUTZ

Hört!

 

KÜMMEL

Mords-Gepolter!

 

FINK.

Frau Gertrud wälzt das Fass herauf!

 

FINKTRUTZ KÜMMEL

Heissa! Juchhe!

 

FINK

Angefaßt!

 

TRUTZ

Aufgepaßt!

 

GERTRUD

Weg da! Wollt’ Ihr!

 

TRUTZ

Meiner Seele!

Trockne Kehle!

 

GERTRUD

Gottlos Gezücht!

Euch treff’ das Gericht!

 

(Das Fass wird angezapft)

 

FINK, TRUTZ, KÜMMEL

Heissa!

 

(Kümmel und Fink holen Gläser)

 

TRUTZ

Gläser her!

 

FINK, TRUTZ, KÜMMEL

Hoch! Hoch! Mutter Gertrud hoch!

La la la la la la la la!

 

GERTRUD

Gebt Ruh’

 

TRUTZ

Ei Mutter Mürr’sch!

Sei doch wirsch.

Du wär’st nicht das Weib für mich!

 

(zart)

 

Ach Käthe!

 

FINK

(zu Kümmel leise)

Jetzt kommt das Gefühl.

 

TRUTZ.

Wie lob’ ich da die Käthe!

Lässt mich’s nie entgelten!

Komm’ ich zu ihr auch noch so späte,

Giebt doch nie solch’ Schelten!

Einmal nur im Jahr

Kehr’ ich zu ihr zurück!

Acht Tage, knappes Glück,

Sind wir ein liebes Paar!

Dann zieh’ ich auf die Wanderschaft.

„Ade“, sagt sie, ich sag „Ade!“

Wir küssen uns nach Herzenskraft!

Kein Gezank macht Pein und Weh’!

Um’s Jahr dann wieder heim mich’s zieht!

Und schau, was grüßt den Trutz’gen da?

Der Storch hat sich einher bemüht!

Am Boden kriecht’s und ruft: Papa!

 

(Etliche Volk, meist Mädchen und Kinder,

hat sich um die Comödianten versammelt)

 

FINK, KÜMMEL  

Tra la la la la la la la la!

 

GERTRUD

(am Waschtrog)

Hört auf mit dem ew’gen Lied!

 

TRUTZ

Hat bald ein Ende!

Nichts mehr Borgen! Nichts von Sorgen!

Denn hört’ die Kunde:

 

(zu den umstehenden Mädchen)

 

Man munkelt, dass der Graf –

 

ALLE

Der Graf? Welcher? Wo?

 

TRUTZ

Wie sie zünden! solche Namen!

Wenn sie nur erst wirklich kamen!

Graf und Gräfin, kunst-gewogen,

Als sie jüngst durch’s Städtchen zogen,

Sahen uns am Markt agieren,

Unsre Säng’ und Tanz vollführen!

Ganz entzückt von seiner Kunst,

 

(er blinzelt nach Friedrich zu)

 

Erwies man Einem

besond’re Gunst!

Blonder Jüngling, stets verliebt,

Auf weiches Herz voll Zauber übt!

 

DAS MÄDCHEN

Wie? Er? Der?

 

TRUTZ.

Abends gestern sagt man mir,

Auf der Durchfahrt nach dem Schlosse

Durchgezogen kämen hier

Graf und Gräfin mit dem Tross!

Denkt Euch, wenn sie wirklich kämen!

Uns am End’ auf’s Schloss mitnähmen!

Jubelzeit! o Jubelzeit

und doppelt hohe Freudigkeit!

 

EIN MÄDCHEN

(Trutz unterbrechend)

Ein Graf! Ein echter Graf?

 

TRUTZ

(achselzuckend)

Ja! Das!

Wer da des Räthsels Lösung fand?

„Falschgraf“ hat man den Vater benannt.

 

(geheimnisvoll)

 

Vom Zwerg Laurin hört’ ich sagen,

Wie er in Bergschachts Nachtesstille

Wundersamer Schätze Fülle

Geheimnisvoll thät tragen!

Des Zwergen Freunde nannte man

Die, welche Schätze, Gott weiß, wie?

Scharrend um sich schaarten,

Gold an Gold zu Klumpen paarten

 

(Das umstehende Volk sieht sich fragend erstaunt an,

da sie nichts von Trutzens Andeutungen verstehen)

 

EIN MÄDCHEN

Versteht Ihr was?

 

TRUTZ

Geld ist aller

Weltmacht Preis!

Gross Corsen-Kaiser wohl das weiß!

Bergschachtshüter

hilft aus der Noth,

Goldes Klumpen willig borgt er.

Und aus lauter Dankbarkeit

Kaiser hohe Gnad’ verleiht!

 

EIN MÄDCHEN  

Und die Gräfin?

 

TRUTZ.

Sie wär’ schon so ziemlich ächt.

Stammbaum, hört’ ich,

sei nicht schlecht.

Vater schuf nur leider ach,

Durch gross Gelump viel Ungemach!

Arg verschuldet musst man sinnen,

Neue Quellen zu gewinnen!

„Falschgraf“ ist gar gern bereit,

Stellt sich zahlend hülfreich ein!

 

(ironisch)

 

Und aus lauter Dankbarkeit

Durft Jeun’ Comt’ Comtesschen frei’n!

 

EIN MÄDCHEN

(lebhaft)

Aber wenn der Vater ein Zaub’rer war?

 

TRUTZ.

Sagt’ ich das?

 

(leise)

 

Und wär’ es so,

Müsste der Sohn dafür büßen?

 

(vor sich hin)

 

Möchte’ zwar nicht mit jenem tauschen!

Was hilft das Gold, klebt’s in der Hand

Von Blut, Schweiß und Thränen?

 

EIN MÄDCHEN

(zu den andern gewandt)

Gelt! ich sagt’s doch immer,

Es giebt all’weil noch Zaub’rer!

 

TRUTZ

(lebhaft)

Das will ich meinen!

Die Welt ist lang nicht frei

Von Zauberspuk und Teufelei!

Wechselbalg,

Der Teufelsschalk,

Galgenmännchen auch dazu,

Die, sagt man, störten oft dort die Ruh’!

 

(mit einer jähen Wendung, grob)

 

Wie sie gaffen und gucken!

Ich wird’ Euch was erzählen!

An die Arbeit!

 

(er zieht Friedrich mit sich)

 

(Trutz wendet sich lebhaft um und macht sich wieder an die

Arbeit mit seinen Gesellen. Das Volk veräuft sich allmählig

wieder, nur ein paar Kinder stehen gaffend herum. Verena ist

während der letzten Scene herausgekommen. Sie macht sich zu

schaffen. Friedrich will sich ihr nähern. Sie warnt ihn wegen der

Mutter. Letztere, die am Waschtrog arbeitet, bemerkt Verena)

 

GERTRUD

(zu Verena)

Hineinspaziert! Der Herd geht aus!

 

VERENA

Ich seh’ so gern zu!

Lass mir die Freude! Sei einmal lieb!

Warum Du immer so barsch zu mir bist?

Tat ich Dir ‘was?

So sag’ mir’s nur frei!

Magst mich nicht leiden?

Wie sollt’ ich’s ändern?

 

(sehr innig an die Mutter sich schließend)

 

Sprich doch! Mutter!

Sei gut! Ach! Mutter!

Sei wieder gut!

Sieh mir in’s Auge!

Was hast du gegen mich?

 

(sie sieht ihrer Mutter nah’ in’s Auge, erschreckend) ç

 

Wie? Mutter?

Was ist Dir?

Dein Aug’ ist feucht!

Mutter! Du weinst?

 

(Gertrud wendet sich noch mehr ab. Verena

sieht der Mutter sinnend nach. Trutz bemerkt es)

 

TRUTZ

Komm! Wend’ Dich her!

Lass sie murren,

Kwängeln, knurren,!

Lass’ sie scheuern,

Herd anfeuern!

Mädel! Lass solch’ müdes Müh’n!

 

(er nähert sich ihr etwas)

 

Mädel! Magst nicht mit uns zieh’n?

Fidelnd, tanzend, spielend, singend,

Frohmuth’s Fähnlein fröhlich schwingend?

 

KÜMMEL  

Kannst Du nichts singen?

 

TRUTZ.

Fideln und flöten?

 

FINK.

Kannst du nicht mimen,

Liedeln und leiern?

 

TRUTZ.

Stell’dich nicht so dumm!

Solch’ Mündchen ist nicht stumm!

 

VERENA

Ich kann nur Ein Lied!

 

TRUTZ.

Aber?

 

VERENA

‘s ist nicht froh!

 

TRUTZ.

Ei was! Sing’ nur los!

Woll’n sehn, ob Du uns taugst!

 

(Verena stellt sich in die Mitte)

 

VERENA

Ich hört’ eines Vogels holden Sang,

So schön er nie erklang,

Es war, als sollt’ die Brust ihm springen,

So selig war sein Lied;

Von Liebes-Leid und Liebes-Freud’

Tönt voll es in die Welt.

O Vöglein, sag’, was singst du heut,

Was mich so tief beseelt?

 

FRIEDRICH

Zwitschern hört sich lieblich an!

Ob Du’s wohl verstanden hast?

 

FINK.

Selten man es fassen kann,

Was Vöglein rief vom Ast!

 

VERENA

„Sei froh, dass Du kein Vöglein bist“,

So rief es aus dem Laub,

„Das so sein frohes Singen büßt,

Weil Eure Herzen taub!

Dass Dir mein Lied zu Herzen geh’,

Dass hat gar traur’gen Sinn!

Komm her und lug zur Höh’!

Im Kerker sitz ich hier!“

 

ALLE VIER MÄNNER  

Ich fürcht’, uns schafft Dein Sang noch Pein,

Mir ahnt, es will nicht froh mehr geh’n!

Dein Auge schaut so traurig d’rein!

Was ist dem Thier gescheh’n?

 

VERENA

O weh, da fasste mich’s mit Grau’n!

Einen Blinden musst’ ich schau’n!

Jubel nicht, nur Sehnsuchtsklang

Aus dem Brüstchen drang!

Geschwister sein heranzulocken,

Bös’ Jägern leichte Beute,

muss es gefangen dort hocken,

Sehen’s Licht beraubt!

 

TRUTZ.

Ei Renchen! sag!, welch’ traurig Ding,

Wenn Dein Sang uns richtig weist,

Dass Dem das Lied am schönsten klang,

Dem Sehnsuchtsqual die Brust zerreißt.

 

(Verena steht wehmüthig vor sich hinblickend da)

 

FRIEDRICH

Warum so traurig?

 

FINK.

Wenn Du so singst,

Läuft uns ja das Publikum davon!

 

(Verena, um ihre Stimmung zu verbergen,

von plötzlichem übermuth ergriffen, zupft

Friedrich an den Locken und eilt in’s Haus)

 

KÜMMEL  

Ei Ei!

 

FRIEDRICH

Du Schalk!

Wer käm’ ihr gleich? Verena!

 

TRUTZ.

Will ich meinen!

wüsst’ keinen, der ihrer werth!

 

(Friedrich sieht Trutz unwillig an)

 

Am wenigsten Du!

 

FRIEDRICH

(heftig)

Willst Du höhnen?

 

TRUTZ

(überlegen ruhig)

Nur sanft, mein Bürschchen!

 

(Friedrich sich nähernd, der am Tische links sitzt)

 

Sag’ mal:

Die wievielste ist eigentlich das Renchen?

 

(Friedrich macht eine heftige abwehrende Geberde)

 

In jedem Städtchen

And’res Mädchen,

Und jeder schwur er feurig zu:

 „Liebste! bist die Einz’ge Du!“

 

FRIEDRICH

(heftig aufstehend)

Trutz!

 

TRUTZ.

Fritz?

Macht Er vielleicht gar Ernst?

 

FRIEDRICH

(begeistert)

Ob’s Ernst mir ist?

So wahr ich vor Dir steh’!

Und dass Du’s glauben darfst,

Werb’ heut’ ich noch um sie!

 

(Trutz steht lebhaft auf und winkt Gertrud herbei)

 

TRUTZ.

Frau Gertrud! „Madam’ Mauvais’ Humeur“!

Friedel will ‘was! Lausch’ und hör’!

 

(Gertrud tritt unter die Hausthüre)

 

FRIEDRICH

(zaghaft)

Frau Gertrud – Wie soll ich es sagen?

Dein Kind Verena –

Sie sei mein!

 

GERTRUD

Du? Die Verena?

Bist du wohl toll?

 

Siebente Scene

 

(Kümmel und Fink lachen. In diesem Augenblick hört

man aus dem Thal Hornrüfe und Peitschengeknall)

 

ALLE DURCHEINANDER

Lausch’! Wie? Wären Sie’s?

 

FINK.

Weiß Gott!

Es ist der Graf!

Hierher! Herbei!

Dort unten! Schaut!

Seht die Wagen!

Der Graf und die Gräfin

 

TRUTZ

mit sammt der ganzen Kumpanei!

 

FINK.

Gecken und Schmarotzer!

 

HERBEIGEEILTES VOLK.

Guckt!

Die knallrothen Kutscher!

Sie steigen aus!

Jetzt geht’s herauf!

Kinder! rauft paar Blumen!

 

FINK, TRUTZ, KÜMMEL

Unser Comödiespiel ist ihr Ziel!

 

VOLK

Macht Platz!

Macht Platz!

Wartet Ihr Lausbuben!

Platz!

 

(Der Graf, die Gräfin und etliche junge elegante Damen

und Herren erscheinen im Hintergrund, nachdem bereits

Diener mit Esskörben herbeigeeilt sind, um die Ankunft

ihrer Herrschaft zu melden. Das gaffende Bauernvölkchen

erregt die Heiterkeit der Angekommenen, welche mit

herablassender Liebenswürdigkeit die Huldigungen

entgegennehmen)

 

GRÄFIN

(im Hintergrund stehend und sich umsehend)

Hübsches Plätzchen!

 

(zu Jeannette)

 

Lass dort dem Rasen decken!

Zu kurzer Rast lasst uns weilen!

Diese herrliche Luft!

 

EIN GECK

Ein wenig Düngeringredienz

Parfümiert den Bauern Lenz!

 

GRÄFIN

(lachend)

Pfui!

 

JEANNETTE

(mit der Gräfin vorgehend und

leise auf Friedrich deutend)

Frau Gräfin! Schaut! Da steht er!

Sagt! Haben wir’s nicht fein durchdacht?

Soll ich ihn rufen?

 

GRÄFIN

Nicht gleich!

 

(Sie geht auf und ab mit einem Cavalier)

 

GRAF

Da seht doch! Ein Theater.

Und dort! Die Acteurs!

 

GRÄFIN

Dieselben, wie letzthin!

 

GRAF

Fürwahr! Sie sind’s!

 

 (Er blickt die Gräfin fragend an)

 

Ein Zufall?

 

TRUTZ

(tritt vor und verbeugt sich)

Thespiskarren frisch gezimmert,

Erlaucht, Euch entgegenschimmert.

 

(er stellt seine Gesellen vor)

 

Mosje Fink und Mosje Kümmel!

Reimt sich leider gut auf Lümmel!

Dort dagegen schmachtet Jüngling Friedel,

Stets verliebt und spielt die Fiedel!

 

(Die Gräfin wendet sich zu Friedrich, der links

steht, während der Graf mit Trutz weiterspricht)

 

GRÄFIN

Sein Sang hat uns erst jüngst entzückt.

 

(Friedrich siehtsie an, senkt aber schnell den Blick)

 

Was war es doch gleich? So ein altes Lied –

 

JEANNETTE

Ach ja! Es klang so schön!

 

GRÄFIN

Er entsinnt sich nicht mehr.

 

(Friedrich schweigt verlegen)

 

Ich glaubt’, er hätt’ uns geseh’n.

 

(Sie wendet sich nach dem Hintergrund zu. Jeanette

macht Friedrich ein Zeichen zu folgen. Verena kommt

aus dem Haus und bietet dem Grafen Wein an)

 

GRAF

Da ist sie!

 

VERENA

Wein gefällig?

 

GRAF

Kennst du mich noch?

 

(Verena sieht ihn ernst an; dann senkt sie den Blick scheu)

 

Wie heißt Du doch noch?

 

VERENA

Verena!

 

GRAF

Hübscher Name und hübsch wer ihn trägt!

Schad’!, was bleibst Du hier?

Willst du als Knospe

schon verwelken?

 

 (Jeanette hat den Grafen beobachtet.

Sie eilt vor, klopft Verena auf die Schulter)

 

JEANNETTE

Du da! Die Gräfin hat Durst!

 

(zum Grafen)

 

Was treibt Ihr da?

 

(sie erkennt Verena)

 

Ei! Renchen!

 

(Während die Scene mit den Mädchen sich abspielt, lagert

sich die gräfliche Gesellschaft auf einem Rasenplatz rechts

hinter der Schaubühne. Diener bringen Speisen. Muntere

Unterhaltung. Kinder bringen Blumen und wollen kleine

Gedichte hersagen, in denen sie jedoch meistens stecken

bleiben, was der Gesellschaft zu lachen giebt)

 

VERENA

Die Nanni! schau! Wer hätt’s gedacht!

Hast Du Dich fein herausgemacht!

 

JEANNETTE

Heiß d’rum auch nicht mehr Nanni, Kind,

„Jeannette“ ich viel nobler finde!

Sag’ mir, wie magst auf dem Land’ Du wohnen?

Küh’ und Gäns’ und Hühner treiben!

Und gar da drinnen würd’s mir nicht behagen!

Ist’s wahr, was die Leute sagen,

Dass es bei Euch nicht ganz geheuer?

 

VERENA

Wie meinst Du?

 

JEANNETTE

Bei Euch soll’s nächtlich spuken!

 

VERENA

Was fragst du so?

 

JEANNETTE

(lachend)

Herrje! Wer wird gleich so zucken!

Sogar bei uns im neuen Schloss

Schleicht nächtlich schon Geistertross!

Da heißt man es: „les amoureux“

Man sucht sich nachts „pour être deux“

 

VERENA

Was ist das?

 

JEANNETTE

(ganz nah an Verena)

Des Grafen und der Gräfin Bund

Gleicht Liebe zwischen Katz’ und Hund;

Da beide aber weich von Herzen,

Nicht abgeneigt traut’ Minnescherzen,

So giebt’s tagtäglich Aventüren

Klüglich schlau zu intriguieren!

 

VERENA

Was ist wieder das?

 

(Verena hört mit wachsendem Staunen und Widerwillen zu)

 

JEANNETTE

Zettel schreiben! heimlich schleichen!

Lichtauslöschen, Wändezeichen.

 

VERENA

Nanni!

 

JEANETTE

Manch’ Cadeauchen auf die Weise

Als Souvenir ich höchlich preise!

Ach! was bist Du arm dagegen,

Kannst Dich nachts nur auf’s Stroh legen.

Kein Schmuck und kein Gestein!

Nein! ich möchte’ nicht ‘s Renchen sein!

 

VERENA

Keinen Stein? Wer sagt dir das?

Hab’ auch was! Das macht mir Spass!

 

JEANNETTE

(hämisch)

Du hätt’st was?

Pferdehufeisen!

 

VERENA

Spotte nur zu!

Ich wird’ Dir’s schon weisen!

 

JEANNETTE.

Glasperlchen oder Bergkristall

Giebt’s auf der Strass’ allüberall!

 

(Verena hält den Stein in der Hand verschlossen)

 

VERENA

Ich hab’ was Schönes!

Gelt? Sie guckt?

Mamsell Nanni Neugier juckt!

 

JEANNETTE.

Neugierig! Einfaltskind!

Ist’s ‘was gescheit’s –

zeig’s geschwind!

 

VERENA

Ja ja: sie birgt ihn, diese Hand,

viel mehr werth, als all Dein Tand!

 

(sie betrachtet den Stein, doch so,

dass Jeanette ihn nicht sehen kann)

 

Ach! wie er glänzt!

Selbst im Dunkel!

Wundergeheimnisvolles Gefunkel!

Guck, Nanni! Guck!

 

(Verena hält Jeanette die beiden geschlossenen

Hände hin, öffnet sie ein wenig um sie gleich

wieder unter Gelächter zu schließen)

 

JEANNETTE

Ich heiß’ nicht Nanni!

Jetzt lass Dein kindisch Wesen sein!

 

(Verena betrachtet wieder den Stein.

Jeanette wird immer neugieriger)

 

VERENA

Hei! wie sein Strahl

aus dem Finstern zu mir bricht!

 

(sie hält wieder die Hand Jeanette

hin und wiederholt den Scherz)

 

Guck! Nanni! Guck!

 

JEANNETTE

Kindskopf!

 

VERENA

Guck! Nanni! Guck!

 

(Als Verena den Scherz abermals

wiederholt, verliert Jeanette die Geduld)

 

JEANNETTE.

(sie reißt Verena die Hand

uaf und erblickt den Stein)

Jetzt zeig’ ihn her!

Ja, sag!

Wie kommst Du Dirne dazu?

Ein Talisman!

Den, wenn meine Herrin sieht!

 

(sie eilt zur Gräfin)

 

VERENA

(ängstlich)

Weh! was tat ich!

 

JEANNETTE

Herrin! Schnell! Schnell!

Seht diesen Stein!

Ganz gleicht er dem, den Ihr verlort!

 

(Jeanette hält den Stein fest, Verena die Kette)

 

VERENA

Lass ihn los! ich darf ihn nicht zeigen!

 

JEANNETTE.

Jawohl! Jetzt hab’ ich ihn fest!

 

GRÄFIN

(zu Verena)

Liebes Kind!

Zeig’ den Stein!

 

(Verena sieht sie ängstlich an und zeigt ihn zögernd)

 

Wie wunderbar!

Wer gab Dir ihn?

Ein Geheimniss?

Ich forsch’ nicht weiter.

Doch frag’ ich Eins:

Gegen reichlichen Lohn

Gäbst Du ihn mir?

 

VERENA

Den Stein? Ich?

 

GRÄFIN

Hängst Du denn so an ihm?

 

VERENA

Hohe Gräfin! Ach Herrin!

 

JEANNETTE

Nimm lieber das Geld!

Was willst Du mit dem?

 

GRÄFIN

Komm! Gieb ihn!

Sollst nicht es bereu’n!

 

(auf einen Beutel deutend)

 

Hier! Das empfängst Du dafür –

 

VERENA

Kein Gold will ich nicht!

Nein! gute Herrin!

 

(Jeanette sieht die Mutter, welche

eben aus dem Haus treten will)

 

JEANNETTE

Frau Gertrud!

Wollt Ihr’s Renchen bereden!

Die Gräfin möchte den Stein ihr abkaufen!

 

GERTRUD

Welchen Stein?

 

JEANNETTE

Den, seht!

den sie am Kettchen trägt.

 

GERTRUD

Weiß von keinem –

Wo hast Du ihn?

 

JEANNETTE

Da!

 

GERTRUD

(heftig)

Woher hast Du den?

 

VERENA

Ich? Ich weiß nicht!

 

GERTRUD

Woher Du ihn hast?

 

VERENA

Ach Mutter!

 

GERTRUD

Dirne! Wirst Du’s sagen!

 

VERENA

Ich sollt’ schweigen.

 

GERTRUD

Vom Buhlen am End’,

Der’s wo gestohlen!

 

VERENA

Mutter!

 

GERTRUD

Heraus mit der Sprach’ –

Wer gab Dir den Stein?

Und die Kette dazu?

 

VERENA

Die Kette – die ist vom Friedrich!

 

GERTRUD

Und der hier?

 

VERENA

Ach lass’ mich!

 

GERTRUD

Der Stein, sag’ ich!

 

VERENA

Vom alten Ekhart!

 

GERTRUD

Der könnt’ mir taugen!

Vom Zaub’rer dem?

Giebst Du ihn gleich!

 

VERENA

(immer trotziger mit wild funkelnden Augen)

Nein! sag’ ich! Nein!

 

GERTRUD

Wirst Du?

 

(Die Mutter will den Stein erzwingen)

 

VERENA

Ich geb’ ihn nicht her!

Hüte Dich! Mutter!

Hüte Dich!

Du hast nicht das Recht!

Sonst! Mutter!

 

(Die Scene zwischen den Frauen vorn ist von der übrigen

Gesellschaft und dem Volke nicht beachtet worden. Allmählich

hat sich immer mehr Volk eingefunden, welches teils die

gräfliche Gesellschaft betrachtet, teils mit Ungeduld auf den

Beginn der Vorstellung wartet. Trutz, welcher mit dem Grafen

längere Zeit gesprochen hatte, hat sich mit fröhlichster Laune

mit seinen Gesellen (worunter auch Friedrich) auf die Bühne

hinter den Vorhang begeben. Von dort hört man sodann die

Glocke das Zeichen zum Anfang geben)

 

GERTRUD

Droht Mamsell?

Her!

 

(Gertrud reißt Verena Stein und

Kette ab und reicht sie der Gräfin)

 

VERENA

(sehr rau, fast tonlos)

Mutter! Durftest Du das?

 

(Das Volk holt Stühle und Bänke

herbei und harrt der Comödie)

 

Achte Scene

 

VOLK.

Hört! Jetzt geht’s los! Still!

Setzt Euch! Platz! Ruhe!

Weiber! setzt Euch!

Was wird denn gegeben?

Dickkopf, weg du

 

(Der Vorhang geht auf. Trutz und seine

Gesellen eingehängt, drehen dem

Publikum eine Nase. Erstaunen)

 

TRUTZ.

Nicht setzen! Bleibt steh’n!

‘S giebt heut’ nichts zu seh’n!

 

VOLK

(wird unmuthig)

Was? Oho!

 

TRUTZ

Das Spiel fällt heut’ aus!

 

(Das Volk trampelt ärgerlich)

 

VOLK

Aber nein! Ja! so’ was!

 

TRUTZ

Hört! welch’ Glück uns traf!

Wie Freund Trutz in’s Schwarze schoss!

Erlaucht, hoher Graf,

Nimmt uns mit nach seinem Schloss!

Dort, wie er verkündet hat,

findet des neuen Schlosses Weihe statt –

Mit Spiel und Sang die Freud’ erhöh’n,

Soll’n glohrreich wir besteh’n:

D’rum nimm’s nicht übel,

nimm’s nicht krumm,

Liebes, braves Publikum!

Gaukler preist den selt’nen Tag,

Nicht leicht er wieder kommen mag!

 

(die Mütze schwenkend)

 

Ich ruf’ Ade!

 

FINK, TRUTZ, KÜMME

Auf Wiederseh’n!

Lasst’ss Euch allweil gut ergeh’n!

 

(Fink gibt Friedrich einen

Stoss, er soll mitsingen)

 

ALLE  

Ade! Ade! Ade!

 

(Das Volk ruft ihnen „Lebewohl“ und  „Aufwiedersehen“

zu. Einige helfen den Bänkelsängern bei der Arbeit)

 

(Nachdem Trutz und seine Truppe sich vom Publicum

verabschiedet haben, reißen sie schnell die Bühne

zusammen, deren hintere Stücke sie bereits vorher

beseitigt hatten, Sie laden die Gegenstände auf ihren

Wagen. Die Gräfin, welche sich wieder zu den Ihrigen

begeben hatte, bricht jetzt auf, gefolgt von den Übrigen.

Das Volk begleitet sie. Gertrud ist in’s Haus gegangen.

Verena steht allein vorne links)

 

(Trutz und die Seinen haben den Wagen mit den Requisiten

angefüllt. Friedrich, im Abziehen begriffen erblickt Verena)

 

FRIEDRICH

Komm’ mit!

 

(Verena starrt Friedrich an, ohne

einer Antwort fähig zu sein)

 

TRUTZ

(zieht Friedrich heftig mit sich)

Lass sie! Sie schmollt.

 

(Die Bühne wird leer. Verena steht sinnend in sich gekehrt.

Dann eilt sie zurück, blickt von den erhöhten Mauerzinnen

lang den Abziehent. Sie erblickt Ekhart vorn am Tisch sitzend.

Er hat sich, von Allen unbemerkt, noch während der letzten

Volksscene ingefunden. Sie eilt, mit Ausdruck tiefsten Schmerzes,

vor)

 

VERENA

Trauter! Treuer!

Ach! sie haben mir mein Glück geraubt!

 

(Sie sinkt weinend zu Ekharts Knien und verbirgt ihr

Antlitz. Von weitem hört man die Abziehenden johlen)

 

 

 

ZWEITER  AUFZUG

 

 

Erste Scene

 

(lm Park des gräflichen Schlosses. Aller erdenklicher

Luxus an kostbaren Pflanzen, Vasen, Empire Statuen.

Rechts eine Steinbalustrade, welche den Besitz nach dem

Thal zu abschließt; daran angrenzend, schräg, eine

grössere Plattform, zu welcher Steinstufen führen.

Dieselbe wird von der Dienerschaft zu einer kleinen

improvisirten Bühne hergerichtet, indem zu beiden Seiten,

kulissenartig, spanische Wände aufgestellt werden. Im

Hintergrund ein See mit Schwänen. Vom Schloss sieht

man kaum etwas, nur durch die Bäume durchschimmernd,

ziemlich entfernt. Links eine Laube, überschattet von einer

grossen Buche. Jean, Jeannette und zahlreiche Dienerschaft

bereiten zum Feste vor. Stühle für die Zuschauer der

Komödie werden im Halbkreis um die Bühne aufgestellt.

Der Vorhang geht auf)

 

JEANNETTE

(anordnend)

Schnell doch!

Hier fehlt’s noch!

Dorthin! Nicht immer daher!

Alles macht Ihr immer nur quer!

Jetzt rückt die Sessel!

Stellst Dich heut’ wie ein Esel!

 

JEAN

Nettchen!

Nichtnettchen!

 

JEANNETTE

Lass das mal gehn!

Ich zeig’ Dir die Zähn’!

 

JEAN

Sei wieder lieb!

Ein Küsschen mir gib!

 

(Im Hintergrund erscheinen Trutz, Fink und Kümmel, bereits

costümirt für die Comödie. Trutz als Satyros, Kümmel als Faun,

Fink als Heliodoros. Jeanette und die Dienerschaft lachen laut

auf; sie giebt sodann ein Zeichen, dass die Diener sich entfernen

sollen. Jean geht ärgerlich ab, nachdem er noch gesehen hat, wie

Jeanette Trutz küsst)

 

JEANNETTE

Geh!

 

(sie versetzt ihm eine)

 

Da hast Du’s!

 

(die Hinzukommenden erblickend)

 

Je!

Seht Ihr aus!

Halt! Der kriegt ihn!

 

(Sie eilt auf Trutz zu und giebt ihm einen herzhaften Kuss)

 

JEAN

Warte!

 

(ärgerlich ab)

 

FINK, KÜMMEL

Hui! Mir auch!

 

JEANNETTE

Ätsch!

 

(sie dreht ihnen eine Nase)

 

Nun sagt! Wie hat man geruht?

 

TRUTZ.

Nicht allzu gut!

Neben mir hört’ ich wiehern!

 

FINK

Neben mir klang es wie blöken!

 

KÜMMEL

Und neben mir tönt’ es, ach, wie grunzen!

 

FINK

Aus Löchern gegraben grossmächt’ge…

 

TRUTZ

Still!

 

KÜMMEL

Im Bett mich umtanzen übernächtige…

 

TRUTZ

Still!

 

FINK

Es hüpften zur Höhe

Die Flinksten der…

 

TRUTZ

Still!

 

KÜMMEL

Es knabberten Mäuse, es krabbelten...

 

TRUTZ

Still!

 

ALLE DREI

Dies trugen wir Alles

mit Engelsgeduld!

Heut dafür lacht uns Gold und Huld!

 

JEANNETTE

Huld’ vielleicht hold,

Wenn Ihr schön gesungen;

Aber Gold?

Sanges Sold?

Wann ward das denn ausbedungen?

 

TRUTZ

(betroffen)

Was? Wie?

 

JEANNETTE

Die Ehre, hier zu singen,

Ist die Euch nicht genug?

 

TRUTZ

„Die Ehre, hier zu singen!“

Ist die uns nicht genug?

 

FINK

(enttäuscht zu Trutz)

Was meinst Du?

 

TRUTZ

Die Worte nicht sonderlich klingen!

Doch Mädchen spricht recht klug!

Du – Du – Du – weißt Du auch: was Du bist?

 

JEANNETTE

Also?

 

TRUTZ

Du Spirifankerl!

 

JEANNETTE

Was ist nun wieder das?

 

TRUTZ.

Hast Du gehört, dass die Hühner Eier legen?

 

JEANNETTE.

Hei! wie seltsam!

 

TRUTZ

(geheimnisvoll)

Denk Dir eine schwarze Henne!

 

(er rückt ihr immer näher)

 

Dunkel, wie die schwärzeste Nacht!

Diese Henne in der Tenne

Legt ein Ei höchst unbedacht.

Schleich hinzu, wenn sie mal weg!

Rabenschwarz doch muss sie sein!

In den Korb ein and’res leg –

Grad’ an jene Stell’ hinein!

Ei geraubtes, hör, was ich erzähle,

Birgst Du in der Achselhöhle!

Sieben Tage trag es dort,

Hüt’ es wie den höchsten Hort!

Am letzten Tag,

o acht’ es wohl!

Wird die Schale hohl!

Ein Teufelchen, schau!

O gräulicher Graus!

Fliegt aus dem Ei flugs heraus!

Das Teufelchen, das so entstand,

Von den Bauern wird’s bei uns benannt:

Spirifankerl! Spirifankerl,

O du kleines neck’sches Thier!

Spirifankerl! Das Teufelchen, wie gleicht es Dir.

 

(Trutz reicht Fink und Kümmel die

Hände und tanzt um Jeanette im Kreis)

 

JEANNETTE

Jetzt lasst mich in Frieden!

Was? Das wär’ich?

Wart’! Ich werd’ Euch!

Meine Mutter eine Henne?

Pfui! Hilf mir! Friedel!

 

(Friedrich - als Eros costümirt - tritt auf.

 

TRUTZ, KÜMMEL, FINK

(Alle drei verbeugen sich ehrerbietig vor Friedrich)

Friedel! Friedel!

Ruhten die Glieder?

Auf Seide darnieder?

 

JEANNETTE

So gebt ihm mal Ruh’!

 

DIE DREI

(im Abgehen begrifen)

Spirifankerl!

 

JEANNETTE

Geht!

 

(Jeanette will Friedrich etwas

zuflüstern, wird abermals gestört)

 

DIE DREI

Spirifankerl!

 

JEANNETTE

(heftig)

Geht!

 

(hastig zu Friedrich)

 

Also! heut’ Abend!

 

FRIEDRICH

Wirklich ?

 

JEANNETTE

Still!

 

Zweite Scene

 

(Der Graf, die Abeilenden nicht beachtend, in Gedanken

verloren, lehnt sich an eine Säulenbalustrade. Jeanette sieht

den Grafen kommen. Sie eilt ab. Friedrich entfernt sich dem

Parke zu)

 

GRAF

Vielbesung’nes Sonnenerwachen!

Thöricht Geschwätz von hellem Lachen!

Mühsam, grau, durch Nebelschichten,

Bang sich röthend, will es lichten!

Tag erstehend,

Nacht vergehend,

Trüb gemischt,

Trug-Traumgebilde schafft.

Vom Ekhart hört als Kind ich sagen,

Wie der als Mahner Kindern naht:

Gute schützend auf ihrem Pfad,

Schlimmen dräuend mit leidig’m Klagen!

Was will der von mir?

Was wollte sein Mahnen?

Klang es nicht schier

Wie von Todesahnen?

„Einmal noch, nur einmal mehr“

Tönt es dumpf – „schenk’ mir Gehör!“

Gehör? Einmal noch? Warum?

Da steh’ ich Zweifler, der den Glauben höhnt!

Sinn’ und sinne, wie man Spuk versöhnt.

Gespenster! Narrenglaube!

Zwittergestalt!

Fahl und kalt!

Was rührst Du mich!

Bin ich nicht glücklich?

Lacht mir nicht Alles?

Wer beugt sich nicht vor mir?

Ha! Dort nahen sie wieder:

Die Stolzen und Edlen,

Das Kalb anzubeten,

Das so gülden prangt!

Und würd’ es je zu Blech gewandelt:

Wie würden sie schmähen und höhnen,

Verachtend sich wenden!

O, Ekel! Ekel über sie und mich!

Über mich?

Trag’ ich denn Schuld?

Oder ist’s Schuld, wenn ich lebe?

Hei! Scharr’ wo anders,

Du grausiger Griesgram!

Grab aus! Grab’ aus!

Willst Du rechten,

Wo’s modrig und kraus?

Dort wend’ Dich hin!

Dort liegt Einer! Ja dort!

Der war! Nicht ich!

 

(Die Gräfin (als Nymphe costümirt) hat den

Grafen aus der Ferne beobachtet; sie ordnet

an den Stühlen)

 

GRAF

(plötzlich sich wendend, tonlos)

Wer lauscht?

 

(er erblickt die Gräfin; seine Miene

verändert sich, liebenswürdig ironisch)

 

Sie ließen einen Brief liegen!

 

GRÄFIN

(gleichgültig)

Einen Brief?

 

GRAF.

Ja, ein ganz niedliches Briefchen!

 

GRÄFIN

(überrascht sich stellend)

Von wem?

 

GRAF

(lächelnd)

Von wem?

Solche Zettel muss man hüten!

 

GRÄFIN

Ein Vorwurf?

 

Dritte Scene

 

(Jeanette kündigt die Gäste an. Die Comödianten

und die Gräfin eilen auf die kleine Bühne, wo sie

sich verbergen. Der Graf übernimmt den Empfang)

 

JEANNETTE

Die Gäste!

 

GRAF

(nachdem er seinen Gästen Sitze angewiesen hat)

Um Nachsicht lässt die Gräfin bitten,

Falls sie den Kopf mal verliert!

Als Diva wird heut’ debütirt!

Wie könnte da es gleich so geh’n?

 

(Klingel (auf der Bühne. Trutz klingelt und tritt sodann

vor. Bei seinem Erscheinen lacht die Gesellschaft]

 

TRUTZ

(verbeugt sich)

Eukaleia, die geraubte Nymphe

oder Die Macht des Gesangs!

 

Comödie

 

(Die Nymphe Eukaleia wird von

Satyros und Faun hereingeschleppt)

 

EUKALEIA (GRÄFIN)

O wehe! wehe! wehe mir!

Gefangen bin ich! Ach, geraubt!

Helft! o helft! Oreaden!

Um mich ist’s geschehn!

Meiner Tugend Preis!

O Hera! Zeus!

Ist hin! Dahin auf ewig!

Dahin auf ewig!

Dahin auf ewig!

 

SATYROS (TRUTZ), FAUN (KÜMMEL)

Ha ha!

Diesmal glückt’s!

Vergebens ist Dein Jammern!

Gefangen bist Du! Holde!

Mein bist Du nun!

Dein Jammern lass d’rum ruh’n!

 

(sie birgt ihr Gesicht in den Händen)

 

SATYROS (TRUTZ)

Schau! Du Schönste!

Schweig doch still!

Hemm Dein Thränengequill

Wenn auch hässlich, sind wir doch gut!

Fürchtest Du des Satyros Gluth?

 

(wendet sich sinnend zum Faun)

 

Zu werben um ihr Minnen,

Was wollen wir beginnen?

 

FAUN

Blasen, süß und fein,

Dringt gewiß in’s Herz ihr ein!

 

(Sie greifen zur Schalmei)

 

EUKALEIA

(hält sich die Ohren)

Au!

Entsetzlich gräuliches Getön!

 

SATYROS

(betroffen)

Dünkt es Dich nicht schön?

 

EROS (FRIEDRICH)

(hinter der Scene)

Eukaleia! Eukaleia! Quellenmaid!

 

EUKALEIA

Wie? Hör' ich recht?

 

SATYROS UND FAUN

Wie? Wär' es er? Lausch!

 

EROS (FRIEDRICH)

Eukaleia! Quellenmaid!

 

EUKALEIA.

Mein Eros naht! Hülfe!

Mein Eros naht!

Mein holder Freund!

Er hilft ihr, seiner Quellenmaid,

Aus schwerem Leid,

Aus schmähl’chen Ketten

Sie zu erretten!

 

SATYROS, FAUN  

Horch! Er naht!

Gottlob zu spät!

Ich hab’ Angst! Wenn er uns tödtet!

Brüll nur recht!

Es nützt Dich doch nichts!

Jawohl! Mein Herr Eros!

 

EROS

(tritt auf)

Ha! Verruchte Tropfen!

Steht ab! Sie ist nicht Euer!

Ich will Euch verklopfen!

Ihr pelzig zottig Ungeheuer!

 

(sie wollen auf einander losschlagen)

 

EUKALEIA.

Halt ein! O Schmach!

Häuft Ihr noch Mord auf Ungemach?

Guter Satyr! Lieber Faun!

Gebt mich frei! Gebt mich frei!

 

SATYROS

(geheim berathend)

Was meinst du, Ziegenbock?

Was denkst du? Pelzerock?

 

(zu Eros gewandt)

 

Weißt du was?

Ich berieth bei mir:

Wenn singend Du erreichst,

Dass Du uns erweichst!

Fließen uns die heißen Zähren,

Werden wir sie Dir nicht wehren!

 

EUKALEIA.

O singe hold!

 

EROS

(greift zur Lyra)

Zu Dir, mein Orpheus, würd’ ich mich wenden,

Zu Dir mit flehend erhob’nen Händen,

Dass Du mir gönntest auf kurze Zeit

Deiner Stimme Zauber und Herrlichkeit!

Steine schufst

Du weich und wund!

Zwangest selbst den Höllenhund!

Doch solcher Macht bedarf’s nicht hier!

Kein Kerberos, kein Stein trotzt mir;

Denn Herzen haben doch die Beiden,

Fühlen doch mein Leiden!

Zottig grimm woll’n sie es bergen,

Möchten nicht, dass wir es merken,

Dass auch sie der Schmerz ja rührt,

Dass mein Lieb mir ward entführt!

 

GRAF

(dazwischen rufend)

Sehr verliebt!

Ganz hübsch!

Was werden die Bengel sagen!

 

FAUN

Er schmeichelt ganz gut, der Tropf!

Gevatter, bist Du weich?

 

SATYROS

Noch nicht recht! bist Du es?

 

FAUN.

Beinah’!

 

SATYROS

(laut und grob)

Weiter, weiter!

Ich bin noch hart!

 

EUKALEIA

O Musen! helft!

Hilf! Apollo!

 

(Eros will fortfahren)

 

HELIODOROS

(hinter der Scene)

Heiaha! Tralala!

 

(er lugt oberhalb der spanischen

Wand vor und singt von dort aus)

 

Lustig lachend,

Tralaleia!

Spring’ ich bei,

Spring’ ich bei,

süß’ Eukaleia! Eukaleia!

Lustig! denn was frommt das Weinen,

Solang’ Helios noch will scheinen!

Lustig! lustig! lustig! Immer keck!

Wirf zum Styx die Trauer weg!

 

GRAF

Aha! Ein Zweiter!

Ganz wie im Leben!

 

EROS

Ein Zweiter? Die Stimme!

Wie? Kenn’ ich sie nicht?

Ist’s nicht Heliodor?

 

SATYROS, FAUN  

Horch! Das klingt munter!

Der kann’s besser!

Mich juckt’s schon zum Tanze!

 

EUKALEIA

Mein Heliodor! Mein Heliodor!

mein einz’ger, Trauter!

 

EROS  

(zu Eukaleia)

Sag! kennst Du den Frechen da?

Entsetzen! Betrogen!

Schmach!

Betrogen!

 

SATYROS

Lasst uns hupfen! Heiaheia! Heia!

 

HELIODOROS

(mit einem mandolinen-ähnlichen Instrument)

Heiaha! Tralala!

 

(Satyr und Faun tanzen und schnalzen mit den Fingern dazu)

(Rhythmus der Castagnetten)

 

Schau, schon zuckt’s den Ziegenbein!

Hei! wie juckt’s ihn!

Hei! wie’s zuckt!

Will zum Bocksprung hüpfen d’rein!

Lüsterner Faun, Du Waldgeburt!

Dreh’ zum Tanz Dich, nicht gemurrt!

 

(Wie Satyros und Faun immer toller tanzen, will

Heliodoros sie entführen; es mißglückt ihm)

 

EROS (FRIEDRICH)

Eukaleia! So ist es wahr!

Ha! Schmach! Das Deine Treue?

Doch! Du Falsche! Gemach!

Noch geb’ ich nicht nach!

Orpheus! hilf!

Spende mir Lieder!

Brause Du Sturm, über Berge dahin!

Verscheuche die Wolken! heiße sie zieh’n!

 

(Friedrich (Eros) hält plötzlich ein und

starrt nach dem Gebüsch (vorn links)

 

Was seh’ ich?

 

SATYR (TRUTZ)

(leise zu Friedrich)

Weiter! Was ist?

 

HELIODOROS (FINK)

(leise)

Bleibt er stecken?

 

SATYR, FAUN  

(souflierend)

„Peitsch sie von dannen, die lästigen Grauen!“

 

HELIODOROS

Was hat er denn?

 

EROS

(immer nach jener Stelle blickend)

Gespenst!

 

HELIODOROS

Was hat er denn?

 

SATYR

„Wie sie mein Sturm“

 

FRIEDRICH

Wie sie mein Sturm

 

DIE GÄSTE  

Hört! Was ist ihm?

 

SATYR  

„Zerstiebend verweht“

 

EROS

Entweich!, Du Trug!

 

DIE GÄSTE

Er verliert den Sinn!

Er starrt,

stockt und strauchelt hin!

 

SATYR

Unsinn!

 

HELIODOROS

(will weiter spielen)

Tralalaleia!

 

EROS

Tückischer Geist, entweich!

 

SATYR

Bist Du verrückt?

Raff Dich zusammen!

 

EROS

(rafft sich zusammen)

„Wie sie mein Sturm zerstiebend verweht!“

 

SATYR

Gottlob.

 

GRAF

(springt ungeduldig auf)

Genug des Stotterns! Tanz!

 

(Er läßt die Stühle schnell wegräumen)

 

SATYR

(wüthend zu Friedrich)

Narr, Du verdirbst uns Alles!

 

GRAF

Genug! Genug! Tanz!

 

SATYR

Kerl! was hast Du!

 

GRAF

Muntern Walzer!

 

HELIODOROS

(zu Kümmel)

Geschieht ihm recht!

 

SATYR

Nun ist’s aus!

 

(Die Dienerschaft het schleunigst die Stühle entfernt. Die Gräfin

steigt von der Bühne herab; Paare bilden sich zum Tanze. Trutz

und seine Gesellen stehen ärgerlich in der Ecke vorn rechts. Die

spanischen Wände werden beseitigt. Während des Tanzes spielt

sich vorn Folgendes ab: Hinter einem Gebüsch (vorn links) hat

Verena versteckt zugehört. Ängstlich vorzutreten, da sie sich

ungebeten in den Park eingeschlichen hat, harrte sie dort, bis

der çbeginnende Tanz ihr mehr Muth giebt, sich Friedrich zu

nähern. Verena hat sich an Jean gewandt, den sie mit ihrem

Auftrag zu Friedrich schickt)

 

VERENA

Sag’s ihm nur so:

„Die Maid, der man den Stein geraubt“.

 

(Jean sieht sie misstrauisch an, geht aber schließlich doch zu

Friedrich hinüber. Verena bleibt an derselben Stelle stehen.

Jean flüstert Friedrich, der abgewandt vereinzelt sitzt (vorn

rechts) in’s Ohr)

 

FRIEDRICH

So ist sie’s wirklich?

Was heißt das:

„Die Maid, der man den Stein geraubt?“

 

(Jean geht achselzuckend weiter)

 

TRUTZ

(Trutz erblickt jetzt erst Verena;

er steht etwas hinter Friedrich)

Seh’ ich recht?

Darum sein Stottern!

Friedel schau! Dort steht dein Renchen!

Geh doch hin! Sie will Dir was sagen.

Sieh nur, wie sie winkt,

Wie sie glückstrahlend blickt!

Wie? Freut’s dich nicht?

Geh’ hinüber! Sie traut sich nicht her!

 

FRIEDRICH

(hastig)

Sprich Du mit ihr!

Ich könnte nicht kommen,

Was sie hier denn suche?

 

TRUTZ

Oho! Renchen ist lästig?

 

FRIEDRICH

(verlegen)

Nur hier – Was will sie?

Vielleicht morgen!

Jetzt soll sie nur fort.

 

(Friedrich wendet sich ärgerlich ab)

 

TRUTZ

(verächtlich höhnisch)

Das darf ich ihr melden?

 

(Jeanette erblickt plötzlich Verena

und geht dreist auf sie zu)

 

JEANNETTE

Ei welche Garten Zier!

Sucht sie wen? Ist sie als Gast gebeten?

 

VERENA

Gut! Nanni, sei lieb.

Möchte den Friedrich sprechen

Und trau mich nicht hin –

Ruf ihn mir her!

Hab’ Wicht’ges ihm zu melden.

 

JEANNETTE

(höhnisch)

Mamsell Renchen,

Ich? Wie sie nur sich denkt!

Was geht dich der Friedrich an?

 

VERENA

Mein Friedrich?

 

JEANNETTE

(sie nachahmend)

„Mein Friedrich“

Wie lieb! Läufst auch Du ihm nach?

 

VERENA

Nanni! Der Friedrich, der ist mein!

 

TRUTZ

(ist hinzugetreten)

Mädeln, was giebt’s?

 

JEANNETTE

Denk Dir, wie dreist!

Schleicht die Dirne da herein!

 

(Verena hat den Augenblick benützt, um zu Friedrich

hinüberzueilen; sie klopft ihm zaghaft auf die Schulter)

 

VERENA

Friedrich? Friedel?

Kennst Du Dein Renchen nicht mehr?

 

FRIEDRICH

(halb abgewandt)

Aber Kind, ich ließ Dir doch sagen,

Ich könnte Dich hier nicht sprechen!

 

VERENA

Mein Friedel, ach! Ich hielt es nicht aus!

Schau! Ich musst’ es dir heut noch melden:

Dein will ich, werd’ ich sein!

Der Mutter bin ich entfloh’n!

 

FRIEDRICH

Das war nicht recht von Dir!

Und dass Du hier eindrangst!

Wie Du nur aussiehst!

Das Kleid und zerriss’ne Schuh’!

 

VERENA

(blickt Friedrich schmerzlich in’s Auge)

Friedrich?

 

JEANNETTE

(für sich)

Die könnten wir grad’ brauchen!

 

FRIEDRICH

Geh lieber fort,

Du gehörst nicht da’rein!

 

JEANNETTE

Heraus mit ihr! Aber schnell!

 

GRAF

(zu Jeannette tretend)

Ew’ges Schwatzen!

 

(er sieht Verena)

 

Wetter! Da ist ja das hübsche Ding wieder!

 

JEANNETTE

(zur Gräfin)

Herrin! Herrin!

Unterbrecht den Tanz,

Setzt ihn oben fort.

Erst jag’ ich die Dirne weg!

Verena! Eure Rivalin!

 

GRÄFIN

(zu der Gesellschaft)

Und nun in’s Schloss!

 

GRAF

Polonaise!

Paare gebildet!

 

(Die Herren reichen den Damen die Hände und führen

sie allmählig (nach mehrfachen Verschlingungen und

sonstigen Polonaise-Scherzen) zum Schloss. Verena

benützt den Augenblick, da Alles sich entfernen will,

um sich Friedrich wieder zu nähern)

 

VERENA

Jetzt, Friedel! Jetzt schaut keiner her!

Bleib, lass’ dir sagen!

 

JEANNETTE

(fährt dazwischen)

Lässt du ihn aus? Troll Dich von hinnen!

Hier im Park solch ein Gesindel!

 

VERENA

(kaum sich haltend)

Gesindel!

 

JEANNETTE

Jawohl! Gesindel!

So ‘ne Dirne, die nicht einmal weiß,

Wer ihr Vater war!

 

(Verena kann sich nicht mehr halten; sie

stürzt sich auf Jeanette, die zu Boden fällt)

 

VERENA

Nanni! Das sollst du mir –

 

(Die Gesellschaft, schon etwas entfernt, wendet sich

überrascht. Trutz und Friedrich trennen die Mädchen)

 

GRÄFIN  

Verzeiht! Ein kleiner Zwist!

 

(sie geht mit den Gästen weiter)

 

GRAF.

Bei Histrionen dies so üblich ist!

 

(zu Jeanette)

 

Ruhe! bitt’ ich mir aus!

Lass doch das arme Ding in Frieden!

In’s Schloss! Schnell!

 

(Jeannette geht wütend ab. Die Bühne ist fast

leer, nur Trutz steht im Hintergrund und beobachtet

den Grafen. Der Graf nähert sich Verena)

 

GRAF.

Beruhig’ dich, Kleine!

Du liebliches Veilchen!

Wart’ nur hier ein kleines Weilchen!

Ganz still, ganz leis’!

Wer weiß,

Ich bring’ dir Trost!

 

(er will sich zum Abgehen wenden, als er Trutz erblickt)

 

Eh bien! Herr Teutone!

Allons – Allons!

 

(Er weist Trutz nach dem Schloss und folgt ihm,

nachdem er sich nochmals zu Verena umgewendet hat)

 

Vierte Scene

 

(Verena allein; der Abend bricht an)

 

VERENA

Träum’ ich wieder?

Ist alles nur Trug?

Wach’ ich? Bin ich’s wirklich?

Es ist also doch!

Im gräflichen Schloss!

Ja! ja, hier bin ich!

Wie kam ich nur her?

Wo ließ ich ihn steh’n,

Ekhart, den Treuen?

Ob er am Pförtchen noch wartet?

Er warnte ernst!

Und ich musste doch her!

Ein armer Falter!

Der flattert zum Lichte,

Bis er verkohlt!

 

(sie sieht sich um)

 

Ach! Ist das hier schön!

Diese Blumen! Und wie sie dasteh’n:

Verwandelte Menschen!

Ja! Wer hier wohnt,

Das sind wohl glückliche Menschen:

die sind reich!

Brauchen nicht bös’ sein!

 

(sie lauscht)

 

Käm’ nur mein Friedel!

Er war vorhin kalt! Doch hatte er Recht!

Was kam ich g’rade herein,

Mitten in’s Fest: das hat ihn geärgert!

Zerrissen die Schuh’ –

Und doch! Konnt’ er’s nicht anders sagen?

Sein Blick, er floh mich, der sonst so mich traf,

Mitten in’s Herz, mitten in’s Auge!

Was war ihm?

Renchen, Dir wird bang,

Ein Schauer kalt durchrieselt mich.

Flieh, Falter! Flieg fort!

Was flatterst du zur Flamme! Entflieh!

Und ach! Er kann nicht!

 

(sie hört etwas)

 

Hör’ ich ihn nicht? Ja ja!

O pochendes Herz!

Liebster! Nahst du?

Gewiss hat er mir verzieh’n!

Friedel! Trauter!

 

Fünfte Scene

 

(Verena will Friedrich entgegeneilen,

als der Graf vor ihr steht)

 

GRAF

Nun? Mein Veilchen?

Noch immer allein?

Suchst Du wen?

 

(Verena sieht ihm stumm in’s Gesicht.

 

Art’ge Kinder Antwort geben,

Wenn man sie befragt!

Soll ich Deinen Kummer heben,

Werd’ er mir geklagt.

 

VERENA

Ach! Herr!

 

GRAF

Als ersten Lohn

Zwei Wörtchen schon!

Viel ist’s nicht,

Was Veilchen spricht!

Sei lieb! wie heißt Du gleich?

 

VERENA

Verena.

 

GRAF

Verena! wie klingt das weich!

Bist Du so weich wie Dein Name,

So bist du ein liebes Ding!

Komm! setz Dich daher!

Hast Du ein Schätzchen?

Dass Alles ich hör’,

Heraus damit, Mätzchen!

 

VERENA

Ach! Herr!

 

GRAF

Wieder zwei Worte!

 

VERENA

Der Friedrich!

 

GRAF

Jetzt ist’s heraus: der Friedrich!

 

VERENA

Der eben stecken blieb!

 

GRAF

(lachend)

Wer wird auch nach Burschen treiben

Die stecken bleiben!

Nein, Kind! trau’ nur dem nicht!

 

VERENA

Aber er liebt mich und ich auch ihn!

 

GRAF

Ja, was kann Dich dann müh’n?

 

VERENA

Die Mutter

 

GRAF

Wollts nicht?

 

VERENA

Ich rannte ihr weg!

 

GRAF

Und nun?

 

VERENA

Ich weiß nicht, was dem Friedel ist!

 

GRAF

Dem Dichter Steckenbleiber?

 

VERENA

Er hat mich kaum und kalt gegrüßt!

 

GRAF

Der denkt an andre Weiber!

 

VERENA

Nein, Herr, das thut er nicht!

 

GRAF

Glaub’ dem nicht,

Was er verspricht!

Den hast du verloren;

Hat sich längst eine and’re erkoren!

 

VERENA

Gott! was hör’ ich!

Nein! Laut beschwör’ ich,

Nie vergisst mich mein Friedel!

 

GRAF

Du Unschuld!

Soll ich Dir sagen, wen er liebt?

 

VERENA

Wen er liebt?

 

GRAF

Armes kleines Veilchen!

Senkt das Köpfchen!

Thau fließt daraus,

Beträufelt die Erde.

Wenn Blüthe gleich bei Windeswehn

Sich beugt und senkt in’s Gras,

Wie wird es ihr dann erst ergeh’n,

Naht Sturmes brausend toll’ Geras’?

Munter, Mädchen!

Dir zum Troste

Verließ ich Gäste,

Frohe Feste –

Dir in Freud’

Zu wandeln Leid,

Du niedliches, kleines,

Minniges, feines,

Allerliebstes Verenchen!

 

(er spielt mit ihren Fingern)

 

Das ist der Schelm!

Hübsches Gebilde!

 

(den Ring-Finger nehmend)

 

An den kommt der Ring!

Auch ein niedliches Ding!

 

(Er drückt Verena an sich)

 

VERENA

(will aufstehen)

Herr?

 

GRAF

(er beruhigt sie)

Versteht sie nicht Spass?

Einfalt Du!

Deine Tracht ist recht bescheiden.

Möchtest nicht schmuck dich kleiden,

Im seid’nen Mieder schreiten;

Ein Hütchen keck umrahmt den Kopf:

Das Bändchen und Flitter im launischen Schopf?

So zierlich könnte mein Veilchen spazieren,

So flott und kühn herumstolzieren,

Wenn Du recht lieb zu mir bist!

Mein hübsches Renchen!

 

(Er schließt sie fester an sich)

 

VERENA

Lasst das!

 

GRAF

Dummes Käuzchen!

 

(Der Graf küsst Verena)

 

VERENA

Herr! was thut Ihr?

 

GRAF

(kalt)

Was mein Recht ist!

 

(Verena sieht ihn erschreckt an)

 

Komm, Kleine, ich mein’ es nur gut!

Und dass Du d’ran glaubst,

 

(er zieht unbemerkbar Geld aus der Tasche)

 

Sieh, ich hab’ Mitleid

Du armes, armes Ding!

 

(Er lässt heimlich das Geld in ihre Tasche fallen)

 

Dass Du nicht hungerst,

Auf Strassen gar lungerst,

Will ich Dir helfen!

 

VERENA

Graf! Hab’ ich gebettelt?

 

GRAF

Ist Jeder dem man giebt, ein Bettler?

 

VERENA

Ich will aber lieber nicht!

Nehmt’s wieder heraus,

Vor Geld ist mir graus!

 

GRAF

Die köstliche Einfalt!

 

(er zieht sie zu sich herab, so dass sie unwillkürlich

auf seinem Knie zu sitzen kommt als spiele er mit

einem Kind)

 

Hoppe! hoppe Reiter!

 

VERENA

(unwillkürlich lachend)

Ihr seid aber kindisch!

 

GRAF

So kindisch wie Du!

 

(Er zieht sie leidenschaftlich an sich und küsst sie)

 

VERENA

(will heftig aufstehn;er hält sie fest)

Um Gottes Willen!

Vergesst Euch nicht! Herr!

Glaubt Ihr, ich sei eine feile Dirne?

Ihr kennt mich schlecht!

Lasst mich! Was wollt Ihr?

 

GRAF

Holla! kommt man so?

So können wir auch dienen!

Las sie nicht an der Pforte

Gedruckt die strengen Worte?

Wird Ihr jetzt bang,

Da dreist sie hier eindrang?

Weißt du, welche Straf’ erreicht,

Wer unerlaubt sich einschleicht?

 

VERENA

Weh! ach Gott! Was musst’ ich tun?

Verzeiht! verzeiht!

Ich las es nicht!

Doch! Ich las es!

Aber vergass es!

Ich hielt mich nicht mehr!

Mein Sehnen! mein Herz!

Ach, guter Herr!

Seid gnädig! Verzeiht mir!

 

GRAF

Ein güt’ger Herr,

Fürcht’ ihn nicht

den gnädigen Grafen,

 

(Der Graf steht auf und will

Verena mit sich ziehen)

 

Mild und süß wird er Dich strafen!

Nur sacht – nur nicht wehren!

Jed’ Sträuben wird die Strafe mehren.

 

VERENA

Wohin zerrt Ihr mich?

 

GRAF

Die Strafe! mein Veilchen!

 

VERENA

Lasst mich los!

 

GRAF

Die kleine süße Strafe!

 

VERENA

Güt’ger Gott!

 

(Vor dem Grafen kniend. Tanzmusik im Schloss,

ziemlich fern, als Klangwirkung, doch deutlich)

 

Ich weiß, ich bin schuldig!

Blieb mir, ach, kein Recht,

Um Gnade zu fleh’n?

 

GRAF  

Hast Du erst Liebe genossen,

Wird’s Dich nicht gereu’n!

 

VERENA

Habt Mitleid! Gebt mich frei!

Musst Du mich strafen,

So töt mich lieber!

Was will mir das Leben!

Nur meine Reinheit,

Raub sie mir nicht!

Grausamer!

Ehrst Du keine Keuschheit,

So ehr deinen Namen!

Willst du mit Schand’

Beflecken den Stand,

 

GRAF

Veilchen mit Dornen?

Zürnendes Renchen?

 

VERENA

Der die Ehre sein eigenstes Gut heißt?

Bist du ein Edler, Ehre, was edel!

 

GRAF

Wie schön Dich die Wuth kleidet,

Sie reizt mich nur mehr!

Willst Du nicht? So wollen wir seh’n!

Komm jetzt!

 

VERENA

Schändlicher! Lass mich!

Hülfe!

Hülfe!

 

(Sie reißt sich los und flieht in den

Park. Der Graf folgt ihr heftig)

 

Sechste Scene

 

(Trutz erscheint im Hintergrund. Er sucht

nach einem Gegenstand, den er liegen ließ.

Er ist in seiner gewöhnlichen Tracht, ebenso

später Friedrich, Kümmel und Fink)

 

TRUTZ

Mir war’s doch so, als hört’ ich Stimmen!

Der Graf verließ das Fest!

Ach, altes Misstrau’n!

Lausch!

Eichhörnchen kracht im Geäst!

Schwüler Abend,

Und dieser Blumen befremdender Duft

Betäubt das Hirn!

 

(kopfschüttelnd)

 

Trutz, hier bist Du fremd!

 

(horcht)

 

Hör ich nicht was?

Wo’s Renchen nur steckt!

Herr Friedrich! haha!

Pfui! Schande!

Ich mocht’ ihn nie leiden;

Doch nun fühl’ ich’s wie Hass!

 

(er will nach der Balustrade vorn rechts gehen,

doch wendet er sich plötzlich wieder erregt, aber

nicht überhetzt; er lauscht nach links)

 

Wieder Ästegekrach?

Ein Jagen, Ein Atmen!

Im Dunkel wird es wach!

Hierher drängt es näher – –

Was seh’ ich! Ist’s nicht Verena?

 

(Verena, in entsetzlich verwahrlostem Zustande, die

Hände blutig gekratzt, stürzt atemlos aus dem Park;

in der Hand hält sie hält einen Dolch fest)

 

Verena! Wohin?

 

VERENA

Verloren!

 

TRUTZ

(hält sie fest)

Und der Dolch?

 

VERENA

(rau, will sich losreißen)

Blut! Lass mich!

 

TRUTZ

(auf den Dolch deutend)

Was ist’s mit dem?

 

VERENA

Der Graf – der Graf –

 

TRUTZ.

Ist sein dieser Dolch?

 

VERENA

Ach! Erbarmen!

 

TRUTZ.

Sprich! Unsel’ge!

 

VERENA

Schänden!

 

TRUTZ.

Wollt er Dir ein Leid tun?

 

VERENA

In der Angst entwand’ ich ihm den Dolch

Und stach nach ihm!

 

TRUTZ.

Renchen!

 

VERENA

Im Dunkel liegt er dort!

 

TRUTZ.

Flieh, Mädchen! flieh von hier!

 

VERENA

Flieh’n? Ich?

Bin ich denn schlecht?

 

TRUTZ

(gerührt; lächelnd)

Renchen!

Die Augen, die sie mir herdreht!

Ja schau! So ist die Welt!

So sieht’s da draußen aus!

Kehr heim, wo Gott es besser bestellt!

Zu Deinen Wiesen wende dich heim!

Die Heimath neu begrüß’!

Dort weil’ und träum’,

Und wachend vergiss!

 

VERENA

Ach! guter Trutz!

 

TRUTZ.

Was klirrt in Deiner Tasche?

 

VERENA

Klirren?

 

TRUTZ.

Eben jetzt, und jetzt wieder!

 

VERENA

(sie greift in die Tasche)

Gold!

 

TRUTZ.

Gold? Du und Gold?

 

VERENA

Vom Grafen!

 

TRUTZ.

Und Du nahmst es?

 

VERENA

Ich wollt’s ja nicht!

 

TRUTZ.

Doch er steckt’ es Dir zu?

Schandbube!

 

(ingrimmig, tonlos)

 

Er kriegt’s zurück!

 

(er nimmt das Geld zu sich)

 

VERENA

(matt, nach vorn links deutend)

Führ’ mich! Dorthin – zur Pforte!

Vielleicht harrt noch Treu-Ekhart mein?

 

(Trutz nimmt die Schwache an sich

und geleitet sie durch den Park)

 

Siebente Scene

 

(Jeannette und Friedrich erscheinen im Hintergrund. Die

Gräfin kommt nach es ist schon fast ganz Nacht geworden;

Licht strahlt vom Schloss aus. In der Ferne sammeln sich

Wolken zum Gewitter an – vereinzeltes Wetterleuchten und

ferner Donner.

 

JEANNETTE  

(erblickt von weitem die Abziehenden,

ohne sie jedoch gleich zu erkennen)

Aha! Laubdunkelpärchen!

Liebestraummärchen!

 

(lachend)

 

Ein verliebter Park!

 

(sie sieht näher hin)

 

Wer ist’s? Was seh ich!

Der Trutz und die Rene! Schau! schau!

Wer möchte’ das meinen!

’S ist doch Eine wie die And’re!

Schnell getröstet, Mamsell’!

 

(wendet sich zu Friedrich)

 

Versteck Dich in der Laube!

 

(sie sieht sich um und ruft dann Friedrich zu)

 

Pst! Dort kommt sie!

 

(leise zur Gräfin)

 

Jetzt wirke geheim des Steines Glanz;

Noch, dünkt mich, vergass

er sein Renchen nicht ganz!

 

(Sie geht ab)

 

GRÄFIN

(für sich)

Sonderbarer Reiz,

Nur da zu lieben, wo man zerstört!

 

(sie wendet sich langsam der Laube zu,wo Friedrich

sich verborgen hält zuckt erschreckt zusammen)

 

Wer ist hier?

 

FRIEDRICH

(leise)

Ich bin’s, der Friedrich!

 

GRÄFIN

(zornig)

Welcher Friedrich?

 

FRIEDRICH

(eingeschüchtert)

Verzeiht – aber –

 

GRÄFIN.

Wer hieß dich kommen?

 

FRIEDRICH

Eure Zofe –

 

GRÄFIN.

Was sagte sie?

 

(sie setzt sich)

 

FRIEDRICH

Ich sollt’ Eurer harren.

 

GRÄFIN

(ironisch)

’S ist kühn und dreist,

Was sich hier Friedrich heißt!

 

FRIEDRICH

Ich verkannte Jeannettens Witz!

Verzeiht mir!

 

GRÄFIN.

Sein Lied hat er schlecht gesungen:

Warum stockt’ es so oft?

 

FRIEDRICH

Folter auf Folter!

 

GRÄFIN.

Stockt man wieder?

Sonst sang er hübsche Lieder!

 

FRIEDRICH

Wie ich vorhin verwirrt,

So bin ich es jetzt!

 

(er will geh’n)

 

Habt Nachsicht!

 

GRÄFIN.

Halt! Halt!

Gefangen bist Du in meinen Netzen!

Drum heiß ich gehorsam Dich setzen!

 

(Friedrich setzt sich zögernd)

 

„Entflöh’ ich“ – denkt Er –

„Ihrem Gewirke der Hexe dort,

Der Zauberin Kirke!“

 

FRIEDRICH

Seid mild und hold!

Entlasst mich der Pein!

 

GRÄFIN

(heftig ihn umschlingend und lachend)

Genug der Marter! Du Narr!

 

FRIEDRICH

Zum Himmel aus düst’rer Höll’ –

Hei! Wie schwingt sich’s schnell!

Kaum den Qualen entronnen

Lachen mir solche Wonnen!

Doch sagt: Hat nicht Amor sein Ziel verfehlt,

Als grad’ mich er auserwählt?

Ihr vermählt dem edlen Herrn –

 

GRÄFIN

(lebhaft)

Er!

An den ich gekettet durch schimpflichstes Band!

O, schweig!

Hinweg den Gedanken!

Lass lieber uns lauschen,

 

(zart, an Friedrich sich schmiegend)

 

Was Blätter flüsternd rauschen!

 

(Wetterleuchten und ferner Donner)

 

Wie Liebes Sehnen tönt’ in die Tiefen!

Es klingt, als wenn

zu den Blumen sie riefen:

„Ach! was schließt ihr die Kelche,

Senkt das Haupt?

Weil paar faule falbe Brüder

Auf euch Zarte fielen nieder,

Müssen d’rum wir für sie büßen?

Dürfen wir nicht liebend Euch grüßen?“

Neidisch ob solch werbend Minnen,

Bläst ein Weh’n sie jäh von hinnen,

Donner fern mischt sich darein,

Will Pärchen angst erfüllt zerstreu’n –

Wetterleuchtend Blitze droh’n!

Wolken lastend lauern schon –

Wolken ruh’n von Wandermüh’n –

Wollen träg nicht weiter zieh’n!

Möchten gern von Liebe wissen,

Möchten Erd’ und Blumen küssen!

Sehnsuchts Thräne sinkt hinunter,

Wolkenherz wird wund und wunder –

„Blume, Blume, öffne Dich!

Zeig Dein Herz uns wonniglich“ –

Lausch! wie es webt,

Wie heimlicher Zauber uns umlebt.

Liebeshoffen ist Jenen verwehrt –

 

(auf sich deutend)

 

Hier! Die Blume ist offen,

Nach Lust sie begehrt!

Lieb und Glück ist uns erwacht!

Warme SommerWonnenNacht!

 

FRIEDRICH

Schwül ist es, schwül,

Was hier ich fühl’!

Von hier erst lass uns enteilen!

O nur nicht länger verweilen!

 

GRÄFIN

(flüsternd)

Schon hab’ ich’s vom Grafen erlangt,

Dass Ihr noch weilen dürft!

 

FRIEDRICH

(betroffen)

Hier – bleiben?

 

GRÄFIN.

Morgen Abend sind wir allein!

Zur Jagd zieht der Graf!

 

FRIEDRICH

Wie deut’ ich das?

Du hassest den Grafen!

Und willst dennoch verweilen?

 

GRÄFIN

(lächelnd)

Du niedliche Einfalt!

Wo wuchst Du nur auf?

Glaubst Du wirklich,

Dass ich von hier lauf’:

Bäurin zu werden,

Mit Kühen und Pferden,

Mit Schweinen und Schafen

Im Stalle zu schlafen,

Zu jäten, zu pflügen,

Zu melken die Ziegen?

 

(immer heiterer werdend)

 

Hühner zu rupfen

Und Flachs zu zupfen?

Das tat diese Hand noch nicht!

Blöndling! Welch’ Gesicht!

Hat das Glück in der Hand

Und träumt vom Zukunfts-Märchenland!

 

FRIEDRICH

Ist das Deine Liebe?

 

GRÄFIN.

Und wer schenkte mir Perlen

Und holde Geschmeide,

Glitzernde Steine

Und rauschende Seide?

Und all’ die Freuden,

Die Frau’n beneiden,

Sollt’ ich gänzlich ohne sie leben?

 

(ironisch)

 

Mein Liebling!

 

FRIEDRICH

Nüchtern’ Erwachen!

Fass’ ich, was Ihr sagt?

Ihr bleibt hier? beim Grafen?

Bei ihm, den Ihr verachtet?

 

GRÄFIN.

Nun ja!

 

FRIEDRICH

Und ich? Ich wär’ Euch grad’ recht

Zur nächtlichen Lust? Brust an Brust?

 

GRÄFIN

(indem sie aufsteht, für sich)

Ich glaub’, es regnet!

 

FRIEDRICH

(hält sie heftig zurück)

Nein! Edle, schönste Frau!

Ihr scherzt! Ich weiß es!

Wie Ihr anfangs mich necktet,

Um dann umso holder zu lächeln

Bei dem Kuss der mich entzückte!

Nein, so denkt Ihr nicht!

Oder war das nur Trug?

 

(Er zieht sie stürmisch an sich. Der Mantel fällt ab. Friedrich

verwickelt die Hände in ihren Ketten. Eine derselben reißt)

 

GRÄFIN  

Geh! Du Wilder!

Du zerreißt mir die Kette!

Weiß es der Himmel,

Und der Stein fiel zu Boden.

 

(Friedrich hält ein Stück der Kette in der Hand.

Die Gräfin sucht nach dem Stein)

 

Wo flog er hin?

 

FRIEDRICH

(wie aus einem Traum erwachend)

Die Kette! Der Stein?

Treibt ein Kobold sein Spiel?

Ja! Hier! Verschlungen das „V“ und „F“!

Verena! Deine Kette!

 

GRÄFIN.

(Jeanette rufend)

Wo bist Du? Hilf suchen!

 

FRIEDRICH

Einen Stein suchst du wohl,

Einen wundervoll funkelnden Zauberstein?

 

(er erblickt den Stein in einer Falte des Mantels)

 

Am Boden liegt er nicht –

 

(Er greift nach dem Stein)

 

In des Mantels Falte steckt er –

Schau!

 

GRÄFIN

(erregt)

Du giebst ihn mir wohl zurück?

 

FRIEDRICH

Beim Himmel! Er ist’s!

Kein andrer!

Wie ließ sie mir doch sagen:

„Das Mädchen, dem man den Stein geraubt!“

 

GRÄFIN

Wirst Du ihn geben?

 

FRIEDRICH

Von wem ist der?

 

GRÄFIN

(verächtlich)

Wüsst’ ich von allen Steinen, woher kämen!

 

FRIEDRICH

Doch von Dem musst du es wissen!

 

GRÄFIN.

Gieb ihn zurück, du Feiger!

 

FRIEDRICH

Erst sag: woher Du ihn hast?

 

GRÄFIN.

Gekauft für theures Gold!

 

FRIEDRICH

Von einer Maid?

 

GRÄFIN

Maid oder Dirne,

Was weiß ich!

 

FRIEDRICH

Verena! Und gab sie ihn Dir?

 

GRÄFIN

(für sich)

O Schande!

dem Burschen Rede zu steh’n!

 

FRIEDRICH

(immer eindringlicher)

Gab sie ihn Dir?

 

GRÄFIN

Ich zahlt’ ihn der Mutter –

 

FRIEDRICH

Und das Mädchen willigte ein?

 

GRÄFIN

(gereizt)

Vielleicht! ich vergass!

 

FRIEDRICH

Sie willigte ein?

Hoho! Das macht man mir nicht weiß!

Schwur sie mir nicht:

„Lieber sterben als ihn verlieren“?

 

GRÄFIN

(wendet sich)

Jeannette! bist Du taub?

Jeanette! Bist Du taub!

Hülfe! Fasst den Dieb!

 

FRIEDRICH

Sie gab ihn nicht!

Wider Willen entriss ihn die Mutter?

War es so?

Die ich ihr gab, die Kette,

Gräfin, übt Verrat!

 

GRÄFIN

(sie wirft ihm den Rest der Kette zu)

Die ärmliche Zier!

Nimm sie! Da!

 

FRIEDRICH

(indem er die Kette aufhebt)

Ja! Ich nehm’ sie,

Wie diesen Stein,

Und bring’ ihr Beides zurück!

 

GRÄFIN.

Ha, frecher Dieb!

 

FRIEDRICH

Warum ist er Dir nur gar so teuer?

Vielleicht erriethest

Du seines Zaubers Geheimnis?!

 

GRÄFIN

(verächtlich)

Tölpel Du mit dem Talismann!

Du und Deine Dirne!

Was frommt Euch Der?

 

Achte Scene

 

(Auf den Hilferuf sind Leute herbeigelaufen,

darunter auch noch einige der Gäste.

Immer stärker drohendes Gewitter

 

GRÄFIN

(zu den Herbeigeeilten sich wendend)

Helft! Lasst ihn nicht enteilen,

Den Räuber!

Von des Tanzes Erhitzung mich zu erholen,

Hierher wandt ich den Schritt,

Der Abendkühle genießend.

Da plötzlich, aus der Gesträuche Dunkel

Stürzt Dieser hervor! ergreift mich

Und reißt mir vom Hals den Stein,

Den er dort hält!

 

ALLE

Schändlich! Der Friedrich ein Dieb!

Schändlicher Diebstahl!

 

TRUTZ

(tritt aus dem Gebüsch hervor, fast lächelnd)

Halt! halt!

Ganz ist dem nun doch nicht so!

 

(sich vor der Gräfin verbeugend)

 

Verzeiht, Gräfin!

Leider! ich muss es gesteh’n

Ich hab’ ein klein wenig gelauscht!

Friedrich, zwar recht oft verliebt,

Verdiebt doch war er nie!

Und dass ich wahr zeug’,

 

(zu Friedrich gewandt)

 

Das zeige nun!

D’rum, Bursche gieb den Stein!

 

FRIEDRICH

Du willst ihn für Dich?

 

TRUTZ.

Dummer Junge!

 

FRIEDRICH

Er gehört Verena!

 

TRUTZ

(empört)

Nennst Du auch noch den Namen,

Und schämst Dich nicht?

Her jetzt!

 

(Sie ringen)

 

FRIEDRICH

Ich geb’ ihn nicht!

 

GRÄFIN

(zu den Dienern)

Ihr da! Versperrt alle Pforten und Thore,

Dass Keiner flieht!

 

TRUTZ

(entreißt Friedrich den Stein)

So, Bürschchen!

 

JEANNETTE

(eilt erregt herbei)

Herrin! Entsetzen!

Der Graf verwundet!

In tiefer Ohnmacht fand man ihn im Park liegend!

 

(Man bringt den Grafen und lässt ihn auf einer Bank nieder)

 

GRÄFIN

Verwundet?

 

TRUTZ

(etwas vortretend)

Ja! Verwundet!

 

(indem er den Dolch vorzeigt)

 

Und hier ist der Dolch, der’s beging!

 

ALLE

Mörder!

 

TRUTZ

(zum Grafen gewandt)

Tat ich’s?

 

GRAF

(schwach)

Gesteht es ja selbst!

 

TRUTZ

Tat ich’s, Herr?

 

GRAF.

Wenn Du den Dolch wahrst, der’s beging,

Wer war es sonst, der ihn führte?

 

TRUTZ

O denk, es sollte schlimm mit Dir enden,

Willst Du so scheiden

 

(indem er den Dolch hingiebt)

 

Mich dünkt, den Dolch solltest Du kennen?

 

GRAF

Schurke!

 

(Trutz hält die Goldstücke hin und

lässt sie vor dem Grafen fallen)

 

TRUTZ

Und dieses Gold?

 

GRAF

Fasst ihn, den Schurken!

 

TRUTZ

(außer sich)

Herr! Tat ich’s?

 

GRAF  

Ja! sag’ ich und abermals Ja!

 

(Der Graf starrt plötzlich über Trutz hinweg; er

gewahrt die Gestalt Ekhart’s in geisterhafter

Verklärung, Allen sonst unsichtbar)

 

Ha! Was willst Du hier,

Gespenst! Traum Störer!

 

DIE UMSTEHENDEN

(flüsternd)

Wen sieht er?

Ist er von Sinnen?

 

GRAF

Schau mich nicht so an!

Der Schuldige bin nicht ich!

Willst Du rechten, so rechte mit Toten!

Scharr’ ihn aus dem Grabe,

Den Vater! scharr’ ihn aus!

Ihn nur trifft’s! Nicht mich! –

 

(Die Erscheinung verschwindet.

Der Graf sinkt ohnmächtig zurück)

 

GRÄFIN

Tragt ihn ins Schloss!

Der Graf wird in’s Schloss getragen.

 

(zu den übrigen Dienern)

 

Dass Keiner entkommt! Fasst sie!

 

KÜMMEL, FINK

(dringen auf Trutz ein)

Wir sind verloren!

Gib ihn her, den Stein!

Soll’n wir für Dich leiden?

 

TRUTZ

(indem er mit einem Stock wüthend

gegen die Diener losschlägt)

Ist Euch das Leben lieb,

So rettet Euch, Kerle!

Die Mauer hinab!

Hei! Jetzt wird’s heiß!

Memmen! ’runter mit Euch!

 

FINK

Da bricht man ja die Knochen!

 

TRUTZ

(haut immer um sich)

Schnell! Ich komm’ bald nach!

Fort! Springt doch!

Wenn Ihr’s werth seid, schützt Euch Gott!

 

(Fink und Kümmel, Friedrich mit sich reißend, springen

über die Balustrade die Mauer hinab. Trutz lacht laut auf)

 

Haha! Da saust’s hinab!

 

(Trutz springt auch auf die Balustrade und

ruft von da den Verfolgern, die er mit äusserster

Kraftanstrengung abgeschüttelt hat, zu)

 

Ruhe!

Und dass Ihr ja nichts Schlechtes denkt,

Wird Euch nun dieser Stein geschenkt!

Ist wirklich er ein Zauberstein,

Da sein so dreist Ihr begehrt,

So schleud’r ich ihn in den See hinein!

Dort find’ ihn, wem er gehört!

Nun angelt, sucht, scharrt und fischt,

Dass Euch nur sein Licht nicht verlischt!

 

(Er schleudert den Stein in den See und springt die Mauer

hinab. Alle blicken nach dem See. Erstaunen erfüllt sie, als

sie gewahren, wie es in der Tiefe grünlich zu leuchten beginnt,

erst zart, dann immer strahlender)

 

ALLE

Seht! wie glänzt es in der Tiefe!

 

GRÄFIN.

Holt ihn heraus!

Steigt in den Kahn!

Schnell! Eilt Euch!

 

(Alle bemühen sich, teils am Boden kauernd, teils im

Kahn liegend, aus der Tiefe, die nicht beträchtlich ist,

den Stein, den sie deutlich sehen, herauszufischen.

Doch vergebens; so oft sie glauben, ihn zu fassen,

treibt der Wind den Kahn fort. Regen strömt herab.

Die Schwäne kreisen wild über dem Wasser)

 

Greift doch zu! Habt ihr ihn?

 

DURCHEINANDER  

Du stehst im Weg! Geh!

Halt! ich hab’ ihn!

Stemm mit dem Ruder!

Verdammtes Wetter!

Schon griff ich ihn!

Der Sturm weht uns fort!

Alle Wetter Elemente!

 

GRÄFIN

Habt Ihr ihn nicht?

Greift doch zu!

 

(Wind und Regen lassen plötzlich nach)

 

STIMME DES KOBOLDS

(unsichtbar)

Keinem von Euch!

Nur leidend Liebenden leuchtet sein Licht!

 

(Eine kleine Gestalt taucht in die Tiefe des See’s und

entschwebt alsbald mit dem Stein. Der Blitz schägt in

die grosse Buche ein, deren Geäst krachend herabstürzt.

Alle fliehen. Das Wetter lässt nach. Das Gewölk lässt

etwas Mondschimmer sich verbreiten. Die Kobolde

eilen zusammen und umringen Seelchen, welches den

Stein frohlockend hält)

 

DIE KOBOLDE

Hihi!

Denen haben wir’s heiß gemacht!

 

(zu Seelchen)

 

Hast Du ihn?

 

SEELCHEN

Hier! Schaut!

 

(Aus dem gespaltenen Stamm der Buche steigt das

Galgenmännchen hervor und wirft sich auf Seelchen)

 

GALGENMÄNNCHEN. (*)

Giebst Du ihn schnell,

Diebs-Gesell?

Ich bin hier Herr!

Spar das Gezerr!

 

SEELCHEN

Weg! Mein ist er!

 

(Seelchen und Galgenmännchen raufen um den Stein.

Die Kobolde schlagen auf das Galgenmännchen ein)

 

KOBOLDE

Pfui, Du schäbige Schandgeburt!

Schuftiger, weg da!

Dein Vater der Galgen!

 

GALGENMÄNNCHEN

Lässt Du ihn!

 

KOBOLDE

Deine Mutter das Gras!

Wart’! Du kriegst’s!

 

(Galgenmännchen, zerprügelt, muss

entflieh’n) (schrill lachend)

 

Ha, ha, ha!

Er reißt aus!

 

SEELCHEN

Still!

Kein Lachen! Kein Scherz!

O Leid und Noth!

Sagt! Ist’s Euch nicht weh um’s Herz?

 

(Die Kobolde schmiegen sich scheu an Seelchen)

 

 

 

DRITTER AKT

 

 

Erste Scene

 

(Tiefer Wald. Sonnige Stimmung. Ekhart

führt Verena, die matt an ihn gelehnt ist)

 

EKHART

Dort ruh’ ein Weilchen!

 

VERENA

Durst – Wasser!

 

(Ekhart setzt Verena auf einen bemoosten Stein -vorn rechts;

sodann geht er nach Wasser suchend ab. Nach dem Verena die

Augen eine Zeit lang geschlossen hat, öffnet sie sie wieder und

blickt zum Himmelsblau)

 

VERENA

Sag’ es mir, Herr,

Warum so schwer,

So grausam zu mir Ärmsten solches Leiden

dringt, Das keinen Freudestrahl mein jammernd

Leben mir bringt?

Wüsst’ ich den Grund!

Würd’ er mir kund,

Dass ich als Strafe für schlimme Schuld

All dies tragen müsst’ mit Geduld?

Doch, in der Brust

Keiner Schuld bewusst,

Wie soll ich deuten, was mir ward?

Traurig Schicksal!

Ach, so düster und hart!

Herr, wenn Du mich hassest,

so töte mich gleich!

Zück auf mich Deines Blitzes Streich!

Ist es verdammt, mein irdisch Loos,

Warum nicht gleich im Mutterschooss?

Warum töt’st Du mich im Keime nicht?

Muss ich es schau’n, dies trüg’rische Licht?

Willst du mich martern? Ist Dir das Lust?

Dass tropfenweise Blut aus der Brust

Dir zum Opfer fließe?

Herr! Du Schlimmer!

Du Kalter, Grimmer! Bist nicht der Gütige!

 

(immer leidenschaftlicher)

 

Nein! Ach! Nein!

Das ist nicht Dein Wille!

Ein Zeichen send mir hernieder,

Dass den Gram er endlich stille!

Wolken, haltet ein!

Lasst durch Euch sein Aug’ mich erspäh’n!

Ob mir Freude jemals wieder kehrt

Wollen! Ach! nur nicht weichen!

Vom Himmel ein Zeichen,

dass er mir hold, nimmer mir grollt!

Ein Zeichen, ach!

Ein Zeichen! Ein Wunder!

 

(Sie hat beide Hände zum Himmel ausgestreckt und verharrt

in dieser verzückt flehenden Stellung. Tiefe Stille. Verena’s

Miene verwandelt sich, sie lässt die Arme sinken)

 

VERENA

Still – alles still!

Schweigen – lebender Tod!

Du närrisch Kind!

Wähnst, die Wolken weh’n für Dich?

Was ist Dein kleiner Jammer

Im grossen Welten Weh?

Harre! Vertraue!

Fass ich’s auch nicht – Gott ist gut!

 

(sie faltet die Hände)

 

Ich geb mich, Vater, in deine Hut!

 

(Wie sie den Kopf senkt, sieht sie einen Grashupfer

auf ihrem Knie sitzen. Sich ermunternd:)

 

Was sitzt da am Knie?

Das winzige Thier,

Grashüpferlein, sieh’!

Was lugst Du nach mir?

Sensenbein!

Kneif’ es ein!

Zirpe! Zirpst!

Im Herbste stirbst!

Hupferli! Ei Hupferli!

Hupfst mir davon!         

 

(Der Grashüpfer springt zur Erde)

 

Wart! ich krieg dich!

 

(sie kniet und hascht nach ihm)

 

Hab’ ich Dich? Wieder nicht!

Schlingel!

Jetzt wieder daneben!

 

(Ekhart kommt zurück und betrachtet lächelnd das

Mädchen. Er hat ihr in einer Holzrinde Wasser gebracht)

 

EKHART

Hier! das Wasser!

 

VERENA

(kaum auf Ekhart achtend)

Trink es selber!

Schau den Grünbein!

Jetzt ist er im Busch!

Garstiger! Geh nur!

 

EKHART

Komm jetzt, Kind!

Es ist schon spät –

Weit ist’s noch zur Mutter!

 

VERENA

(auffahrend)

Zur Mutter?

 

(düster)

 

Ich will nicht zur Mutter!

Ich will sie nie mehr seh’n!

Vater! sag, glaubst du an Träume?

Wenn uns ’was im Traum erscheint,

Ist das wer?

 

EKHART

Was soll’s?

 

VERENA

Wenn es nächtlich zu uns redet,

sprich, Alter: Giebt es Geister?

Geister von den kleinen, kleinen –

Die poltern, und kichern, jammern,

ach! und weinen?

 

EKHART

Hörtest du nicht von den Kobolden sagen,

Die nächtlich schwirrend ruhelos irrend;

Wo Mitleid sie fänden, ihr Leiden klagen?

Hier helfen die Guten!

Dort drohen die Bösen,

Allüberall wirrend, treiben sie’s Wesen.

 

VERENA

Und was wollen die Wilden?

 

EKHART

Sie suchen mit Bangen

Das Heil zu erlangen.

Ruhe und Seelenfrieden,

Das werde durch And’re ihnen bescheert!

 

VERENA

Und warum scheut sie die Ruh’?

 

EKHART

Weil unerlöst ihre kleinen Seelen,

Verflucht, sie sich und Jene quälen!

 

VERENA

Und wessen Seelen sind sie?

 

(Ekhart schweigt. Verena blickt ihm scharf in’s Auge)

 

Du schweigst?

Dürft ichs nicht wissen?

 

EKHART

(zögernd)

Die Seelen sind’s verstorb’ner Kinder!

 

VERENA

Verstorb’ne Kinder?

So müssen Kinder ruhelos irren?

 

EKHART

Nicht doch – nein –

Kinder, die kein rechtes Sterben

Musste allzu früh verderben!

 

VERENA

Kein rechtes Sterben?

Meinst du Mord?

 

EKHART

Einen Kobold kenne ich!

Wie ungern der seinem Opfer entwich!

Zum Keller lud er die Maid sich ein,

Dort sollt’ sie bei mattem Schein

An seinem Anblick trüb sich weiden!

Zwei Messer erschau’n,

die die Brust ihm zerschneiden –

 

VERENA

(furchtbar aufschreiend)

Zwei Messer!

 

(dumpf vor sich hin)

 

Kobold, armer Kobold!

Was hat man dir gethan?

 

EKHART

So muss er irrend jammern,

Wo Hoffnung lugt,

daran sich klammern.

 

VERENA

Und kann er Ruhe finden?

 

EKHART

Er muss es!

 

VERENA

Doch wie?

Sag mir’s Vater!

 

EKHART

Wenn des Stammes letztes Glied

Willig für ihn aus dem Leben schied,

Jegliche Schuld ist dann gebannt,

Kobold endlich Frieden fand.

 

VERENA

Noch Eines künde:

Wer den Kobold zu befrei’n berufen,

Warum muss Der schuldlos leiden?

 

EKHART

Schuldlos schuldig ist er!

 

VERENA

Schuldlos schuldig,

Vater, wie tönt das hart!

So ist schon, eh’ wir geboren,

Das Schicksal uns erkoren,

So müssen wir ohn’ Verschulden

Gleich Schuld’gen dennoch dulden?

 

EKHART

Denk an uns’res Lebens Stern –

Gedenk uns’res heil’gen Herrn!

Schuldlos, für der Menschheit Klagen,

An’s Kreuz ließ er willig sich schlagen!

Verena, Du armes gutes Kind!

Des Lebens Loose fallen blind!

Das Glück, im Stein gebannt,

lm Leben hast Du verkannt.

Denn, lebend von Dir es gebend,

lm Tode nur find’st Du es wieder!

 

(er hebt die Hand zum Segen, Verena kniet nieder)

 

Nimm den Segen für das Weh’,

Das bald in Wonne zergeht’!

Hör’ die Stimme, Die es Dir kündet,

Nicht Jeder seinen Ekhart findet,

Drohend Trüben, Guten gütig!

Allgeheimniss, mahnend, hüt’ ich!

Dir zu weisen des Schicksals Pfad,

Als Leid-Deuter bin ich genaht!

 

Zweite Scene

 

(Äste krachen. Vier Burschen stolpern aus dem

Gesträuch hervor. Verena steht auf und verbirgt sich)

 

KNORZ

(im Hintergrund stehend)

Potz Wetter, Blitz und Donner!

Wir sind verirrt!

Find’ der Teufel da den Pfad

 

(er gewahrt Ekhart)

 

Halt! Da steht Einer!

Du – Wo geht’s zur Weidenmühl’?

 

EKHART

(nach links deutend)

Dorthin!

Wen sucht Ihr?

 

KNORZ

(etwas näher tretend)

Ja ja! Das möcht er gleich wissen!

Burschen wollen wir begrüßen,

Tropfen, Gauner, Comödianten!

Pack, das! Kommt zu Schanden,

Tot oder lebendig!

Sonderlich Einer, der Trutz, der Lump!

Er, der nach dem Grafen stach!

 

(hämisch)

 

Und den blonden Fritz,

Mosje Gar-Unnütz!

Lieb Frauen Gecken!

Dem muss es flecken! Tot oder lebendig!

Weil wir aber Memmen sind,

Memmen alle Vier –

Prachtkerle von Memmen!

 

(pfiffig)

 

So heißt es nachts sie überschwemmen,

Nicht mit Wasser, mit Feuer –

Drin ersticken, die Ungeheuer!

 

(Er will sich zum Abgehen wenden, als

Verena welche mit wachsender Ängstlichk

eit zugehört hat, sich Ekhart nähert)

 

VERENA

(mit erzwungen Gleichgültigkeit, zu Ekhart)

Mich dünkt, Du irrtest Dich!

Nicht dort –

 

(nach rechts deutend)

 

hierher führt’s zur Mühle!

 

KNORZ

Da schau! Ein Mädel im Gebüsch!

Alle Wetter! Kennt Ihr sie nicht?

He he! Du! Das gefällt mir schlecht!

Wer weiß! Mamsell –

Will uns vielleicht falsch weisen?

Sinnt sie das?

 

VERENA

Nein – gewisslich nein!

 

KNORZ

(packt sie bei der Hand)

Wozu das Zittern und Stottern?

Wer wahr ist, braucht nicht schlottern!

Sag!

weist man uns falsch?

 

VERENA

(kaum ihre Erregung bergend)

Nein, nein!

 

KNORZ

So schwör’ es!

 

VERENA

Schwören?

 

KNORZ  

Ha ha! Da haben wir’s!

Ja! ja!

Schwören beim Allerheiligsten!

 

VERENA

Glaubt Ihr, ich lüge?

 

KNORZ.

Du lügst, wenn du nicht schwörst,

Dass du uns den rechten Pfad zeigst,

und dass du uns nicht verräthst.

 

VERENA

Gut denn! ich schwör’,

Dass keinem Lebenden ich es vertrau,

Beim Namen uns’res Herrn!

 

KNORZ

(lässt ihre Hand los, zu seinen Kameraden)

Sie schwur’s;

Aber glauben?

Möcht ich ihr nicht!

 

(er geht mit Jenen in der von

Ekhart angegebenen Richtung ab)

 

VERENA

Ha! Sie eilen doch dahin!

 

(sie wirft sich leidenschaftlich Ekhart an die Brust)

 

Ekhart – Trauter, Treu’ster!

Leb’ wohl! Leb’ wohl! Hab’ Dank!

Hab’ innigsten Dank!

Geh hin zur Mutter,

Sag’ ihr, es wär Alles gut,

Alles wieder gut!

Verena hat es gesühnt!

Und wenn Ihr mich findet,

Legt mich dorthin,

An der Ecke bei der Mauer,

Im Schatten der Trauerweide,

Wo mein Brüderchen liegt!

Leb wohl, Ekhart! Leb wohl!

 

(sie wendet sich ab)

 

EKHART

Wo eilst Du hin?

 

VERENA

Ihn zu retten

Und meinen Kobold zu befrei’n!

 

(Verena eilt ab)

 

EKHART

(ihr nachrufend)

Dein Schwur!

 

(Verena eilt nach links ab)

 

Dritte Scene

 

(Nacht. Im Innern einer Scheune, beleuchtet, durch ein

Öllämpchen und den Mond, dessen Schein durch ein

Fenster (vorn links) breitstrahlend dringt. An einem

Tische, der Mitte zu (etwas nach links. Sitzen Trutz,

Kümmel und Fink; Friedrich ganz links, abgewandt.

Kümmel hat den Arm, Fink den Kopf verbunden. Vorn

rechts, erhöht, aus Thon ein Muttergottesbildniss.

Die Spielleute sind mit Essen beschäftigt)

 

FINK, TRUTZ, KÜMMEL

(indem sie mit den Bechern sich zutrinken)

Saladin hat siebzehn Söhne,

Siebzehn Söhne hat er.

 

FlNK

Hat er sie?

 

KÜMMEL.

Hat er sie ?

 

ALLE DREI  

Ja! er hat sie!

 

(Fink niest, Käthe tritt ein mit drei Kindern; eins

davon auf dem Arm, zwei halten sich am Rock)

 

KÄTHE.

Nicht so laut!

 

(sie tritt näher; in der Hand hält sie einen Napf)

 

So – da habt Ihr gegessen!

Jetzt das Schüsselchen hier

Lasst fein in Ruh’ –

 

(sie stellt den Napf auf den Tisch)

 

Der Schmaus ist nicht für Euch!

D’rum nicht genascht!

Wenn Einer d’raus trank,

gab’s all’weil Zank!

 

TRUTZ.

Auch Du! meine Käthe?

 

KÄTHE.

Ja! auch ich hab’ meine Tête!

Kinder kommt –

Sagt dem Papa Ade –

 

(Trutz zerstreut die Kinder küssend)

 

Trutz! pass doch auf!

 

TRUTZ.

Ach ja! Da! Und da Und da! Richtig –

 

KÄTHE.

Und ich?

 

TRUTZ.

Und jetzt die Alte!

 

KÄTHE

(versetzt ihm eine)

Wart!

Ich werd’ Dir!

Gute Nacht Ihr Andern!

 

(Sie wendet sich zum Abgehen, erblickt

Friedrich und bleibt vor ihm stehen)

 

Du Künstlerlockenkopf!

Red’ Er auch ein Wort!

Immer beiseit’ – Halt ’was ganz besond’res –

 

(zu den Andern, heimlich)

 

Diesen Schuppen find’t Keiner!

Hier seid Ihr sicher!

Aber wissen kann man nicht!

Ach Gott! So ‘ne Geschicht’!

 

(sie wendet sich bekümmert ab

und schließt die Thüre hinter sich)

 

TRUTZ

Käthe?

 

KÄTHE

(geärgert)

Ach! jawohl!

Seid wenigstens still!

 

(Käthe ab)

 

TRUTZ

(Teller bei Seite schiebend)

Karten her!

 

(Kümmel zieht Karten heraus und teilt aus)

 

KÜMMEL

Wir können einen Vierten brauchen!

 

FINK

(zu Friedrich sich wendend)

Fritz! Geh, setz Dich dazu!

 

TRUTZ

Lass ihn nur! Lass ihn!

 

FINK

(während des Spiels)

Du – Trutz – was ist’s mit dem Napf?

 

TRUTZ

Geht Dich nichts an!

 

FINK

S’ ist aber ‘was Feines d’rin –

 

TRUTZ

Nimmersatt! schiel nicht immer hin!

 

KÜMMEL

(gewinnt)

Ätsch!

 

TRUTZ

(teilt die Karten aus und singt dazu)

Es war einmal ein junger Mann –

Dem tat’s die Liebe oftmals an –

Der hatte schon manch’ Schätzelein –

Doch Treue war ihm Pein!

 

(Fink nascht aus dem Napf)

 

KÜMMEL

Trutz! Der Fink hat genascht!

 

TRUTZ

Klatschtrina! Spiel weiter –

 

FINK

Friedel, wend’ dich ‘rum!

Zu Dritt ist’s zu dumm –

 

(indem er nascht)

 

Sonst fress’ ich den Napf gar aus,

Und dann giebt es Zank und Strauß!

 

TRUTZ

Weg die Finger!

 

KÜMMEL

(nascht)

Muss doch auch ‘mal versuchen!

 

TRUTZ

Gesindel!

 

(stellt den Napf etwas beiseite)

 

Weiter!

 

FINK

Da kam einst eine Dame gezogen,

Fürnehm sehr und kunstgewogen,

Thät sich in den blonden Laffen

Mir nichts Dir nichts ganz vergaffen!

 

TRUTZ

(verliert im Spiel)

Jetzt mag ich selber nimmer!

 

KÜMMEL

Heraus damit! Mir die Groschen!

 

(Fink benützt die Gelegenheit um zu naschen)

 

TRUTZ

Kümmel, Lümmel, dreiste Goschen!

 

(zu Fink)

 

Ich werd’ Dir paar wippen!

 

KÜMMEL

(in den Napf guckend)

Nicht lange mehr,

Und der Napf ist leer!

 

FINK

Für wen steht er denn da?

 

TRUTZ

(im Lied fortfahrend)

Weiter jetzt!

Die treuste Maid ward schnell vergessen!

Auf Adels Huld war man versessen!

Doch au! Wer so ‘was nie gekannt

Hat stets die Finger sich verbrannt!

 

FRIEDRICH

Ihr glaubt, weil ich schweige,

Dass ich darum auch taub noch bin?

 

TRUTZ

(als sei er überrascht)

Ach! Da red’t ja wer?

Wer ist’s? Ja schau!

Mosjé Frédéric!

J’ai l’honneur, bon soir!

Hoch geehrt! Ein nobler Gast!

In ärmlicher Hütte

Bei ländlicher Sitte?

Mein Fritz! Friedel mein!

Flachsfarbenes Frieduleinchen!

Fridi-fridi-Fridulein!

 

FINK, KÜMMEL

Fridifridifridulein!

 

FRIEDRICH

Gebt Ruh’ und lasst mich in Frieden!

 

KÜMMEL

(zu Trutz)

Du! Der Fink hat wieder geschleckt!

 

TRUTZ

Topfschlecker!

Und in die Karten guckt er mir auch noch!

 

KÜMMEL

(mustert den Napf)

Bald leer!

 

TRUTZ

(unwillig)

Fritz! komm! geh her!

Schweigen? Lautlos? Still?

Oder sollt’ ich wieder schmeicheln?

 

FRIEDRICH

Hast Du mir zu commandiren?

Wenn ich will, werd’ ich schon kommen!

 

TRUTZ

Hui! Habt lhr’s gehört,

Wie stolz sich Herr Friedel empört!

Ei! Ei! Und nochmals Ei-ei!

Bin ich nicht mehr Euer Haupt,

Dass der Bursch sich das erlaubt?

Bist Du ein freier Herr,

Warum hockst Du dann hier?

 

FRIEDRICH

(verächtlich)

Dass ich Euch nicht längst schon mied!

 

TRUTZ

(springt auf, mit der Faust auf den Tisch gestützt)

Geh nur! Geh!

Holla! Kommt man so?

 

KÜMMEL

Immer Zank!

Wettergranaten!

Trutz! Ruhe!

Seid Ihr missrathen?

Setz Dich, Trutz!

 

FINK

Trutz! Dein ist die Reihe!

Herr! Du lieber Gott,

Den Fritz trifft der Blitz!

 

(Trutz und Friedrich sehen sich unverwandt in’s Auge)

 

FRIEDRICH

Deinen Blick halt’ ich aus!

 

TRUTZ

Und ich den Deinen!

Du Jammergestalt!

 

FRIEDRICH

Unterstehst Du Dich?

 

(Der Napf fällt herunter)

 

TRUTZ

Bengel!

 

KÜMMEL

Trutz! Lass ihn!

 

TRUTZ

Weißt du –

Ich möchte’ nicht vor Dir steh’n,

Wie Du vor mir!

Schmach Dir,

Du eitler Verführer!

 

FRIEDRICH

Nicht zu weit!

 

FINK, KÜMMEL  

Still!

Verfluchte Keilerei!

 

TRUTZ

Eine Maid in’s Elend jagen!

 

FRIEDRICH

Die Du hübsch zu trösten wusstest!

 

TRUTZ

Wie meint er?

 

FRIEDRICH

Ich mein’, dass Herr Trutz

Ihr bot recht holden Schutz!

 

TRUTZ

Das tat ich! War das schlimm?

 

FRIEDRICH

Recht holden Schutz –

So Arm in Arm

Im dunklen Park!

 

TRUTZ

(außer sich)

Ha! Elender!

Jämmerlichster!

Den je ein Weib gebar –

Den je eine Maid geliebt!

Das sagst Du mir?

Der die erbarmungslos Verlor’ne

Aus dem Sündenpfuhl gerettet,

Die der Verführung des Grafen fast erlag

Und durch des Dolches List sich befreite?

Der die Schuld auf sich nahm –

Mich heißt Du den Verführer?

Wehr’ Dich! Schuft!

Einen trifft’s!

 

(Trutz stürzt sich auf Friedrich. Kümmel und Fink springen

dazwischen. In diesem Augenblick öffnet Verena atemlos die

Thüre. Sie sieht sich um und erblickt das Marienbild. Vor

demselben auf die Kniee sinkend ruft sie mit gefaltet

erhobenen Händen das Folgende)

 

VERENA

Ha! Wem ruf’ ich’s zu?

 

FINK

Wer ist da?

 

FRIEDRICH

Verena! Ist sie's wirklich?

 

VERENA

Heilige Mutter

Des heiligsten Sohn’s!

Erhör’ mich! erhöre, ach, meine Angst!

Beim Namen des Heilands

Schwur ich den Eid,

Keinem Lebenden es zu verrathen!

Du bist Göttin!

Und wär’st Du nur ein thönern Bild,

Du Thönerne, tön’ es laut zu Ihnen:

Des Grafen Knechte Rache sinnen!

Verrath! Flammen!

Bald lodert die Scheune in Feuer!

Heilige Mutter! Jungfrau Maria!

 

(Dicker Rauchqualm erfüllt allmählig die Bühne)

 

Ich habe meinen Schwur nicht gebrochen!

Dir ruf’ ich’s, Dir!

Ruf’ Du es Ihnen zu!

 

TRUTZ.

Rette sie, Friedrich!

 

(Friedrich hat gerade Zeit, Verena mit sich zu reißen. Helle

Flammen schlagen auf. In einem Augenblick ist die ganze

Scheune von Feuer erfüllt, das Gebälk sinkt krachend

zusammen. Allmähliches Erlöschen. Der Qualm zerteilt sich;

nur am Boden glimmt es weiter. Das Auge erschaut eine

friedliche weite Mondlandschaft, im Hintergrund ein

Fichtenwald, davor ein von Schilf umgebener Teich. In der

Mitte ein niedtriger Rasenhügel. Man sieht Gestalten

durcheinander jagen verfolgende, fliehende)

 

TRUTZ

(im Hintergrund)

Feiglinge! Haut auf sie los!

 

(Trutz verfolgt den Feind. Von der anderen Seite kommt

Knorz. Friedrich stürzt sich auf ihn. Knorz zieht sein Messer)

 

KNORZ  

(zu Friedrich)

Holla! wir sind bewaffnet.

 

VERENA

(dazwischeneilend)

Friedrich! Du bist verloren!

 

(Der Stich trifft Verena, sie sinkt mit einem Schrei zu Boden)

 

KNORZ  

Da! Da! Für Meineid!

 

(Trutz kommt zurück und jagt Knorz von dannen. Friedrich

und Verena bleiben allein zurück. Er hält sie umschlungen;

ihre Kräfte schwinden; Friedrich legt sie auf den Grashügel

und beugt sich schmerzüberwältigt über sie, belauscht ihr

Herz, den Puls den Atem)

 

FRIEDRICH

Erwache – Mädchen!

Weh! es ist um sie gescheh’n!

Renchen! Holde Maid!

Konnt’ ich’s denn nicht zerreißen,

Des Geschickes trüg’risch Gewebe,

Das mich dies Herz verlassen ließ,

Das mir selbst mich musste entfremden?

Elender!

Du hast sie gemordet!

 

VERENA

(matt sich aufrichtend)

Klage nicht! Nicht Du! Nein! nicht Du!

Gottlob! Nun ist’s vorbei! vorbei!

Friedel! Dein Lied – ist’s verstummt?

Sei munter!

Ich bin es auch –

Ach! Liebster! Musst’ es so kommen?

Nicht weinen! Nein!

Trüb nicht die letzte Weile!

Die lieben Locken Dein –

 

(sterbend)

 

Gieb mir eine –

Leg sie mir hierher –

Hier an mein wundes Herz –

Friedel! Ach!

 

(sie sinkt zurück und stirbt)

 

STIMME DES KOBOLDS

(aus der Höhe)

Erlöst!

Befreit von Irren’s Leiden!

Dank Dir und Heil!

Du arme, arme Maid!

 

DIE ÜBRIGEN KOBOLDE.

Glücklich Seelchen! Heil und frei!

Ach! würd’ uns bald dein Loos zu Teil!

 

(Ein Tautropfen fällt Verena auf die

Stirne, erglänzend wie jener Stein)

 

Der Vorhang fällt langsam

 

(*)Galgenmännchen is the name of a goblin conceived

in the union of a hanged man's sperm with the grass. The

other goblins taunt him, "your father the gallows, your

mother the grass". Folk-lore attributes his origins to the

root of the mandrake. Mandrake is the name of one of the

goblins, as well as the personification of a stifling

nightmare, Mar.

 

ACTO PRIMERO

 

 

Escena Primera

 

(Se abre el telón.

Una densa niebla cubre el escenario, por lo que el mismo es inicialmente

irreconocible para el espectador. Diminutas figuras, algunas volando,

zumban alrededor. Son los duendes quienes se abren paso hacia una figura

apenas visible, perceptible sólo a través de su camisa blanca, Verena, que

está sentada frente a la posada, inclinada sobre la mesa, dormida. Se

desarrolla una disputa entre los duendes por la muchacha. Todos quieren

susurrarle al oído las quejas de su sufrimiento. A duras penas uno de ellos,

Seelchen, logra imponerse a los demás)

 

SEELCHEN (el duende)

(el cantante invisible al público, que interpreta

al duende, debe estar oculto muy cerca de Verena)

¡Fuera de aquí!

¡Multitud ociosa!

¡Dejadla en paz,

que ella no está destinada a vosotros!

¡La pesadilla más horrible

la está obligando a soñar!

¡Fuera del vallado!

Trud y Alraun,

¡rápido, daos prisa,

trabajad dentro de la casa

que todo está patas arriba!

Esconded todo en el rincón,

o su madre le regañará.

¡Ponedlo todo en su lugar!

¡La madre os lo agradecerá!

Sombreritos, guantes, botas... ¡moveos!

¡Apresuraos, antes que la noche

se desvanezca pálida y lánguida

y el Rey del Cielo se levante!

¡Fuera de aquí!

¡No os acerquéis a ella,

a la que he elegido yo!

¡Lo que pedimos,

no lo obtendremos de ella!

¡La calma, oh,

y la paz mental

y el final de nuestro errar incesante!

 

(Los duendes se meten en la casa)

(Seelchen se acerca más a Verena)

 

Escúchame, Verena,

¡Escucha mis lamentos!

¡Deja que me aferre a ti,

oh bella muchacha!

¡Sólo tú

puedes librarme

del humillante tormento!

¿No lo harás?

¡Oh!

¿Eres sorda a mi lamento?

¡Oh, ten piedad!

¡Sálvame!

 

VERENA

(soñando)

¡Déjame!

 

SEELCHEN

¿Te niegas, te niegas?

¿Eres tan mala y tonta,

que sólo aumentas la tristeza y el dolor

de nuestros corazones?

 

VERENA

¡Vete!

 

SEELCHEN

Mis lamentos

no pueden conmoverte,

 

VERENA

¡Ay, déjame en paz!

 

SEELCHEN

¿Alguna vez me darás

un rayo de esperanza?

 

VERENA

(gimiendo)

¡Ay!

 

SEELCHEN

Si fueras al sótano por la noche,

¡ten cuidado, pues me verías en persona!

Si eres valiente

y no le temes a la sangre,

¡dos cuchillos me abrieron el pecho!

Si fueras tan valiente como para sacarlos

¡terminarías con mi sufrimiento,

terminarías con el horror!

Mi sangre está congelada,

¡y cómo duele!

¿Quién me apuñaló con el acero?

 

VERENA

¡Ay!

 

SEELCHEN

¿Quién me destrozó?

¡Ay de mí! ¡Qué dolor!

 

VERENA

¡Déjame ya!

 

SEELCHEN

¡No veo el final!

 

VERENA

¿Qué es lo que quieres?

 

SEELCHEN

Sólo una persona en la tierra

puede darme la paz.

 

(los duendes salen de la casa)

 

¿Ya habéis terminado?

¡Alejaos de aquí!

El pálido amanecer

está llegando.

 

(los duendes se dispersan. Poco

a poco comienza a amanecer)

 

¡Escúchame, Verena,

oye mis lamentos!

Y si me eres fiel,

disfrutarás de un regalo.

¡Aquí!

¡Esta piedra es tuya!

¡Tuya!

¡Cuídala y protege su brillo!

¡Pero detén mis penurias!

 

VERENA

¡Ah!

 

SEELCHEN

¡Ayúdame a salir de esta angustia!

Cura mis penas.

Sólo anhelo una cosa:

¡paz en la muerte!

 

(A la luz del amanecer se percibe el contorno de la figura

de Ekhart, que quiere despertar a Verena de su sueño)

 

EKHART

¡Verena, niña, despierta!

¡Estás soñando! ¡Tienes un mal sueño!

¡Despierta, despierta!

¡Niña! ¡Es sólo un sueño!

¡Despierta! ¡Levántate!

 

VERENA

¡Déjame!

¡Cállate, cállate! ¡No me atormentes!

¡Ay, déjame!

¡Déjame! ¡Déjame! ¡Ay de mí!

¡Ay, no quiero!

¡Vete, torturador!

¡Déjame! ¡Vete! ¡No quiero! ¡No!

 

SEELCHEN

¡Verena!

¡Despierta! ¡despierta!

¡Escúchame!

¡Verena!

¡Escúchame!

¿Vamos? ¡Oh, Dios!

¿No quieres despertarte? ¡Verena!

 

Escena Segunda

 

(Verena se despierta con un profundo suspiro.

Se incorpora sin saber dónde está.)

 

VERENA

¡Ah!

 

EKHART

¡Niña, despierta!

 

(mira con lástima a Verena, que está

mirando fijamente frente a ella)

 

¿Es esta tu cama?

¿Por qué no estás en tu habitación?

¡Estás descalza

y la noche es fría y húmeda!

 

VERENA

(frotándose los ojos)

Estaba todo tan negro...

¡Por eso me he despertado!

¡Una pesadilla estúpida!

No se lo digas a mi madre.

 

(Quiere entrar a la casa. Su mirada cae

sobre la piedra que está sobre la mesa)

 

¿Qué es eso de ahí, lo que brilla?

¿Irradia destellos?

¡La piedra!

 

EKHART

¡Hoy es tu cumpleaños!

 

(Amanece completamente)

 

¡Sonríe muchacha! ¡Sonríe!

¡Mira cómo todo brilla a tu alrededor!

¡Despierta a la luz! ¡Despierta!

La noche y la niebla se desvanecen.

¡Las fragancias y las brisas

flotan sonrientes!

El sol quiere que sea verano

y ha enviado a un anciano de una cueva lejana

para ser testigo de la alegría que reina aquí;

la ha dado un hermoso regalo para ti.

¡Querida niña debes estar alegre!

¡Vuélvete a la luz, mi pequeña Verena!

¡El dichoso sol lo quiere así!

Cuando todo florece y brota y despierta:

¡el sol quiere que la doncella también ría!

 

VERENA

(apasionadamente)

¡Querido anciano!

¡Mi magnífico Ekhart!

¿Todavía me amas?

¿Todavía no me has olvidado?

¡Te has ido por tanto tiempo

que no puedo recordar cuándo te marchaste!

¿Pensaste que estaba triste

y por eso has venido hasta aquí

atravesando el bosque

en plena noche?

Me siento tan bien

cuando estás cerca de mí,

¡es como si fueras mi padre!

Ahora dime: ¡la piedra!

¿Qué significa su luz?

¿Es realmente mía?

Nunca he visto una así.

¡Brilla mágicamente

y con sus colores

pinta secretos!

¿Entiendo lo que quiere decir?

¿Merezco tal premio?

Dime, donante,

¿se supone que es para mí?

 

EKHART

Verena, dime la verdad:

¿realmente lo amas?

 

VERENA

¿A quién?

 

EKHART

A Federico.

 

VERENA

¿Cómo lo sabes?

 

EKHART

Me lo imaginaba.

Pero dímelo tú:

¿lo amas?

 

(Verena asiente dubitativamente)

 

¿Realmente lo amas?

 

(Vuelve a asentir)

 

¿Tanto, que crees

que no podrías vivir

sin su amor?

 

(baja la mirada; luego mira a

Ekhart a los ojos con confianza)

 

EKHART

Entonces, no dudes

en llevar contigo la piedra.

Guárdala y protégela de la envidia,

pues su pérdida convertiría la alegría en tristeza.

Se ha lanzado un hechizo sobre la piedra,

que oculta secretos

conocidos sólo por unos pocos.

 

(algo vacilante)

 

Si la llevas, aquello que más amas

quedará ligado a ti para siempre por su magia.

 

VERENA

(sorprendida)

¿Podrá ser infiel?

¿Federico ya no me es fiel?

 

(observa la piedra)

 

¡No, no!

¡Malvada piedra!

¡No generes dudas!

¡No asustes a mi corazón!

¡No te necesito!

¡No quiero nada de ti!

 

(Vuelve a poner la piedra en la mesa)

 

¡Pero todavía su belleza

me tienta irresistiblemente!

Una mano invisible

me atrae hacia esa luz.

¡La agarro! ¡La agarro!

¡Y aunque me traiga sufrimiento,

no la dejaré!

Su resplandor mágico

me revelará secretos.

¡El sol la ha dado

y el sol siempre trae felicidad!

 

Escena Tercera

 

(Gertrud entra por la puerta. Cuando Verena ve

a su madre, rápidamente esconde la piedra)

 

GERTRUD

¡Vaya, vaya! ¡Qué me parta un rayo!

¡En camisón y descalza!

¿Qué haces aquí tan temprano?

 

EKHART

¡Déjala tranquila, no la molestes!

La acabo de despertar.

 

GERTRUD

¡Bien hecho, anciano! ¡Bien hecho!

Eres justo lo que necesito.

 

(a Verena)

 

¡Y la casa probablemente

estará hecha un desastre!

 

VERENA

(temerosa)

He limpiado todo.

 

GERTRUD

Voy a comprobarlo...

 

(regresa a la casa)

 

VERENA

(aferrándose a Ekhart)

¡Pobre de mí! ¡Mentí!

Dejé todo hecho un desastre.

Los platos en el suelo

¡y una montaña de ropa sucia!

 

(se vuelve)

 

¡Oh, siempre me regaña1

¿Cuándo he hecho yo algo bueno?

 

GERTRUD

(regresando)

Puedes sentirte feliz niña,

pues si no se hubiera limpiado todo...

 

(Hace un gesto amenazante

y luego se pone a barrer)

 

VERENA

(De pie, aturdida, mira inquisitivamente a Ekhart)

¡Apenas me atrevo a creerlo!

¿Será verdad?

 

GERTRUD

(mientras trabaja)

¡Entra en la casa!

¡No te demores!

¡Vístete y prepárate para trabajar!

 

(Muy indecisa, Verena regresa a la casa.

Mira tímidamente a su madre y a Ekhart,

que se ha sentado a la mesa pensativo)

 

Escena Cuarta

 

GERTRUD

(mientras sigue trabajando

se vuelve hacia Ekhart)

¿Así que estás de nuevo por aquí?

 

EKHART

Hoy es un día especial.

 

GERTRUD

¡Oh, santo cielo!

¡Ya estoy harta

de esos actores ambulantes!

 

EKHART

No es eso...

Es que hoy es el cumpleaños de Verena.

 

GERTRUD

¿Ter has acordado?

¿Por eso has salido de tu cueva?

¿Tanto la amas?

 

EKHART

¡Y a quién no le gustaría ser amable con ella!

 

GERTRUD

¡Eres realmente un bicho raro y tonto!

 

(Quiere seguir trabajando, pero de repente

se detiene. Evita la mirada de Ekhart e

indiferente dice:)

 

¡Hoy hace buen tiempo!

Me alegro por mi bodega.

¡Pero lo siento por los comediantes!

¡Y por la pareja de vagabundos!

¡Esos que se hacen llamar artistas!

¡Una banda de sucios borrachos!

¡Tú eres realmente único en tu clase!

¡Sólo miras y callas!

¿Quieres algo?

 

EKHART

¿Yo?

 

GERTRUD

Entonces ¿por qué estás agachado ahí?

 

EKHART

Si quieres me voy...

 

GERTRUD

¡No, no, quédate, quédate!

No te soporto pero quédate,

quédate.

 

(Pausa, Gertrud quiere seguir trabajando,

pero se queda pensando y le dice a Ekhart

con dureza:)

 

¿Por qué la llamaste?

 

EKHART

¡Ella ya estaba aquí afuera!

 

GERTRUD

(alterada)

¿Qué? ¿Aquí?

 

EKHART

Estaba durmiendo aquí, en la mesa.

 

GERTRUD

¿Ha pasado toda la noche fuera?

 

EKHART

(mirándola seriamente)

Estaba hablando en sueños.

 

(Gertrud permanece inmóvil, sin mirarlo)

 

Tu hija no está bien.

 

GERTRUD

(con indiferencia)

¿Qué tiene?

 

EKHART

Sueños inquietantes

y pesadillas.

 

GERTRUD

(inquieta)

¿Pudiste escuchar lo que decía?

 

EKHART

Gemía y suspiraba.

 

GERTRUD

(con forzada seriedad)

¿Gemidos y suspiros?

¡Eso es por su estómago!

Ayer debió de comer algo pesado.

Yo misma también sufrí las consecuencias:

¡sueños tumultuosos y pesadillas!

 

(con rudeza)

 

¿Nada más? ¿Eh?

¡Pues que Dios te acompañe!

¡Buenos días! ¡Adiós!

 

(Ekhart se levanta y se va. Gertrud va a entrar en la casa,

pero se queda inmóvil, apartada de Ekhart. Gertrud, muy

conmocionada, quiere correr tras de él)

 

GERTRUD

¡Ekhart!

¿Ha desaparecido?

¡Ekhart! ¡Ekhart!

¡Quédate aquí!

 

(se escucha la voz de Federico desde el valle)

 

Escena Quinta

 

FEDERICO  

¡Ay, brisa, ay,

lleva mi canción hasta las alturas!

 

GERTRUD

¡Oh, Dios, viene canturreando!

 

(baja por la derecha al sótano)

 

FEDERICO

Susurrarle al oído:

"Muchacha, ¿eres mía?"

También puedes besar su boca

deteniéndote en sus dulces labios.

Cuéntale de mi sufrimiento.

¡Amarla me está rompiendo el corazón!

 

(Verena se queda escuchando en la puerta)

 

Escucha atentamente,

comprueba si ella confía en ti.

¡Y no te pierdas ni una pequeña sílaba,

si ella hablara de amor!

¡Vuelve entonces

y anúnciame mi felicidad!

¡Suave brisa, sé mi amable mensajera,

el amor merece ese esfuerzo!

 

VERENA

(corriendo hacia él)

Su canción resuena en mis oídos.

Su saludo me trae alegría.

 

(Federico aparece por el fondo)

 

FEDERICO

¡Ahí está, la encantadora doncella!

 

VERENA

(ella le tiende la mano cariñosamente)

¡Mi Federico, estás aquí!

¿Finalmente llegaste?

 

FEDERICO

Mi pequeña Verena,

mi cariño, mi amor, ¡te saludo!

¡Feliz cumpleaños!

Tu amigo te obsequia

esta cadenita.

Ponla alrededor de tu cuello.

Deberías llevarla,

mi niña, como prenda

de que nada en la tierra

podrá opacar mi amor.

 

VERENA

¡Gracias, querido mío!

¿Cómo lo adivinaste?

En ella colgaré la piedra

y no se extraviará.

 

FEDERICO

¿Qué piedra?

 

VERENA

¡Oh Dios! ¡Se suponía

que no debía decir nada!

Pero puedes mirarla.

¡Te la muestro! ¡Mírala! ¡Qué hermosa!

¡Es el orgulloso adorno de una doncella!

¡Y, oh, cómo se combinan!

¡Qué fuerte se entrelazan!

¡Sí, sí! ¡Esta piedra,

mi Federico, es muy delicada!

Ojalá supieras lo que yo sé,

pero no te lo diré, amigo mío.

¡Quién podría pagar el precio

para hacerme renunciar a ella!

 

FEDERICO

Se ve muy bonita

¿Posee un hechizo mágico?

 

VERENA

¿Quién puede ser tan curioso?

¡Preguntas, lo que no tiene respuesta!

¡Sentirás su dolor,

si alguna vez algo se interpone!

 

FEDERICO

¡Enigma! ¿Quién podría entenderlo?

 

VERENA

¿Me amas?

 

FEDERICO

¿Por qué esa pregunta?

¿Quieres aún más palabras?

¿No te lo he dicho?

¿No escuchaste mi canción?

¿O estabas demasiado cansada?

Mira como mi mano estrecha tiernamente la tuya,

¿estoy mintiendo acaso? ¿Soy malicioso?

¿Qué pasa contigo? ¡Muchacha!

 

VERENA

Tus queridos rizos...

¡Quiero despeinarlos!

¡Pero Trutz es más guapo que tú!

 

FEDERICO

¡Verena puede seguir bromeando,

como si eso pudiera molestarme!

 

VERENA

Yo también lo quiero mucho y...

 

FEDERICO

(interrumpiéndola)

¡Te amo mucho más

cuanto más te burlas de mí!

 

VERENA

¡Trutz no se enamora fácilmente de las chicas!

¡Pero cuando lo hace, lo hace perdidamente!

 

FEDERICO

¿De verdad crees

que me puedes poner celoso?

 

VERENA

¡Y el Señor Conde!

 

FEDERICO

¿De dónde lo conoces?

 

VERENA

¡Ya ha pasado dos veces por aquí!

 

FEDERICO

¡Trutz y el Conde, el Conde y Trutz!

¿De qué nos sirven ahora?

 

VERENA

(riendo)

¡Ya te atrapé de nuevo!

¡Estás rojo de rabia!

¡Niño tonto!

¡Mira cómo te llevo de las narices!

 

FEDERICO

¡Pequeña Verena!

 

(él la abraza y enreda su mano con

los cabellos que caen libremente)

 

VERENA

¡Ay! ¡Mi pelo!

¡Lo enredas, me lo vas a arrancar!

 

(enfadada)

 

¡Mira lo que hiciste!

¡Eres demasiado atrevido!

 

FEDERICO

(cariñoso)

¿Atrevido?

¡Ven aquí! ¡Lo trenzaré muy bien!

 

VERENA

¡Federico, pequeño inocente!

¿Sabes hacer trenzas?

¿Sí? Bien, entonces. Veamos.

Me sentaré aquí.

Aquí hay una pequeña cinta;

y algunos peines.

¡Adelante, maestro!

Y mientras estás trabajando,

para que por fin la aprenda,

canta frase por frase,

tu canción dedicada a mí!

 

FEDERICO

(mientras le trenza el pelo, canta)

¡Sopla, suave brisa,

eleva mi canción hasta el cielo!

Susúrrale al oído:

"Muchacha, ¿eres mía?"

¡También puedes besar su boca

y acariciar sus dulcísimos labios!

Cuéntale mi dolor:

¡amarla me romperá el corazón!

 

VERENA

¿Elevar tu canción al cielo?

¿Tuya? ¿La-la-la-la-la-la?

La la, la, la, la. ¡Ay, ay!

¿Tu dolor?

¡Mira lo bien que puedo cantar!

¡Si quieres que aprecie tu canto,

amigo,

no debes tirarme del pelo así!

¡Picoteas como un cuervo!

¡Ay! ¡Eso duele! ¡Ay!

 

FEDERICO.

¡Espera! Escucha atentamente

para ver si ella confía en ti.

¡Y no te pierdas ni una sílaba

si habla de amor!

¡Entonces, vuelve y cuéntame mi futuro feliz!

¡Brisa, sé mi mensajera!

Serás recompensada con la bondad del amor

 

VERENA

(Agarra su cabellera y se pone de pie rápidamente

¡Cielos! ¡Lo siento mucho!

 

(Verena trata de entrar corriendo

a la casa, Federico la detiene)

 

FEDERICO

¡No! ¡Quédate aquí!

 

VERENA

¡Vamos! ¡Déjame!

 

FEDERICO

¡No! ¡Tienes que quedarte!

 

VERENA

¡Déjame! ¡Viene mi madre!

 

FEDERICO

¡Dame mi recompensa! ¡Un beso!

 

VERENA

¡Como agradecimiento

por una cabellera tan bien anudada!

 

(Verena se desprende de él, entra corriendo

en la casa y cierra la puerta tras de ella)

 

FEDERICO

Pequeña, quiero entrar. ¡Abre!

 

(golpea la puerta)

 

¡Déjame entrar!

 

(por el fondo aparece Kümmel, cargado de herramientas

para empezar a preparar el escenario. Cuando ve a Federico,

se vuelve rápidamente para llamar a sus amigos. Federico

golpea más y más fuerte)

 

¡Rápido! ¡O derribaré la puerta!

¡Abre! ¡Verena!

¡Malvada! ¡Abre!

 

(Verena abre una ventana en el piso de arriba)

 

VERENA

Federico, ¿me amas?

 

(cierra rápidamente la ventana)

 

FEDERICO

¡Pequeña, me vuelves loco!

 

VERENA

(abre la ventana de nuevo)

¡Mi Federico! ¿Me amas?

 

(cierra la ventana rápidamente)

 

FEDERICO

¡Espera! ¡Abre!

 

(Agarra una escalera, la apoya contra la

casa y sube. Trutz, Kümmel y Fink se ubican

detrás de un arbusto y observan)

 

FEDERICO

(De pie, en la ventana)

¡Espera! ¡Espera! ¡Espera!

 

(Los tres "marginados" dan un paso adelante,

se preparan y cantan a pleno pulmón)

 

Escena Sexta

 

FINK, TRUTZ, KUEMMEL

¡Si! Alegre y feliz por la escalera de la vida,

sigue subiendo, hombre.

Abajo, insípida y pálida,

la Tierra es vieja y gris.

Arriba, en la cima de la escalera, sin embargo,

algo querido y alegre brilla sobre nosotros.

¡Sube, sin inmutarte!

No tropieces con los peldaños tambaleantes.

¿No hay algo esperándote?

¡El dulce beso de una niña!

 

(se ríen a carcajadas de Federico, que todavía

está sobre la escalera. Fink y Kümmel sacuden la

escalera; Federico logra bajar con gran dificultad)

 

FEDERICO

(enfadado)

¿Qué queréis? ¡Estaba recogiendo hojas!

 

TRUTZ

(sonriendo con sorna)

¿Recogiendo hojas? Con todo respeto,

de repente me he quedado sordo.

Baco ama mucho esas hojas,

siempre las tiene alrededor de su cabeza.

Las hojas deben hacerle cosquillas en la frente,

para advertirle en caso de que su mente se ponga sobria.

¡Así que toma la copa de jugo de uva

con el doble de fuerza!

¡Sólo un trago!

¡Todo de un trago poderoso!

¡Copa vacía!

¡Vientre pesado!

¡Y rodea cálidamente con su brazo

el cuerpo de la ninfa!

 

(Fink y Kümmel se han puesto a montar el escenario.

Federico deja la escalera a un lado. Trutz se ríe de él)

 

TRUTZ

(acariciando la cabeza de Federico, que lo rechaza)

¡Federico, dulce amante!

¡Macho cariñoso y dulce!

¡Violín susurrante!

¡Jarra de leche hirviendo!

¡Siempre tras las muchachas!

¡Rey de Corazones!

¡Siempre tejiendo telarañas de amor!

 

(enérgico)

 

¡Ponte a trabajar!

¡Aléjate de ahí!

¡Pequeño tonto

atrapado por el espejismo del amor!

 

(Trutz se vuelve hacia los demás. Cuelga el telón

mientras Kümmel y Fink cortan tablas para sostener

los decorados. Se oye un fuerte golpe desde el sótano

de la bodega. Trutz y sus compañeros interrumpen el

trabajo y escuchan; luego se apresuran y tratan de

agarrar un barril de las manos de Gertrud, que lucha

laboriosamente por subirlo. Trutz lo levanta sobre sus

hombros y lo lleva cerca de la posada, donde él y los

demás se dedican diligentemente a “probar” el vino)

 

FINK

¡Ah!

 

TRUTZ

¡Escuchad!

 

KUMMEL

¡Es un sonido mortal!

 

FINK

¡La Sra. Gertrud está haciendo rodar un barril de cerveza!

 

FINK, TRUTZ, KÜMMEL

¡Yippe! ¡Hurra!

 

FINK

¡Agárralo!

 

TRUTZ

¡Cuidado!

 

GERTRUD

¡Aléjate de aquí! ¿Quieres?

 

TRUTZ

¡Ay, alma mía!

¡Garganta seca!

 

GERTRUD

¡Raza sin Dios!

¡Terminaréis en la corte de justicia!

 

(Consiguen abrir el barril)

 

FINK, TRUTZ, KUMMEL

¡Bravo!

 

(Kümmel y Fink traen vasos)

 

TRUTZ.

¡Aquí están los vasos!

 

FINK, TRUTZ, KÜMMEL

¡Salud! ¡Salud a la Madre Gertrudis!

¡La - la - la - la - la - la - la!

 

GERTRUD

Calma

 

TRUTZ

¡Ay, madre gruñona!

Se buena.

¡Tú no serías la mujer para mí!

 

(tiernamente)

 

¡Ay, Käthe!

 

FINK

(a Kummel, en voz baja)

Ahora se pondrá sentimental.

 

TRUTZ

¡Cómo tengo que elogiar a Kate,

ella nunca me hace sufrir!

No importa lo tarde que llegue,

¡nunca me regaña!

¡Sólo vuelvo a ella

una vez al año!

¡Ocho días de breve felicidad,

somos una pareja de enamorados!

Luego, sigo deambulando,

“Adiós”, dice ella, “Adiós” digo yo.

¡Nos besamos con todas nuestras fuerzas!

¡Ninguna pelea que cause sufrimiento y aflicción!

Al cabo de un año vuelvo a casa de nuevo

y compruebo que la cigüeña nos ha hecho una visita.

¿Y sabéis lo que me saluda desafiante?

Una cosita que por el suelo gatea y me llama: ¡Papá!

 

(Varias personas, en su mayoría jóvenes de ambos

sexos, se han reunido alrededor de los comediantes)

 

FINK, KÜMMEL

¡Tra la la la la la la la!

 

GERTRUD

(en la pileta de lavar ropa)

¡Deja de cantar esa canción eterna!

 

TRUTZ

¡Se acabará pronto!

¡No más imposiciones ni preocupaciones!

¡Escuchad esta noticia!

 

(a las muchachas de su alrededor)

 

Se rumorea que el conde...

 

ALDEANOS

¿El conde? ¿Cuál conde? ¿Dónde?

 

TRUTZ

¡Cómo os agitáis al nombrarlo!

¡Si tan solo fuera cierto que viniera de verdad!

El Conde y la Condesa,

aficionados a las artes,

mientras cabalgaban por la ciudad,

nos vieron actuar en el mercado

interpretando nuestra canción y bailes.

 

(Le guiña un ojo a Federico)

 

¡Encantados por nuestro arte,

le hicieron un favor especial a uno de nosotros!

¡Y que el joven rubio, siempre enamorado,

hace magia en los corazones tiernos!

 

UNA MUCHACHA

¿A quién? ¿A él? ¿Él?

 

TRUTZ

Ayer por la tarde alguien me dijo

que el Conde y la Condesa

de camino al castillo

vendrían aquí con su séquito.

¡Pensad cómo sería si vinieran

y nos llevaran con ellos al castillo!

¡Oh, tiempo

de júbilo y alegría doblemente gozosa!

 

UNA MUJER

(Interrumpiendo a Trutz)

¿Un conde? ¿Un verdadero conde?

 

TRUTZ

(encogiéndose de hombros)

¡Sí! ¿Y qué’

¿Quién resolvió el enigma?

A su padre lo llamaban el "Falso Conde ".

 

(misteriosamente)

 

Escuché que el legendario enano Rey Laurin,

en la oscuridad de la noche,

al foso de la mina se llevó el secreto

de los maravillosos tesoros de oro.

Eran conocidos como los “amigos del enano”,

los que, Dios sabe cómo,

los juntaban y compactaban

haciendo lingotes de oro.

 

(Las personas de su entorno se miran entre sí con asombro,

pues no entienden nada de las insinuaciones de Trutz)

 

UNA MUJER

¿Puedes entender algo?

 

TRUTZ

¡El dinero es el precio

de todos los poderes terrenales!

¡El gran emperador de Córcega lo sabe bien!

El guardián de las minas

lo ayuda a superar sus problemas económicos;

con gusto le presta los lingotes de oro.

Y agradecido, el emperador,

le otorga grandes honores.

 

UNA MUJER

¿Y la Condesa?

 

TRUTZ

Ella sí parece ser genuinamente noble.

Escuché que su árbol genealógico

no está nada mal.

Su padre, lamentablemente, tuvo muchas

dificultades y se endeudó muchísimo;

no tuvo otra salida

que encontrar nuevas fuentes de dinero.

"El Falso Conde" se mostró ansioso por ayudar

y con gusto pagó las deudas.

 

(irónicamente)

 

Y como contrapartida, el joven conde

puede casarse con la condesita.

 

UNA MUJER

(enfervorizada)

¿A pesar de que su padre era un hechicero?

 

TRUTZ

¿He dicho yo eso?

 

(en voz baja)

 

E incluso si fuera cierto,

¿debe el hijo pagar por las culpas de su padre?

 

(para sí)

 

No me gustaría estar en su lugar.

¿De qué sirve el oro cuando llega a tus manos

cargado de sangre, sudor y lágrimas?

 

UNA MUJER

(dirigiéndose a los demás)

Ahí tenéis ¡Siempre he dicho

que hay brujos por todos lados!

 

TRUTZ

(animado)

¡A eso me refiero!

¡El mundo no está libre

de la magia y maldad!

Del Mutante, bufón del diablo,

y de los ahorcados también, que,

según se dice,

a menudo perturban la paz.

 

(con un cambio repentino, bruscamente)

 

¿Os quedáis mirando boquiabiertos?

¡Os voy a decir algo!

¡Poneos a trabajar ya!

 

(arrastra a Federico con él)

 

(Trutz se da vuelta y vuelve a trabajar con sus compañeros.

La gente comienza a dispersarse poco a poco, sólo unos

pocos niños se quedan observando atentos. Verena ha salido

durante esta última escena. Ella se mantiene ocupada. Federico

quiere acercarse a ella. Ella le advierte que su madre, que está

trabajando en el lavadero, la está observando)

 

GERTRUD

(a Verena)

¡Entra en la casa!

¡El fuego se está apagando!

 

VERENA

¡Quiero distraerme!

¡Haz el favor, sé amable por una vez!

¿Por qué siempre eres brusca conmigo?

¿Te he hecho algún daño?

Sólo dime, no me soportas, ¿verdad?

¿Qué puedo hacer para cambiar esta situación?

 

(acercándose mucho a su madre)

 

¡Di algo, madre!

Sé buena, ¡madre!

¡Sé buena nuevamente!

Mira mis ojos.

¿Qué tienes contra mí?

 

(mira a su madre a los ojos, temerosa)

 

¿Qué? ¿Madre?

¿Qué ocurre?

Tus ojos están húmedos.

¡Madre! ¿Estás llorando?

 

(Gertrud se aleja un poco. Verena mira

a su madre atentamente. Trutz la observa)

 

TRUTZ

¡Ven, ven aquí!

Déjala que

refunfuñe y gruña,

déjala fregar

y encender el fuego.

¡Deja de trabajar tanto!

 

(se acerca un poco a ella)

 

Pequeña, ¿no quieres venir con nosotros?

¿A tocar el violín, bailar, actuar, cantar

y a agitar nuestro estandarte de la alegría?

 

KÜMMEL  

¿Sabes cantar?

 

TRUTZ

¿Tocas el violín o la flauta?

 

FINK

¿Puedes hacer mímica,

cantar o tocar la lira?

 

TRUTZ

No te hagas la tonta.

Una boquita así no es muda.

 

VERENA

¡Sólo sé cantar una canción!

 

TRUTZ

¿A ver?

 

VERENA

No es alegre.

 

TRUTZ

¡No importa! ¡Adelante, canta!

Veremos si puedes trabajar con nosotros.

 

(Verena se ubica en el centro de la escena)

 

VERENA

Escuché el canto de un pájaro,

nunca había oído nada tan hermoso.

Era como si de su pecho estallara

la gozosa canción.

Resonó por el mundo

el dolor y la alegría del amor.

¡Oh pajarito, dime! ¿Qué cantas hoy

que colma completamente mi alma?

 

FEDERICO

El trinar suena encantador.

¿Pudiste entenderlo?

 

FINK

Pocas veces se puede entender

lo que expresa un pajarito desde la rama.

 

VERENA

“Alégrate de no ser un pajarito”,

gritaba desde el follaje,

“que se arrepiente de su canto,

porque tu corazón está sordo.

Hay una razón por la cual

mi canción no llega a tu corazón.

Ven aquí y mira hacia arriba.

¡Aquí estoy, prisionero!"

 

FEDERICO, FINK, TRUTZ, KÜMMEL

Me temo que tu canción nos causará problemas.

No es nada alegre.

Tus ojos están muy tristes.

¿Qué pasó con el animal?

 

VERENA

¡Ay, me invadió la pena!

Vi que había sido cegado.

No había regocijo, sólo el sonido

de la nostalgia brotaba de su pecho.

Con el fin de atraer a sus hermanos,

como presa fácil de los malvados cazadores,

debe permanecer prisionero,

allí, despojado de su visión.

 

TRUTZ

¡Oh, pequeña! ¡Qué cosa más triste!

Si tu canción cuenta la verdad, entonces,

el canto suena más hermoso en aquel

cuyo pecho es desgarrado por la nostalgia.

 

(Verena se queda mirando con nostalgia al frente)

 

FEDERICO

¿Por qué tanta tristeza?

 

FINK

Si cantas eso,

el público se alejará de nosotros.

 

(Verena, para ocultar su estado de ánimo,

presa de un repentino entusiasmo, se

apresura a entrar en la casa)

 

KÜMMEL  

¡Ay, ay!

 

FEDERICO

¡Bribón!

¿Quién sería merecedor de ella? ¡Verena!

 

TRUTZ

Eso mismo que pienso yo. No conozco a nadie

lo suficientemente bueno como para ella.

 

(Federico mira con enojo a Trutz)

 

¡Y menos tú!

 

FEDERICO

(violento)

¿Quieres burlarte de mí?

 

TRUTZ

(reflexivo)

¡Tranquilo, muchacho!

 

(Se acerca a Federico)

 

Dime:

¿cuántas hubo antes que ella?

 

(Federico hace un violento gesto defensivo)

 

En cada pueblo una chica,

y a cada una le juraste

apasionadamente:

“Querida, eres mi único amor, tú”.

 

FEDERICO

(poniéndose de pie)

¡Trutz!

 

TRUTZ

¡Fritz!

¿Puedes hablar en serio?

 

FEDERICO

(con entusiasmo)

¡Estoy hablando en serio!

Tan seguro como que estoy frente a ti.

Y para que me creas,

hoy mismo le pediré matrimonio.

 

(Trutz le hace señas a Gertrud para que se acerque)

 

TRUTZ

¡Señora Gertrud! ¡Señora del mal humor!

Friedel quiere decirle algo. ¡escuche!

 

(Gertrud sale por la puerta principal)

 

FEDERICO

(tímidamente)

Sra. Gertrud. ¿cómo decirlo?

Su hija, Verena,

quiero que sea mía.

 

GERTRUD

¿Tuya? ¿Verena?

¿Te volviste loco?

 

Escena Séptima

 

(Kümmel y Fink se ríen. En este momento se oyen

trompetas y el restallar de látigos desde el valle.

 

KÜMMEL, FINK, TRUTZ

¡Escuchad! ¿Qué? ¿Serán ellos?

 

FINK

¡Dios lo sabe!

¡Es el Conde!

¡Aquí viene! ¡Adelante!

¡Ahí abajo! ¡Mirad!

¡Mirad los carruajes!

¡El Conde y la Condesa!

 

TRUTZ.

¡Con todo su séquito!

 

FINK.

¡Gusanos y parásitos!

 

ALDEANOS

¡Mirad!

¡Los cocheros vestidos de rojo!

¡Ya están bajando!

¡Vienen hacia aquí!

¡Niños, recoged algunas flores!

 

FINK, TRUTZ, KÜMMEL

¡Vienen a ver nuestra representación!

 

ALDEANOS

¡Ceded el paso!

¡Despejad el lugar!

¡Esperad, bribones!

¡Paso!

 

(El Conde, la Condesa, damas y caballeros

aparecen por el fondo después de que los

sirvientes, con canastas de comida, se

apresuraran a anunciar la llegada de sus amos.

Los campesinos, admirados, vitorean alegres a

los recién llegados, que aceptan el homenaje con

condescendiente amabilidad)

 

CONDESA

(mirando a su alrededor)

¡Lindo lugar!

 

(a Jeannette)

 

¡Pongámonos cómodos, allí, en el césped!

Descansaremos un poco…

¡Este aire es maravilloso!

 

UN CORTESANO

Sí, el aroma de los fertilizantes,

el perfume de los agricultores...

 

CONDESA

(riendo)

¡Pfui!

 

JEANETTE

(Siguiendo a la condesa y señalando

discretamente a Federico)

¡Condesa! ¡Mirad! ¡Ahí está!

¡Decidme! ¿Lo habéis pensado bien?

¿Debo llamarlo?

 

CONDESA

¡Todavía no!

 

(va de un lado a otro)

 

CONDE

¡Mirad, ahí! ¡Un teatro! ¡Y ahí!

¡Los actores!

 

CONDESA

Igual que la última vez.

 

CONDE

¡Sí, son los mismos!

 

(mira interrogativamente a la Condesa)

 

¿Una coincidencia?

 

TRUTZ

(da un paso adelante y se inclina)

El carro de Tespis (escenario), recién construido,

señora, se ilumina para vos.

 

(presenta a sus compañeros)

 

¡El señor Fink y el señor Kummel,

que lamentablemente rima con desvergonzado!

Allí, en cambio, languidece el joven Friedel,

¡siempre enamorado y tocando el violín!

 

(La Condesa se vuelve hacia Federico, que está de pie

a la izquierda, mientras el Conde sigue hablando con Trutz)

 

CONDESA

¡Hace poco nos deleitó con su canción!

 

(Federico la mira, pero rápidamente baja vista)

 

¿Cuál era? Una canción muy antigua...

 

JEANETTE

¡Oh, sí, sonaba muy hermosa!

 

CONDESA

¿No la recuerda?

 

(Federico guarda silencio, avergonzado)

 

Creo que no...

 

(Se vuelve hacia el fondo. Jeanette le

indica a Federico que la siga. Verena

sale de la casa y le ofrece vino al Conde)

 

CONDE

¡Ahí está!

 

VERENA

¿Le gustaría algo de vino?

 

CONDE

¿Te acuerdas de mí?

 

(Verena lo mira y baja la mirada tímidamente)

 

¿Cómo te llamas?

 

VERENA

Verena.

 

CONDE

Bonito nombre, y bonita la que lo lleva.

¡Qué pena! ¿Por qué vives aquí?

¿Quieres marchitarte

cuando todavía eres sólo un capullo?

 

(Jeanette que ha estado observando al Conde, se

adelanta y le da una palmada en el hombro a Verena)

 

JEANETTE

¡La condesa tiene sed!

 

(al Conde)

 

¿Deseáis algo?

 

(reconoce a Verena)

 

¡Vaya! ¡Verena!

 

(Mientras transcurre la escena entre Verena y Jeanette,

el séquito de los condes se acomoda en el césped. Los

sirvientes traen comida. Se desarrolla una conversación

animada. Los niños traen flores y quieren recitar sus poemas,

pero en la mayoría de los casos se quedan trabados, lo que

hace reír a los presentes)

 

VERENA

¡Es Nanni! ¡Mirad! ¡Quien lo hubiera pensado!

¡Cómo has progresado!

 

JEANETTE

Por eso ya no me llamo Nanni, pequeña.

¡Jeanette es mucho más noble!

Dime, ¿cómo es que te gusta vivir en el campo?

¿Criando vacas, gansos y pollos?

Yo no podría soportar vivir ahí dentro.

¿Es cierto lo que dice la gente,

que no te sientes cómoda aquí?

 

VERENA

¿Qué quieres decir?

 

JEANETTE

Que hay fantasmas en tu casa por la noche.

 

VERENA

¿Por qué lo preguntas?

 

JEANETTE

(riendo)

¡Dios mío! ¡Cómo te estás crispando!

También en el nuevo castillo

los fantasmas se arrastran durante la noche.

Los llamamos “amantes”

y se buscan " pour être deux“

 

VERENA

¿Qué es eso?

 

JEANETTE

(muy cerca de Verena)

El vínculo entre el Conde y la Condesa

es como el amor entre el gato y el perro;

y dado que ambos tienen corazones tiernos,

no detestan los juegos de amor.

Hay aventuras e intrigas

todos los días.

 

VERENA

¿Cómo es eso?

 

(Verena escucha con creciente asombro)

 

JEANNETTE  

¡Escriben notas! ¡Acechan a escondidas!

¡Apagan las luces y escriben en las paredes!

 

VERENA

¡Nanni!

 

JEANETTE

¡Aprecio mucho los pequeños obsequios

que me regala la vida!

¡Oh, qué pobre eres tú en comparación mía;

yaces todas las noches sobre paja!

¡Sin joyas y sin gemas!

¡No, no me gustaría ser como tú!

 

VERENA

¿Sin gemas? ¿Quién te ha dicho eso?

Yo también tengo algo de eso. Es divertido.

 

JEANETTE

(burlona)

¿Tienes algo?

¿Una herradura de caballo?

 

VERENA

¡No te burles!

¡Te la mostrare!

 

JEANETTE

Cuentas de vidrio y cristal de roca

se pueden encontrar en todas partes.

 

(Verena mantiene la piedra oculta en la mano)

 

VERENA

¡Tengo algo hermoso!

¿La estás buscando, verdad?

¡La curiosidad le ha picado a la Srta Nanni!

 

JEANETTE

¿Curiosidad? ¡Niña idiota!

Si es algo decente,

¡muéstralo rápido!

 

VERENA

Sí. Esta mano lo esconde,

es mucho más valioso que todas tus baratijas.

 

(tiene la piedra, de tal forma

que Jeanette no puede verla)

 

¡Oh, cómo brilla,

incluso en la oscuridad!

¡Destellos maravillosamente misteriosos!

¡Mira, Nanni, mira!

 

(Verena extiende sus manos cerradas a

Jeanette, abre una un poco, solamente para

cerrarla de nuevo riéndose)

 

JEANETTE

¡Mi nombre no es Nanni!

¡Y ahora deja de actuar como una niña!

 

(Verena vuelve a mirar la piedra. Jeanette

se muestra cada vez más curiosa)

 

VERENA

¡Oh, cómo sus rayos

surgen de la oscuridad sólo para mí!

 

(le tiende de nuevo la mano a

Jeanette y repite la broma)

 

¡Mira, Nanni, mira!

 

JEANETTE

¡Eres muy infantil!

 

VERENA

¡Mira, Nanni, mira!

 

(Cuando Verena vuelve a repetir la

broma, Jeanette pierde la paciencia)

 

JEANNETTE.

(tomando la mano de

Verena ve la piedra)

¡Ahora muéstramela!

Dime,

¿cómo una zorra como tú logró conseguirla?

¡Un talismán!

¡Cuando mi señora lo vea!

 

(corre hacia la Condesa)

 

VERENA

(angustiada)

¡Oh! ¿Qué hice?

 

JEANNETTE

¡Señora! ¡Rápido! ¡Rápido!

¡Mire esta piedra!

¡Se parece a la que usted perdió!

 

(Jeanette mantiene aferrada la piedra, Verena la cadena)

 

VERENA

¡Suéltala! ¡No debo mostrarla!

 

JEANNETTE

¡Claro que sí! ¡Ya la tengo aferrada!

 

CONDESA

(a Verena)

Querida niña,

muéstrame la piedra.

 

(Verena la mira con temor y vacila)

 

¡Qué maravilla!

¿Quién te la dio?

¿Es un secreto?

No indagaré más.

Pero te pido algo:

¿me la darías

por una suma generosa?

 

VERENA

¿Daros la piedra? ¿Yo?

 

CONDESA

¿Estás tan apegada a ella?

 

VERENA

¡Condesa! ¡Ay, señora!

 

JEANETTE

¡Acepta el dinero!

¿Qué pretendes hacer con ella?

 

CONDESA

¡Ven, dámela!

No te arrepentirás.

 

(señalando una bolsa con monedas)

 

¡Mira! Esto es lo que obtendrás por tu piedra.

 

VERENA

¡No quiero oro!

¡No! ¡Buena señora!

 

(Jeanette ve a Gertrud que está

a punto de salir de la casa)

 

JEANETTE

¡Señora Gertrud!

¡Háblele a Verena!

La Condesa quiere comprarle la piedra.

 

GERTRUD

¿Qué piedra?

 

JEANETTE

¡Esta... mire!

La lleva en una cadena.

 

GERTRUD

No sé nada de eso.

¿Dónde la obtuviste?

 

JEANETTE

¡De ella!

 

GERTRUD

(con furia)

¿Dónde la obtuviste?

 

VERENA

¿Yo? ¡No sé!

 

GERTRUD

¿Dónde la obtuviste?

 

VERENA

¡Oh, madre!

 

GERTRUD

¡Muchacha! ¿Me lo vas a decir?

 

VERENA

¡No debo decirlo!

 

GERTRUD

¡Te la dio tu amante!

¡Él es quien la robó!

 

VERENA

¡Madre!

 

GERTRUD

¡Habla de una vez!

¿Quién te dio la piedra?

¿Y la cadena?

 

VERENA

La cadena... ¡es de Federico!

 

GERTRUD

¿Y la piedra?

 

VERENA

¡Ay, déjame!

 

GERTRUD

¡La piedra, dime!

 

VERENA

¡El anciano Ekhart!

 

GERTRUD

¡Es justo lo que nos hacía falta!

¿Ese hechicero?

¡Dámela, ahora!

 

VERENA

(cada vez más desafiante)

¡No, no quiero!

 

GERTRUD

¿Lo harás?

 

(La madre quiere arrebatarle la piedra)

 

VERENA

¡No! ¡Te digo que no te la daré!

¡Ten cuidado madre!

¡Ten cuidado!

¡No tienes derecho!

¡Cuidado, madre!

 

(La discusión entre las mujeres no ha sido notada

por el resto de los presentes. Gradualmente, se va

reuniendo más y más gente, algunos observando al

séquito del Conde, otros esperando con impaciencia

que comience la función. Trutz, que había estado

hablando con el Conde, se reúne de muy buen humor

con sus compañeros, incluido Federico, tras el

telón. Se oye la campana dando la señal para

comenzar)

 

GERTRUD

¿Me estás amenazando muchachita?

¿Dámela!

 

(Gertrud arranca la piedra y la cadena

a Verena y se las entrega a la Condesa)

 

VERENA

(muy enfadada, casi sin voz)

¡Madre! ¿Por qué has hecho eso?

 

(Los aldeanos traen sillas y bancos

para ver la representación de la obra)

 

Escena Octava

 

ALDEANOS

¡Escuchad! ¡Ya va a comenzar! ¡Callad!

¡Prestad atención! ¡Silencio!

¡Mujeres! ¡Sentaos! ¡Silencio!

¿Qué van a representar?

¡Cabezón! ¡Apártate!

 

(se descorre el telón y se ve a

Trutz y sus compañeros, de

espaldas,Asombro general)

 

TRUTZ

¡No os sentéis, quedaros de pie!

¡Hoy no hay nada que ver!

 

ALDEANOS

(malhumorados)

¿Qué? ¡Oh!

 

TRUTZ

¡La obra ha sido cancelada!

 

(la gente patalea furiosa)

 

ALDEANOS

Pero, ¿a qué se debe eso?

 

TRUTZ

¡Escuchad! ¡Qué suerte tenemos!

¡Vuestro amigo Trutz ha ganado el premio mayor!

¡Su Señoría, el gran Conde,

nos lleva con él a su castillo!

Allí, como él ha anunciado,

tendrá lugar la inauguración del nuevo castillo

con las alegrías del canto de nuestra actuación.

Allí actuaremos gloriosamente.

¡No os lo toméis a mal,

no os ofendáis, buena gente!

Los juglares están celebrando

este día tan extraordinario.

¡No creo que vuelvan pronto!

 

(agitando su gorra)

 

Así que ¡me despido!

 

FINK, TRUTZ KÜMMEL

¡Adiós!

¡Que os vaya bien!

 

(Fink le da un codazo a Federico

para que cante con él)

 

EL PÚBLICO

¡Adiós! ¡Adiós! ¡Adiós!

 

(La gente les grita “Adiós” y "hasta siempre".

Algunos ayudan a los actores con su trabajo)

 

(Después de que Trutz y sus compañeros

se han despedido de la audiencia,

rápidamente desmontan el escenario y lo

cargan en un carro. La Condesa, que

había regresado con los suyos, se marcha,

seguida por su séquito. El pueblo los

acompaña. Gertrud ha entrado en la casa.

Verena queda sola)

 

(Trutz y su gente han llenado el carro. Federico y

Verena se miran mutuamente a punto de retirarse)

 

FEDERICO

¡Vendrás también!

 

(Verena mira fijamente a

Federico sin poder responder)

 

TRUTZ

(tira de Federico hacia él violentamente)

¡Déjala, está enfadada!

 

(La escena queda vacía. Verena permanece

pensativa y ensimismada. Luego, mira hacia

atrás. Ve a Ekhart sentado en la mesa de

enfrente. Él ha llegado, sin que nadie lo note.

Verena se precipita hacia él con una expresión

de profundo dolor)

 

VERENA

¡Amigo fiel! ¡Más que fiel!

¡Ah! ¡Me han robado la felicidad!

 

(Se hunde llorando entre las rodillas de Ekhart.

Se oye a los hombres que se alejan gritando)

 

 

 

ACTO  SEGUNDO

 

 

Escena Primera

 

(Parque del castillo con plantas,

jarrones y estatuas. Una

balaustrada de piedra lo separa

del valle. Una plataforma elevada

con escalera de piedra se ha

convertido en un escenario improvisado.

Al fondo, un lago con cisnes. El

castillo es apenas visible; es como un

reflejo lejano a través de los árboles.

Una pérgola, a la sombra de una gran

haya. Jean, Jeanette e innumerables

sirvientes están preparando la fiesta.

Las sillas para los espectadores de la

obra son colocadas en un semicírculo

alrededor del escenario)

 

JEANETTE

(dando órdenes)

¡Rápido! ¡Apuraos!

Aquí todavía falta algo.

¡Por ahí! ¡Como siempre, ahí!

¡Siempre lo haces mal!

Ahora empuja los sillones.

estás trabajando como un asno.

 

JEAN

¡Linda!

No eres muy amable que digamos.

 

JEANETTE

¡Deja eso

o te mostraré los dientes!

 

JEAN

¡Sé amable conmigo por una vez!

¡Dame un beso!

 

(Trutz, Fink y Kümmel aparecen por el fondo.

Trutz caracterizado como un sátiro; Kümmel

como un fauno y Fink como Heliodoros. Jeanette

y los sirvientes se ríen a carcajadas. A una señal,

los sirvientes se retiran. Jean se va enfadado después

de ver a Jeanette besar a Trutz)

 

JEANETTE

¡Vete!

 

(ella le da un empujón)

 

Ahí tienes.

 

(viendo a la gente que llega)

 

¡Deja eso!

¡Mira! ¡Detente!

¡Alto! Recibámoslo.

 

(Ella corre hacia Trutz y le da un beso afectuoso)

 

JEAN

¡Espera!

 

(enojado se marcha)

 

FINK, KÜMMEL

¡Guau! ¡A mí también!

 

JEANETTE

¡Atchis!

 

(Arruga la nariz)

 

¡Y ahora dime! ¿Cómo has dormido?

 

TRUTZ

No muy bien.

Escuché relinchos cerca mía.

 

FINK

¡A mi lado sonaba como un balido!

 

KÜMMEL  

¡Y a mi lado sonaban como gruñidos!

 

FINK

De los agujeros salían grandes... cucarachas

 

TRUTZ

¡Silencio!

 

KÜMMEL  

En la cama, los piojos bailaban a mi alrededor.

 

TRUTZ

¡Tranquilo!

 

FINK

Y saltando a las alturas, muy rápidas...

¡las pulgas!

 

TRUTZ

¡Calma!

 

KÜMMEL  

Había ratones royendo y corriendo...

 

TRUTZ

¡Calma!

 

FINK, TRUTZ, KÜMMEL

¡Todo esto lo hemos soportado

con la paciencia de un ángel!

¡Pero hoy seremos recompensados con oro!

 

JEANETTE

Quizás algún favor

si cantáis bien.

Pero ¿oro?

¿Pagaros por cantar?

¿Cuándo se ha visto eso?

 

TRUTZ

(afectado)

¿Qué? ¡Cómo!

 

JEANETTE

El honor de cantar aquí,

¿no te parece suficiente?

 

TRUTZ

"¡El honor de cantar aquí!"

¿No es eso suficiente para nosotros?

 

FINK

(decepcionado, a Trutz)

¿De qué estás hablando?

 

TRUTZ

¡Las palabras no suenan muy bien!

¡Pero la chica habla con mucha sabiduría!

Tú - tú - tú - ¿sabes lo que eres?

 

JEANETTE

¿Pues bien?

 

TRUTZ

Spirifankerl

 

JEANETTE

¿Qué es eso?

 

TRUTZ

¿Has oído que las gallinas ponen huevos?

 

JEANETTE

¿De verdad ¡Qué extraño!

 

TRUTZ

(misteriosamente)

Imagina una gallina negra.

 

(se va acercando a ella más y más)

 

Tan oscura como la noche más negra.

Esta gallina pone un huevo

descuidadamente en el gallinero.

¡Cuando ella ha salido entra sigilosamente

un ave que es negra como un cuervo!

Toma el huevo y pone otro huevo en la canasta

exactamente en el mismo lugar.

El huevo robado, escucha lo que te digo,

lo esconde en su axila.

¡Queda allí siete días,

guardado como el mejor tesoro!

¡En el último día,

oh, escucha bien,

la cáscara se romperá!

¡Y un diablito nacerá!

¡Oh, qué pavoroso terror! -

¡Sale rápidamente del huevo!

El diablito que así nace,

es llamado por los granjeros:

¡Spirifankerl!

¡Spirifankerl, o la pequeña bestia burlona!

¡Spirifankerl!, el diablillo, ¡cómo se parece a ti!

 

(Trutz le da la mano a Fink y Kümmel y los tres

bailan alrededor de Jeanette formando un círculo)

 

JEANETTE

¡Déjame en paz!

¿Qué? ¿Eso es lo que se supone que soy yo?

¡Cuidado! ¡Te voy a dar!

¿Mi madre una gallina?

¡Uf! ¡Ayúdame! ¡Friedel!

 

(Federico, entra disfrazado de Eros)

 

TRUTZ, KUMMEL, FINK

(Los tres se inclinan respetuosamente ante Federico)

¡Friedel! ¡Friedel!

¿Has descasado?

¿Abajo, en sábanas seda?

 

JEANNETTE

¡Dejadlo en paz!

 

TRUTZ, KUMMEL, FINK

(a punto de irse)

¡Spirifankerl!

 

JEANNETTE

¡Marcharos!

 

(Jeanette quiere susurrarle algo a

Federico, pero la interrumpen de nuevo)

 

TRUTZ, KUMMEL, FINK

¡Spirifankerl!

 

JEANNETTE

(violenta)

¡Marcharos!

 

(con premura, a Federico)

 

¡Así que! ¿Esta noche?

 

FEDERICO

¿De verdad?

 

JEANNETTE

¡Silencio!...

 

Escena Segunda

 

(El Conde está sumido en sus pensamientos y no se

da cuenta de la presencia de los demás. Jeanette ve

venir al Conde y sale corriendo. Federico camina

hacia el parque)

 

CONDE

¡Muchas canciones al despertar del sol!

¡Charlas tontas y risas ruidosas!

Perezosamente quiere levantarse el sol,

anodino y grisáceo,

en medio de las capas de niebla.

El amanecer, al terminar la noche,

crean una lúgubre fantasía,

mezcla de engaño y ensueños.

Cuando era niño,

Ekhart me contó cómo él

se acercaba a los niños para advertirles.

¡Él protege a los buenos y amenaza

a los malos con lúgubres lamentos!

¿Qué es lo que quiere de mí?

¿Qué significa su advertencia?

Sonaba exactamente

como una premonición de muerte.

"Una vez más, sólo una vez más",

suena aburrido.

"¡Escúchame!"

¿Escuchas? ¿Una vez más? ¿Por qué?

¡Aquí estoy yo, un escéptico que ridiculiza la fe,

y sigo preguntándome:

¿cómo puedo apaciguar a los fantasmas?

¡Fantasmas! ¡Creencia de tontos!

¡Hermafrodita, pálido y frío!

¡Y me toca a mí!

¿No soy feliz? ¿No me sonríe todo?

¿Quién no se inclina ante mí?

¡Ah! Allí se acercan de nuevo a mí

los arrogantes y nobles, para adorar

al becerro, resplandeciente como el oro.

¿Y si alguna vez se convirtiera en hojalata?

Cómo se burlarían de mí y de sí mismos,

apartándose con desdén.

¡Ay, qué asco! ¡Repugnancia de ellos y de mí!

¿De mí? ¿Es acaso mi culpa?

¿Es mi culpa que esté vivo?

¡Oye! ¡Ve a molestar a otro lugar,

maldito cascarrabias!

¡Ve a cavar tumbas!

Si quieres discutir,

ve a donde esté mohoso y hediondo.

Vete allí.

Alguien yace allí.

Si allí.

¡Él es! ¡Yo no!

 

(La Condesa, disfrazada de ninfa, ha estado

observando al Conde desde lejos. Acomoda

unas sillas)

 

CONDE

(volteándose de repente, en voz baja)

¿Quién me está escuchando?

 

(Ve a la Condesa. Su rostro se

vuelve amablemente irónico)

 

¡Dejaste una carta por ahí!

 

CONDESA

(indiferente)

¿Una carta?

 

CONDE

Sí, una carta bastante graciosa.

 

CONDESA

(sorprendida)

¿De quién?

 

CONDE

(riendo)

¿De quién?

Uno debe tener cuidado con tales cartas.

 

CONDESA

¿Es una acusación?

 

Escena Tercera

 

(Jeanette anuncia a los invitados. Los actores y la

Condesa se precipitan hacia el pequeño escenario,

donde se ocultan. El Conde recibe a los invitados)

 

JEANETTE

¡Los invitados!

 

CONDE

(después de haber indicado a los invitados sus asientos)

La Condesa suplica vuestra comprensión

en el supuesto que perdiera el control.

Es su debut como diva esta noche.

¿Cómo pudo haber sucedido tan rápido?

 

(Trutz toca una campana y da un paso

adelante. Todos se ríen de su aspecto)

 

TRUTZ

(hace una reverencia y anuncia)

“¡Eukaleia, la ninfa secuestrada,

o el poder de la canción!”

 

Comedia:

 

(La ninfa Eukaleia es arrastrada

por Sátiro y Fauno)

 

EUKALEIA (La Condesa)

¡Ay! ¡Ay! ¡Ay de mí!

¡Fui capturada! ¡Sí, raptada!

¡Ayuda! ¡Oh, ayuda! ¡Oréades!

¡Estoy perdida!

¡Es el precio de mi virtud!

¡Oh, Hera! ¡Zeus!

¡Perdida! ¡Estoy perdida para siempre!

¡Estoy perdida para siempre!

¡Estoy perdida para siempre!

 

SÁTIRO (TRUTZ), FAUNO (KUMMEL)

¡Ja, ja!

¡Esta vez dio resultado!

¡Tu llanto es en vano!

¡Estás atrapada! ¡Preciosa!

¡Eres mía ahora!

¡Deja de lloriquear y cálmate!

 

(ella se tapa la cara con las manos)

 

SÁTIRO (TRUTZ)

¡Mira! ¡Tú, la más hermosa!

¡Silencio!

Contén tus lágrimas.

¡Aunque somos feos, somos buenos!

¿Tienes miedo del sátiro Gluth?

 

(se vuelve pensativo hacia Fauno)

 

¿Para rendir homenaje a su gracia,

por dónde debemos empezar?

 

FAUNO

Tocando música dulce y amorosa,

sin duda llegarás a su corazón.

 

(ellos toman una chirimía)

 

EUKALEIA

(tapándose los oídos)

¡Ay!

¡Qué ruido tan espantoso!

 

SÁTIRO

(afectados)

¿No te gusta?

 

EROS (FEDERICO)

(fuera de escena)

¡Eukaleia! ¡Eukaleia!

 

EUKALEIA

¿Qué? ¿Estoy escuchando bien?

 

SÁTIRO, FAUNO

¿Qué? ¿Es él? ¡Escucha!

 

EROS (FEDERICO)

¡Eukaleia! ¡Doncella de los manantiales!

 

EUKALEIA

¡Mi Eros se acerca! ¡Auxilio!

¡Mi Eros se acerca!

¡Mi querido amigo!

Él ayudará, a su doncella de los manantiales.

Él la salvará

de la pesada pena,

de las vergonzosas cadenas.

 

FAUNO, SÁTIRO

¡Atención! Él se acerca.

¡Gracias a Dios, no es demasiado tarde!

Tengo miedo de que nos mate.

¡Si gritas,

no te servirá de nada!

Si, de hecho, viene mi señor Eros.

 

EROS

(apareciendo)

¡Ah, necios despreciables!

¡Retroceded! ¡Ella no es vuestra!

¡Voy a golpearos!

¡Monstruos hirsutos y horrorosos!

 

(empiezan a pelear)

 

EUKALEIA

¡Deteneos! ¡Oh, qué vergüenza!

¿No estáis añadiendo asesinatos a la adversidad?

¡Buen Sátiro, querido Fauno!

¡Liberadme! ¡Liberadme!

 

SÁTIRO

(consultando en secreto a Fauno)

¿Qué te parece, Macho Cabrío?

¿Qué piensas, Abrigo de Piel?

 

(Volviéndose a Eros)

 

¿Sabes qué?

He pensado en esto.

Si nos conmueves con tu canto,

haciendo brotar

nuestras ardientes lágrimas,

no te la robaremos.

 

EUKALEIA

¡Oh, canta lo mejor que sepas!

 

EROS

(tomando su lira)

ti, Orfeo, me dirijo a ti

implorante con las manos levantadas,

para que me concedas, por un momento,

la magia y la belleza de tu voz.

Tú lograste ablandar las piedras

y sanaste las heridas.

Incluso doblegaste al sabueso del infierno.

Pero tal poder no es necesario aquí.

Ningún Cerbero, ninguna piedra se me opone;

porque ambos tienen corazón

y experimentan mí mismo sufrimiento.

Desgreñados y torvos quieren ocultar lo que sienten,

no quieren que nos demos cuenta

de que ellos también se conmueven

por el dolor que me provoca que hayan raptado mi amor.

 

CONDE

(interrumpiendo, en voz alta)

¡Está enamorado!

¡Muy hermoso!

¿Qué dirán los bribones?

 

FAUNO

Su canto es bastante halagador.

Compadre ¿te ha conmovido?

 

SÁTIRO

Todavía no. ¿y a ti?

 

FAUNO

Casi.

 

SÁTIRO

(brutal, gritando)

¡Continúa!

Todavía no me has conmovido.

 

EUKALEIA

¡Oh, musas, ayudadlo!

¡Apolo, auxilio!

 

(Eros procura continuar)

 

HELIODOROS

(detrás de la escena)

¡Heiaha! ¡Trálala!

 

(Se asoma por encima de los

decorados y canta desde allí)

 

¡Riendo alegremente,

Tralaleia!

¡Corro en tu ayuda,

dulce Eukaleia! ¡Eukaleia!

¡Diviértete! ¿De qué sirve llorar,

mientras Helios todavía brilla?

¡Diversión! ¡Diversión!

¡Siempre descontrolada!

¡Arroja tu dolor a la Estigia!

 

CONDE.

¡Ajá! ¡Un rival!

¡Como en la vida real!

 

EROS

¿Un rival? Esta voz...

¿Cómo? Yo la conozco.

¿No es la de Heliodoro?

 

SÁTIRO, FAUNO

¡Escucha! ¡Eso suena alegre!

¡Él puede hacerlo mejor!

¡Tengo ganas de bailar!

 

EUKALEIA

¡Mi Heliodoro! ¡Mi Heliodoro!

¡Mi único, amor!

 

EROS

(a Eukaleia)

¡Dime! ¿Conoces a ese descarado?

¡Qué horror! ¿Me han traicionado?

¡Qué vergüenza!

¡Me han traicionado!

 

SÁTIRO, FAUNO

¡Vamos a bailar! ¡Heiaheia! ¡Heia!

 

HELIODOROS

(con un instrumento de cuerdas tipo mandolina)

¡Heiaha! ¡Tralala!

 

(Sátiro y Fauno bailan chasqueando los dedos)

(Ritmo de castañuelas)

 

¡Mirad, la pata de la cabra ya se estremece!

¡Eh! ¡Cómo le pica!

¡Eh! ¡Cómo se menea!

¡Quiero saltar como una cabra!

¡Fauno lujurioso, hijo del bosque,

ven a bailar, no te quejes!

 

(Mientras Sátiro y Fauno bailan cada vez más enloquecidos,

Heliodoros quiere secuestrarlos; mas no lo consigue)

 

EROS (FEDERICO)

¡Eukaleia! ¿Así que es verdad?

¡Ah! ¡Qué desgracia! ¿Esa es tu fidelidad?

¡Entonces, mentías!

¿Debo ceder? Yo lo haré.

No voy a ceder tan pronto.

¡Orfeo, ayúdame! ¡Dame canciones!

¡Impulsa la tormenta sobre las montañas!

¡Ahuyenta las nubes y haz que se marchen!

 

(Federico [Eros] se detiene de

repente y mira hacia los arbustos)

 

¿Qué es lo que veo?

 

SÁTIRO (TRUTZ)

(en voz baja, a Federico)

¿Qué es lo que veo?

 

HELIODOROS (FINK)

(en voz baja)

¿Se ha quedado paralizado?

 

SÁTIRO, FAUNO

(incitando)

¡Echad de aquí a esos monstruos!

 

HELIODOROS

¿Qué ocurre?

 

EROS (FEDERICO)

(siempre mirando hacia los arbustos)

¡Un espectro!

 

HELIODOROS

¿Qué le sucede?

 

SÁTIRO

¿Qué tormento?

 

EROS

¡Ella es mi tormento!

 

LOS INVITADOS

¡Escuchad! ¿Qué le sucede?

 

SÁTIRO  

Está destruido.

 

EROS

¡Vete! ¡Fantasma!

 

LOS INVITADOS

¡Ha perdido la cabeza!

Está paralizado,

tartamudea y tropieza.

 

SÁTIRO

¡Disparates!

 

HELIODOROS

(queriendo seguir con la obra)

¡Tralalaleia!

 

EROS

¡Espíritu malvado, vete!

 

SÁTIRO

¿Estás loco?

¡Contrólate!

 

EROS

(recomponiéndose)

¡Cómo se aplacan mis nervios!

 

SÁTIRO

¡Gracias a Dios!

 

CONDE

(con impaciencia)

¡Basta de farfullar! ¡Bailad!

 

(ordena que saquen las sillas)

 

SÁTIRO

(enojado, a Federico)

¡Idiota, nos estropeas todo!

 

CONDE

¡Basta! ¡Basta ya! ¡Bailad!

 

SÁTIRO

¡Señor! ¿Qué deseas?

 

CONDE

¡Un vals alegre!

 

HELIODOROS

(a Kümmel)

¡Él lo merece!

 

SÁTIRO

¡La comedia ha terminado!

 

(Los sirvientes quitan apresuradamente las sillas.

La Condesa baja del escenario. Las parejas se forman

para bailar. Trutz y sus compañeros se ubican ofuscados

en la esquina delantera de la escena. Se desarma el

decorado. Durante el baile sucede lo siguiente: Verena ha

estado escuchando escondida tras de un arbusto. Temerosa

de avanzar algo más por haber entrado sigilosamente en el

parque sin ser invitada, espera allí hasta que el comienzo del

baile le dé valor para acercarse a Federico. Verena se dirige

a Jean, a quien le pide que le hable a Federico)

 

VERENA

Dile esto:

"La muchacha, cuya piedra fue robada".

 

(Jean la mira con desconfianza, pero al final se

acerca a Federico. Verena se queda en el mismo

lugar. Jean le susurra al oído a Federico, que está

sentado a la derecha)

 

FEDERICO

¿Es realmente ella?

¿Qué significa eso:

“¿La muchacha, cuya piedra fue robada? “

 

(Jean se encoge de hombros)

 

TRUTZ

(Trutz mira a Verena que ahora está

un poco más atrás de Federico)

¿Estoy viendo bien?

¡De ahí su tartamudeo!

¡Friedel, mira! ¡Ahí está tu chica!

¡Ve con ella! Quiere decirte algo.

¡Mira cómo saluda,

cómo se la ve radiante de felicidad!

¿Cómo? ¿No te alegras?

¡Ve por ella! ¡Ella no se atreve a venir aquí!

 

FEDERICO

(precipitadamente)

Habla con ella.

No puedo ir a verla ahora.

¿Qué hace ella aquí?

 

TRUTZ

¡Ah! ¿La chica es problemática?

 

FEDERICO

(avergonzado)

¿Sola? ¿Qué quiere?

Quizás mañana nos veamos.

¡Ahora ella tiene que irse!

 

(Federico se aleja enojado)

 

TRUTZ

(despectivo)

¿Puedo decirle eso?

 

(Jeanette ve a Verena y se

le acerca decididamente)

 

JEANNETTE

¡Ay, qué adorno de jardín!

¿Estás buscando a alguien? ¿Fuiste invitada?

 

VERENA

¡Bueno, Nanni, sé amable!

Me gustaría hablar con Federico

pero no me atrevo a acercarme a él.

¡Llámalo, dile que se acerque a mí!

Tengo algo importante que decirle.

 

JEANETTE

(burlona)

Señorita Renchen,

¿Yo? ¿Qué estás pensando?

¿Qué significa Federico para ti?

 

VERENA

¿Mi Federico?

 

JEANETTE

(imitándola)

"Mi Federico", ¡qué dulce!

¿También tú corres tras él?

 

VERENA

Nanni! ¡Federico, es mío!

 

TRUTZ

(interviniendo)

Muchachas, ¿qué está pasando?

 

JEANETTE

¡Imagínate, qué descarada!

Esta ramera se ha colado.

 

(Verena, aprovechando el momento, corre

hacia Federico y le da un golpecito en el hombro)

 

VERENA

¡Friedel!

¡Ya no conoces a tu Renchen!

 

FEDERICO

(se aparta de ella)

Pero niña, ¿no te dijeron

que no puedo hablar contigo aquí?

 

VERENA

¡Mi Friedel, no podía soportarlo más!

¡Mira! Tenía que decírtelo hoy.

¡Quiero ser tuya, y lo seré!

¡Me fugué de casa de mi madre!

 

FEDERICO

¡Eso ha estado mal por tu parte!

¡Y has entrado aquí sin permiso!

¡Mírate!

¡Ese vestido y esos zapatos rotos!

 

VERENA

(lo mira a los ojos con dolor)

¡Federico!

 

JEANETTE

(para sí misma)

¡Ella era justo lo que necesitábamos!

 

FEDERICO

¡Vete!

No perteneces aquí.

 

JEANETTE

¡Vete de aquí! ¡Apresúrate!

 

CONDE

(se acerca a Jeanette)

¡Siempre charlando!

 

(ve a Verena)

 

¡Vaya! ¡Aquí está de nuevo esta cosa bonita!

 

JEANETTE

(a la Condesa)

¡Señora! ¡Señora!

Interrumpa el baile,

que continúe después.

Primero ahuyentaré a esta zorra.

¡Verena, es su rival!

 

CONDESA

(a la concurrencia)

¡Y ahora al castillo!

 

CONDE

¡Polonesa!

¡Formen parejas!

 

(Los caballeros dan la mano a las damas y las

conducen poco a poco, tras unos movimientos de

la polonesa, al castillo. Verena aprovecha el

momento en que todo se alejan para acercarse

de nuevo a Federico)

 

VERENA

¿Ahora Federico? ¡Nadie nos está mirando!

¡Quédate y déjame hablar contigo!

 

JEANETTE

(interviniendo)

¡Déjalo en paz! ¡Vete!

¡Semejante gentuza en el parque!

 

VERENA

(apenas se contiene)

¿Gentuza?

 

JEANETTE

¡Sí! ¡Gentuza!

¡Una zorra que ni siquiera sabe

quién es su padre!

 

(Verena ya no puede controlarse. Se

lanza sobre Jeanette, que cae al suelo)

 

VERENA

¡Nanni, vas a pagar por esto!

 

(Los asistentes a cierta distancia, se dan vuelta

sorprendidos. Trutz y Federico separan a las chicas)

 

CONDESA

Le ruego me disculpen. Una pequeña riña.

 

(ella se marcha con los invitados)

 

CONDE

Es bastante habitual entre los actores.

 

(a Jeanette)

 

¡Cálmate, por favor!

Deja en paz a la pobre muchacha.

¡Vete al castillo, rápido!

 

(Jeannette se marcha furiosa. El escenario queda

casi vacío, solo Trutz, al fondo, observa al Conde.

El Conde se acerca a Verena)

 

CONDE

Tranquila, pequeña.

Dulce y pequeña violeta.

Sólo espera aquí un poco.

Calma, calma.

No sufras.

¡Yo te consolaré!

 

(ve a Trutz cuando se da vuelta)  

 

¡Bien, señor teutón!

¡Vete, aléjate!

 

(Señala a Trutz el castillo y lo sigue,

volviéndose una vez más hacia Verena)

 

Escena Cuarta

 

(Verena sola. Cae la noche)

 

VERENA

¿Estoy soñando otra vez?

¿Es todo un engaño?

¿Estoy despierta? ¿De verdad lo estoy?

¿Cómo llegué aquí?

¡Al castillo del Conde!

¡Sí! ¡Sí, aquí estoy!

¿Cómo he llegado hasta aquí?

¿Dónde lo dejé?

¿Dónde quedó Ekhart, el fiel?

¿Todavía está esperando en la puerta?

Él me lo advirtió seriamente y,

sin embargo, tenía que venir aquí.

Una pobre mariposa

que revolotea hacia la luz

hasta convertirse en cenizas.

 

(mira a su alrededor)

 

¡Ah, todo es tan hermoso aquí!

Estas flores, ¿cómo están aquí?

Son personas que han sido transformadas.

Sí, los que viven aquí

son gente muy feliz.

¡Son ricos y no tienen motivos

para ser malvados!

 

(escucha)

 

¡Si viniera mi Friedel!

Fue frío conmigo antes, pero tenía razón.

¿Por qué vine aquí, en medio de la fiesta?

Eso lo hizo enojar. Mis zapatos están rotos.

Y, sin embargo, ¿no podía haberme hablado

de otra manera?

Su mirada, evitó la mía.

¡Eso me golpeó en medio del corazón!

¿Qué fue lo que pasó con él?

Renchen, te estás poniendo ansiosa.

Un escalofrío me invade.

¡Escapa, mariposa! ¡Vuela!

¿Por qué estás revoloteando hacia la llama?

¡Aléjate! Y, ¡ah! ¡No puedo!

 

(escucha algo)

 

¿No puedo oírlo? ¡Si! ¡Si!

¡Oh! ¡Mi corazón palpita!

Querido, ¿vienes?

Seguro que me ha perdonado.

¡Friedel! ¡Amigo!

 

Escena Quinta

 

(Verena comienza a correr hacia Federico

y encuentra al Conde frente a ella)

 

CONDE

Bueno, mi pequeña violeta,

¿sigues sola?

¿Estás buscando a alguien?

 

(Verena lo mira en silencio)

 

Las niñas buenas responden

cuando se les pregunta.

Si voy a aliviar tus penas,

primero debo saber de qué se trata.

 

VERENA

¡Ay! ¡Señor!

 

CONDE

Esas dos palabritas

ya son mi primera recompensa.

No es mucho.

Dime querida violeta.

¡Sé dulce! ¿Cuál es tu nombre?

 

VERENA

Verena.

 

CONDE

¡Verena! Eso suena muy dulce.

Si eres tan suave como tu nombre,

¡eres algo encantador!

Ven, siéntate aquí.

¿Tienes un novio?

Cuéntame, ven aquí,

¡gatita!

 

VERENA

¡Ay! ¡Señor!

 

CONDE

¡Dos palabras más!

 

VERENA

¡Es Federico!

 

CONDE

¿Quién es Federico?

 

VERENA

¡El que se quedó atascado!

 

CONDE

(riendo)

¿Quién puede ir detrás

de los chicos que se atascan?

¡No, niña, no confíes en él!

 

VERENA

¡Pero él me ama y yo lo amo!

 

CONDE

Entonces, ¿quién te molesta?

 

VERENA

Mi madre.

 

CONDE

¿Ella no lo aprueba?

 

VERENA

¡Me escapé de mi casa!

 

CONDE

¿Y ahora?

 

VERENA

No sé qué le pasa a Federico.

 

CONDE

¿Al poeta atascado?

 

VERENA

¡Apenas me saludó y lo hizo con frialdad!

 

CONDE

Está pensando en otras mujeres.

 

VERENA

¡No, señor, no es así!

 

CONDE

No creas en lo que te promete.

Lo has perdido.

Hace mucho tiempo

que encontró otra mujer.

 

VERENA

¡Dios! ¿Qué estoy oyendo?

¡No! Él juro en voz alta

que mi Federico nunca me olvidaría.

 

CONDE

¡Eres tan inocente!

¿Debería decirte a quién ama él?

 

VERENA

¿A quién ama?

 

CONDE

¡Mi pobrecita violeta!

Bajas tu cabecita.

El rocío brota de tus ojos

y moja la tierra.

Si una flor, a causa de la brisa,

se dobla y se hunde en la hierba,

¿qué le sucederá cuando se acerque

el rugido salvaje de la tormenta?

Anímate, niña.

Para consolarte

he dejado a los invitados

y he abandonado

la divertida fiesta

para poder convertir

tu pena en alegría.

Linda, pequeña, encantadora, delicada,

queridísima pequeña, Verena.

 

(Juega con sus dedos)

 

¡Este pícaro bandido!

¡Bonito dedo!

 

(tomando el dedo anular)

 

¡Qué bien le queda este anillo!

¡También es muy bonito!

 

(abraza a Verena)

 

VERENA

(trata de ponerse de pie)

¡Señor!

 

CONDE

(trata de calmarla)

¿No puedes aceptar una broma?

¡Tonta!

Tu ropa es tan modesta.

¿No te gustaría vestirte bien y pavonearte

con ropas de seda y la cabeza coronada

con un gorro principesco?

¿Usar cintas y bisutería en tu pelo caprichoso?

¡Tan delicadamente podrías pasearte,

mi violeta, tan inteligente

y altivamente pavonearte,

si fueras realmente amable conmigo!

 

(La abraza con más fuerza)

 

VERENA

¡Dejad de hacer eso!

 

CONDE

¡Muchacha tonta!

 

(El Conde la besa a)

 

VERENA

¡Señor! ¿Qué estáis haciendo?

 

CONDE

(fríamente)

¡Es mi derecho!

 

(Verena lo mira temerosa)

 

Ven, pequeña, tengo buenas intenciones.

Y para que me creas,

 

(disimuladamente saca dinero de su bolsillo)

 

Toma, me das pena.

Pobrecita.

 

(pone el dinero en el bolsillo de Verena)

 

Para que no pases hambre,

vagando por las calles.

Quiero ayudarte.

 

VERENA

Conde, ¿me estáis comprando?

 

CONDE

Todo el mundo le da algo a un mendigo.

 

VERENA

¡Pero prefiero no hacerlo!

Retirad ese dinero,

la plata me horroriza.

 

CONDE

¡Qué deliciosa ingenuidad!

 

(Él la fuerza para que ella se siente

sobre sus rodillas, como si jugara con

un niño)

 

¡Salta, salta, jinete!

 

VERENA

(riendo nerviosamente)

¡Sois realmente infantil!

 

CONDE

¡Tan infantil como tú!

 

(la atrae hacia él apasionadamente y la besa)

 

VERENA

(trata de ponerse de pie; pero él la aferra con fuerza)

¡Por el amor de Dios!

¡Os estáis olvidando de quién sois vos!

¡Señor! ¿Creéis que soy una simple zorra?

¡No me conocéis!

¡Dejadme! ¿Qué pretendéis?

r

CONDE

¿Así es como te comportas?

Yo también puedo actuar así.

¿No leíste en la puerta la advertencia

prohibiendo la entrada?

¿Te estás poniendo nerviosa,

por haber entrado sin autorización?

¿Sabes cuál es el castigo

por colarse aquí sin permiso?

 

VERENA

¡Ay! ¡Oh, Dios! ¿Qué tengo que hacer?

¡Perdonadme!

¡No lo leí!

Sí, lo leí, ¡pero lo no le hice caso!

¡No pude controlar mis deseos,

ni a mi corazón!

¡Ah, buen señor!

Sed misericordioso.

Perdonadme.

 

CONDE

Soy un buen Señor,

no debes temer.

El Conde es gentil y misericordioso.

 

(El Conde se levanta y comienza

a arrastrar a Verena con él)

 

Te castigará suave y dulcemente.

Pero cuidado, no debes resistirte.

Tu resistencia sólo aumentará el castigo.

 

VERENA

¿Adónde me lleváis?

 

CONDE

¡A aplicarte un castigo, mi violeta!

 

VERENA

¡Dejadme ir!

 

CONDE

¡Un pequeño y dulce castigo!

 

VERENA

¡Gran Dios!

 

(Se arrodilla ante el Conde. (Se oye música de

baile en el castillo, bastante distante, pero clara)

 

¡Sé que soy culpable!

Pero ¿acaso no tengo

el derecho de suplicar clemencia?

 

CONDE

¡Una vez que hayas disfrutado del amor,

no te arrepentirás!

 

VERENA

¡Tened piedad, dejadme marchar!

¡Si tenéis que castigarme,

preferiría que me mataseis!

¿Qué me ha otorgado la vida?

Solamente mi pureza,

no me la robéis.

¡Cruel!

Si no honráis la castidad,

por lo menos honrad vuestro nombre.

¿Queréis manchar de vergüenza

lo que el honor reclama?

 

CONDE

¡Ven ahora! ¿Eres una violeta con espinas?

¡La pequeña Verena, que adorable!

 

VERENA

¿Así respetáis vuestra condición?

Si sois noble, honrad vuestra nobleza.

 

CONDE

Qué bien te pone la ira-

¡Aún me excita más!

¿No quieres? ¡Ya lo veremos!

¡Ven ahora!

 

VERENA

¡Sinvergüenza! ¡Dejadme!

¡Auxilio!

¡Auxilio!

 

(Se desprende de él y corre hacia

el parque. El Conde la persigue)

 

Escena Sexta

 

(Trutz aparece, como buscando algo

que dejó olvidado. Está vestido con su

ropa habitual, como lo harán poco después

los demás)

 

TRUTZ

Me ha parecido oír voces...

¡El Conde ha abandonado el banquete!

¡Ah, la vieja sospecha! 

¡Escucho!

Las ardillas se mueven

en las ramas que crujen.

Es una noche sofocante

y el aroma de estas flores adormece el cerebro.

 

(sacudiendo la cabeza)

 

¡Trutz, tú eres un extraño aquí!

 

(escucha con atención)

 

¿Escucho algo?

¿Dónde estará escondida Verena?

¿El señor Federico? ¡Ja, ja!

¡Puaj! ¡Qué vergüenza!

Nunca pude soportarlo,

pero ahora siento cómo lo odio.

 

(va a marcharse por la balaustrada,

pero de repente se vuelve curioso y,

sin exagerar; escucha a la izquierda)

 

¿Otro crujido de ramas?

¡Una persecución,

una respiración agitada!

¡Hay algo vivo en la oscuridad!

Se acerca, ¡Qué veo! ¡Verena!

 

(Verena, magullada y con las manos

ensangrentadas, sale corriendo sin aliento

del parque llevando una daga en la mano)

 

¡Verena! ¿Adónde vas?

 

VERENA

¡Estoy perdida!

 

TRUTZ

(aferrándola)

¿Qué es esto?

 

VERENA

(con rudeza trata de desprenderse)

¡Sangre! ¡Déjame!

 

TRUTZ

(señalando la daga)

¿Qué hiciste con eso?

 

VERENA

¡El Conde! ¡El Conde!

 

TRUTZ

¿Es esta su daga?

 

VERENA

¡Ay, piedad!

 

TRUTZ

¡Habla, desdichada!

 

VERENA

¡Qué vergüenza!

 

TRUTZ

¿Quiso abusar de ti?

 

VERENA

¡Asustada,

le quité la daga y lo apuñalé!

 

TRUTZ

¡Verena!

 

VERENA

Está tirado ahí, en la oscuridad.

 

TRUTZ

¡Huye, niña! ¡Huye de aquí!

 

VERENA

¿Huir? ¿Yo?

¿Es que soy culpable?

 

TRUTZ

(conmovido, sonriendo)

¡Verena!

¿Me miras asombrada?

Sí, así es el mundo.

Así es como lo ven todos.

Regresa a tu casa.

Vuelve a la casa, a tus prados.

Bienvenida serás de nuevo en tu hogar.

Quédate allí y sueña,

y olvida al despertar.

 

VERENA

¡Ay! ¡Buen Trutz!

 

TRUTZ

¿Qué es lo que tintinea en tu bolsillo?

 

VERENA

¿Tintineo?

 

TRUTZ

¡Sí, y vuelve a sonar!

 

VERENA

(se mete la mano en el bolsillo)

¡Oro!

 

TRUTZ

¿Oro? ¿Tienes oro?

 

VERENA

¡Del Conde!

 

TRUTZ

¿Y tú lo tomaste?

 

VERENA

¡Yo no quería!

 

TRUTZ

¿Te lo metió en la ropa?

¡Pícaro sinvergüenza!

 

(de mal modo, en voz baja)

 

¡Se lo voy a devolver!

 

(toma el dinero)

 

VERENA

(débilmente, señalando la entrada)

Guíame hasta a la puerta.

Tal vez el fiel Ekhart me esté esperando...

 

(Trutz se inclina sosteniendo a la débil

muchacha y la conduce por el parque)

 

Escena Séptima

 

(Jeanette y Federico aparecen por el fondo. La

Condesa viene detrás Es casi de noche, la luz se

irradia desde el castillo. A lo lejos, las nubes se

acumulan en forma de tormentas, relámpagos

ocasionales y truenos lejanos)

 

JEANETTE

(ve a Verena y Trutz irse, al

principio sin reconocerlos)

¡Ajá! ¡Una pareja escondida entre el follaje!

Cuento de hadas de un sueño de amor.

 

(riendo)

 

Un parque romántico.

 

(observa desde más cerca)

 

¿Quién es? ¿Qué es lo que veo?

¡Trutz y Verena! ¡Mira! ¡Mira!

¡Quien lo hubiera pensado!

¡Las muchachas son todas iguales!

¡Qué rápido ha encontrado consuelo!

 

(Dirigiéndose a Federico)

 

¡Escóndete en la glorieta!

 

(mira a su alrededor y luego a Federico)

 

¡Shh, ahí viene!

 

(en voz baja, a la Condesa)

 

El brillo de la piedra está funcionando.

¡Creo que todavía no se ha olvidado

por completo de Verena!

 

(se marcha)

 

CONDESA

(para sí)

¡Es una emoción peculiar

amar cuando se destruye!

 

(Se vuelve lentamente hacia la glorieta,

donde está escondido Federico)

 

¿Quién está ahí?

 

FEDERICO

(en voz baja)

¡Soy yo, Federico!

 

CONDESA

(con furor)

¿Qué Federico?

 

FEDERICO

(intimidado)

Lo siento, pero...

 

CONDESA

¿Quién te dijo que vinieras?

 

FEDERICO

Vuestra dama de honor.

 

CONDESA

¿Qué te dijo ella?

 

(Ella se sienta)

 

FEDERICO

Que debería esperaros a vos.

 

CONDESA

(irónicamente)

Es audaz y descarado

quien se hace llamar Federico.

 

FEDERICO

Me equivoqué con la broma de Jeanette.

¡Perdonadme!

 

CONDESA

Cantaste mal tu canción.

¿Por qué te detenías tan a menudo?

 

FEDERICO

¡Tortura tras tortura!

 

CONDESA

¿Todavía estás tartamudeando?

Solías cantar canciones bonitas.

 

FEDERICO

Tan confundido como estaba antes,

lo estoy ahora.

 

(intenta irse)

 

¡Disculpadme!

 

CONDESA

¡Alto! ¡Detente!

Estás atrapado en mi trampa.

Por eso te pido que te sientes obedientemente.

 

(Federico se sienta vacilante)

 

"Debería escapar", piensa él,

“de los poderes de esta bruja,

la hechicera Circe”.

 

FEDERICO

Sed dulce y amable,

¡liberadme de mi tormento!

 

CONDESA

(lo abraza con ferocidad, riendo)

¡Basta de torturas! ¡Tonto!

 

FEDERICO

¡Al cielo desde el infierno sombrío!

¡Oh! ¡Qué rápido ha cambiado todo!

¡Después de haber escapado de los tormentos,

ahora las delicias me sonríen!

Pero decidme, ¿el Amor no erró el blanco,

cuando me eligió a mí?

Vos estáis casada con un noble señor.

 

CONDESA

(con ímpetu)

¡Él!

¿A quien estoy encadenada

por el vínculo más humillante?¡Oh, calla!

Deja de lado tales pensamientos

y escuchemos en cambio lo que

 

(tiernamente apoyada en Federico)

 

murmuran las hojas susurrantes.

 

(Relampaguea y truena a lo lejos)

 

¡Cómo resuenan los anhelos del amor!

Suena como si las hojas

les dijeran a las flores:

“Ah, ¿por qué cerráis las corolas

y hundís vuestras cabezas?

Porque un par de hermanas perezosas y aburridas

cayeron sobre vosotras,

¿tenemos que pagar por ello?

¿No podemos saludaros con amor?"

Envidioso de tales galanterías,

un viento sopla fuerte sobre ellos.

El trueno lejano se mezcla para separar

a las ansiosas parejas;

relámpagos brillantes las amenazan.

Las nubes acechan pesadamente,

cansadas de su laborioso vagar.

¡No quieren ir más lejos!

Quisieran saber de amor,

y besar la tierra y las flores.

Lágrimas de anhelo se precipitan.

El corazón de las nubes se vuelve

doloroso y maravilloso... "¡Flor, flor ábrete!

Muéstranos tu corazón lleno de dicha".

¡Escucha cómo palpita

y nos envuelve con su magia!

Se les niega la esperanza del amor.

 

(señalándose a sí misma)

 

¡Aquí! La flor está abierta y desea placer.

El amor y la felicidad

han despertado para nosotros.

¡Cálida y dichosa noche de verano!

 

FEDERICO

Está desapacible y húmedo,

lo noto.

Vayámonos de aquí.

No pasemos más tiempo aquí.

 

CONDESA

(susurrando)

Ya le he pedido al Conde

que puedas quedarte aquí más tiempo.

 

FEDERICO

(atónito)

¿Quedarme aquí?

 

CONDESA

Mañana por la noche estaremos solos.

El Conde se va de caza.

 

FEDERICO

¿Cómo debo entender esto?

Odiáis al Conde y sin embargo

¿permaneceréis aquí?

 

CONDESA

(riendo)

¡Qué encantadora sencillez!

¿Dónde te criaste?

¿De verdad crees que huiría de aquí

para convertirme en granjera;

para dormir

con vacas y caballos;

para dormir en un establo

con cerdos y ovejas?

¿Para rastrillar, arar,

y ordeñar las cabras?

 

(cada vez más jocosa)

 

¿Para desplumar gallinas

y recoger lino?

¡Estas manos no lo han hecho jamás!

¡Estas manos sueñan

con transitar su futuro

en un país de cuentos hadas!

 

FEDERICO

¿Es este vuestro amor?

 

CONDESA

¿Y quién me daría perlas,

hermosas joyas, gemas

y seda susurrante?

Y los placeres que codician

todas las mujeres,

¿debería vivir

completamente sin ellos?

 

(irónicamente)

 

¡Mi amor!

 

FEDERICO

¡Despierto y sobrio!

¿Entiendo lo que estáis diciendo?

¿Vais a quedaros aquí, con el Conde?

¿Con él, a quien despreciáis?

 

CONDESA

¡Bueno, sí!

 

FEDERICO

¿Y yo? ¿Soy lo suficientemente bueno

como para brindaros placer nocturno?

 

CONDESA

(de pie, para sí)

Creo que está lloviendo.

 

FEDERICO

(reteniéndola con violencia)

¡No! ¡Noble y hermosa mujer!

¡Estáis bromeando! ¡Lo sé!

¡Tal como lo hicisteis al principio,

sólo para sonreír maliciosamente

durante el beso que me cautivó!

¡No, no es posible!

¿O todo fue sólo un engaño?

 

(La atrae salvajemente. Su abrigo cae y las manos

se enredan en los collares. Uno de ellos se rompe)

 

CONDESA

¡Vete, salvaje!

¡Estás rompiendo mi collar!

Dios sabe dónde cayó

la piedra al suelo.

 

(Federico sostiene un trozo de la cadena.

La Condesa busca la piedra)

 

¿Adónde voló?

 

FEDERICO

(como si despertara de un sueño)

¡El collar! ¿La piedra?

¿Un duende está jugando conmigo?

Si, acá. La "V" y la "F" entrelazadas.

¡Verena! ¡Tu collar!

 

CONDESA

(llamando a Jeannette)

¿Dónde estás? ¡Ayúdame a buscar!

 

FEDERICO

¿Estáiss buscando una piedra,

una piedra mágica maravillosa y brillante?

 

(ve la piedra en el pliegue del abrigo de la condesa)

 

No está en el suelo.

 

(toma la piedra)

 

Está en los pliegues de vuestro abrigo.

¡Mirad!

 

CONDESA

(con entusiasmo)

¿Me la devuelves?

 

FEDERICO

¡Cielos! ¡Es la piedra!

¡Ninguna otra es igual!

Es la que motivó que Jean me dijera:

"¡La muchacha, cuya piedra fue robada!"

 

CONDESA

¿Me la darás?

 

FEDERICO

¿Dónde la obtuvisteis?

 

CONDESA

(con desprecio)

¡Como si yo supiera de dónde vienen todas mis joyas!

 

FEDERICO

¡Pero debéis saber de dónde vino esta!

 

CONDESA

¡Devuélvemela, cobarde!

 

FEDERICO

Primero decidme dónde la conseguisteis.

 

CONDESA

Pagándola con oro puro.

 

FEDERICO

¿A una muchacha?

 

CONDESA

Muchacha o ramera,

¡qué sé yo!

 

FEDERICO

¡Verena! ¿Y ella se la dio?

 

CONDESA

(para sí)

¡Qué vergüenza tener que darle explicaciones

a este siervo!

 

FEDERICO

(cada vez más apremiante)

¿Os la dio ella?

 

CONDESA

Se la compré a su madre.

 

FEDERICO

¿Y la muchacha estuvo de acuerdo?

 

CONDESA

(irritada)

Quizás... ¡Ya lo olvidé!

 

FEDERICO

Y ¿ella estuvo de acuerdo?

¡Ah, ah! No me respondéis.

No me juró ella:

"Prefiero morir antes que perderla"?

 

CONDESA

(apartándose)

¡Auxilio! ¡Un ladrón!

Jeanette, ¿eres sorda?

¡Ayuda! ¡Atrapad al ladrón!

 

FEDERICO

Ella no se la dio.

Su madre se la quitó contra su voluntad.

¿No fue así?

Yo fui quien le dio la cadena,

¡Condesa, mentís!

 

CONDESA

(le arroja el resto de la cadena)

¡Esta miserable baratija!

¡Tómala! ¡Tómala!

 

FEDERICO

(recogiendo la cadena)

Sí, me la llevaré,

y también la piedra,

y las devolveré, ambas, a su legítima dueña.

 

CONDESA

¡Ah, ladrón insolente!

 

FEDERICO

¿Por qué es tan valiosa para vos?

¿Quizás descubristeis el secreto

de su magia?

 

CONDESA

(desdeñosamente)

¡Tonterías! ¡Tú y tu talismán!

¡Tú y tu ramera!

¿De qué te sirven?

 

Escena Octava

 

(La gente ha acudido respondiendo a los gritos

de ayuda de la Condesa. La tormenta se vuelve

cada vez más amenazante)

 

CONDESA

(dirigiéndose a los que llegan presurosos)

¡Auxilio! ¡No dejéis que se escape!

¡Es un ladrón!

Para recuperarme de la agitación del baile

vine hasta aquí para disfrutar

del fresco de la tarde.

Entonces, de repente, este hombre salió corriendo

del oscuro matorral.

Me agarró y me arrancó del cuello

la piedra que tiene en sus manos.

 

TODOS

¡Qué vergüenza!

¡Federico es un ladrón!

 

TRUTZ

(saliendo de los arbustos, casi sonriendo)

¡Alto! ¡Deteneos!

Eso no es completamente cierto.

 

(inclinándose ante la Condesa)

 

¡Perdonadme, Condesa!

Desafortunadamente debo confesar

que he estado escuchando.

Federico, es a menudo enamoradizo,

pero nunca ha sido un ladrón.

Y para demostrar que estoy diciendo la verdad,

 

(Dirigiéndose a Federico)

 

¡Demuéstralo ahora!

¡Muchacho, dame la piedra!

 

FEDERICO

¿La quieres para ti?

 

TRUTZ

¡Muchacho tonto!

 

FEDERICO

Le pertenece a Verena.

 

TRUTZ

(indignado)

¿Todavía te atreves a decir su nombre

sin avergonzarte?

¡Dámela ya!

 

(ambos forcejean)

 

FEDERICO

¡No te la daré!

 

CONDESA

(a los sirvientes)

¡Vosotros! ¡Cerrad todas las puertas

para que nadie escape!

 

TRUTZ

(le quita la piedra a Federico)

¡Ya lo ves, muchacho!

 

JEANETTE

(llega de prisa, conmocionada)

¡Qué horror!

¡El Conde está herido!

Estaba tirado en el parque, inconsciente.

 

(Traen al Conde y lo acuestan sobre un banco)

 

CONDESA

¡Herido!

 

TRUTZ

(se adelanta un poco)

Sí, herido.

 

(mostrando la daga)

 

Aquí está la daga con la que ha sido herido.

 

TODOS

¡Asesino!

 

TRUTZ

(al Conde)

¿Lo hice yo señor?

 

CONDE

(con voz muy débil)

¡Confiésalo tú mismo!

 

TRUTZ

¿Lo hice yo, señor?

 

CONDE

Si tienes la daga con la que me han herido,

¿quién más la ha podido usar?

 

TRUTZ

¡Oh, pensad, vuestro final será terrible!

¿Queréis morir así?

 

(ofreciéndole la daga)

 

Creo que conoces muy bien esta daga.

 

CONDE

¡Descarado!

 

(Trutz exhibe Las piezas de oro

y las deja caer frente al Conde)

 

TRUTZ

¿Y este oro?

 

CONDE

¡Atrapadlo, es un sinvergüenza!

 

TRUTZ

(fuera de sí)

¡Señor! ¿Lo hice yo?

 

CONDE

¡Sí, sí, lo diré una y otra vez!

 

(El Conde de repente mira más allá de Trutz; ve la

figura de Ekhart, transfigurada como un fantasma,

invisible para los demás)

 

¡Ah! ¿Qué quieres aquí, espíritu?

¡Perturbador de sueños!

 

ALDEANOS

(murmurando)

¿A quién ve?

¿Se ha vuelto loco?

 

CONDE

¡No me mires así!

¡Yo no soy el culpable!

¡Si quieres salvar el error,

hazlo con el muerto!

Saca a mi padre de su tumba. ¡Desentiérralo!

¡Sólo él merece un castigo! ¡Yo no!

 

(Se alza un poco. El fantasma

desaparece. El Conde cae inconsciente)

 

CONDESA

¡Llevadlo al castillo!

¡Llevad al Conde al castillo, rápido!

 

(a otros sirvientes)

 

¡Vigilad que nadie escape!

 

FINK, KÜMMEL

(acercándose a Trutz)

Estamos perdidos.

Dale la piedra.

¿Quieres que suframos por ti?

 

TRUTZ

(A Fink y Kümmel, mientras que con

un palo intenta alejar a los sirvientes)

¡Si apreciáis vuestra vida,

salvaros, amigos!

Saltad la pared.

Esto se está poniendo muy difícil.

¡Cobardes! ¡Atrás!

 

FINK

¡Me romperé los huesos!

 

TRUTZ

(todavía luchando con los sirvientes)

¡Rápido, voy tras de vosotros!

¡Salid! ¡Saltad!

Si sois dignos de ello, Dios os protegerá.

 

(Fink y Kümmel, arrastrando a Federico con

ellos, saltan el muro. Trutz se ríe a carcajadas)

 

¡Ja, ja! ¡Tranquilos!

 

(También él salta la balaustrada y desde

allí llama a los que lo siguen, después

de deshacerse de ellos por la fuerza)

 

¡Tranquilos!

Y para que no penséis mal de nosotros,

os daré la piedra ahora.

¿Es realmente una piedra mágica?

¡Ya que la deseáis con tanta locura,

la arrojaré al lago!

¡Que aquel a quien le pertenezca la encuentre allí!

¡Ahora buscad, cavad y pescad,

para que su luz no se apague!

 

(Arroja la piedra al lago y salta del muro al suelo.

Todos se llenan de asombro cuando ven que el

fondo comienza a brillar una luminosidad verde,

primero tenuemente, luego con más y más brillo)

 

TODOS

¡Mirad cómo brilla en el fondo!

 

CONDESA

¡Sacadla!

¡Subid a la barcaza! ¡Rápido! ¡Apuraos!

¡Agarradla! ¡De prisa!

 

(Todos intentan, unos agachados otros

tumbados en la barcaza, sacar la piedra que

ven claramente. Todo es en vano; tan pronto

como creen que la han asido, el viento aleja el

barco. Llueve a cántaros. Los cisnes revolotean

salvajemente sobre el agua)

 

¡Agarradla! ¿La tenéis?

 

HOMBRES

¡Te estás interponiendo en mi camino! ¡Vete!

¡Alto, ya la alcanzo!

¡Mueve ese remo!

Tiempo maldito.

Ya casi la tenía.

La tormenta nos está arrastrando.

¡Todo el infierno se ha desatado!

 

CONDESA

¿No la tenéis?

¡Agarradla!

 

(El viento y la lluvia cesan de repente)

 

VOZ DE LOS DUENDES

(invisibles)

¡Ninguno de vosotros la conseguirá!

Su luz brilla sólo para los amantes que sufren.

 

(Una pequeña figura se sumerge en el lago y

luego emerge con la piedra. Un rayo cae sobre

un gran haya y sus ramas caen incineradas.

Todos huyen. La tormenta se calma. Las nubes

permiten que la luz de la luna se extienda. Los

duendes se agolpan alrededor de Seelchen, que

alegremente sostiene la piedra)

 

LOS DUENDES

¡Ji, ji!

Realmente los hemos vencido.

 

(a Seelchen)

 

¿La tienes? ¿La tienes?

 

SEELCHEN

¡Aquí está! ¡Mirad!

 

(Del tronco hendido del haya sale

Galgenmännchen, que se lanza sobre Seelchen.

 

GALGENMÄNNCHEN. (*)

¡Dámela, rápido!

¿Amigo del ladrón?

Yo soy el señor aquí.

¡Evita la pelea!

 

SEELCHEN

¡Aléjate! ¡Es mía!

 

(Seelchen y Galgenmännchen luchan por la

piedra. Los duendes atacan a Galgenmännchen)

 

LOS DUENDES

¡Tú, de lamentable y vergonzoso nacimiento!

¡Maldito, aléjate de aquí!

¡Tu padre fue la horca!

 

GALGENMÄNNCHEN.

¡Dejadme!

 

LOS DUENDES

¡Tu madre fue la hierba!

¡Espera! ¡Ya lo entenderás!

 

(Galgenmännchen, golpeado, debe

escapar, los otros ríen a carcajadas)

 

¡Ja ja ja ja ja!

¡Está huyendo!

 

SEELCHEN

¡Callaos!

¡No os riais! ¡No es un juego!

¡Oh, dolor y angustia!

Decidme ¿no os duele el corazón?

 

(Los duendes abrazan tímidamente a Seelchen)

 

 

 

ACTO TERCERO

 

 

Escena Primera

 

(Bosque profundo. Luminosidad solar. Ekhart

conduce a Verena. Ella se apoya en él, exhausta)

 

EKHART

¡Descansa aquí un rato!

 

VERENA

Tengo sed. ¡Agua!

 

(Ekhart sienta a Verena en una piedra

mientras va a buscar agua. Verena cierra

los ojos por un momento, luego los abre y

mira hacia el azul del cielo)

 

VERENA

¡Dime, Señor!

¿Por qué tanto sufrimiento me oprime

tan cruelmente, ¡ay pobre de mí!,

de modo que a mi vida miserable

no llega un rayo de alegría?

¡Ojalá supiera el motivo!

Quizás debo soportar todo esto

como castigo

por alguna horrible culpa.

Sin embargo, dado que mi corazón

no es consciente de ninguna culpa,

¿cómo debo interpretar lo que me sucede?

¡Triste destino!

¡Ah, tan lúgubre y cruel!

¡Señor, si me odias, mátame ahora!

¡Golpéame con uno de tus rayos!

Si mi destino terrenal estaba condenado

¿por qué no me mataste

en el vientre de mi madre?

¿Por qué no me mataste cuando era un embrión?

¿Debo ver esta luz engañosa?

¿Quieres martirizarme?

¿Quieres que gota a gota la sangre de mi pecho

fluya hacia ti como un sacrificio?

¡Señor, eres malvado!

¡Eres frío y cruel!

 

(cada vez más apasionadamente)

 

¡No, ay, no!

¡Esa no es tu voluntad!

¡Envíame una señal

de que finalmente cesará mi dolor!

¡Nubes, apartaos, dejad que sus ojos me vean

a través de vosotras!

¿Volverá a mí alguna vez la alegría?

Nubes, ah, simplemente no os marchéis.

¡Una señal del cielo, de que Él me ama,

que nunca se enfadará conmigo!

¡Una señal, ah!

¡Una señal! ¡Un milagro!

 

(Extiende ambos brazos hacia el cielo en oración

extática. Se produce un profundo silencio. La

expresión de Verena cambia y deja caer los brazos)

 

VERENA

Calma. Todo está en silencio.

¡Muerte en vida!

¡Eres una niña tonta!

¿Crees que las nubes soplan para ti?

¿Qué es tu pequeña angustia

entre los males del gran mundo?

¡Ten confianza! ¡Ten esperanza! ¡Ten fe!

Aunque no lo creas ¡Dios es bueno!

 

(junta sus manos)

 

¡Padre, me acojo a Ti!

 

(Inclinando la cabeza, ve un saltamontes

posado en su rodilla. Dándose ánimo)

 

¿Qué es lo que está posado en mi rodilla?

Un diminuto animal,

un pequeño saltamontes, ¡me mira!

¿Por qué me miras?

¡Piernas de guadaña!

¡Presiónalo!

¡Cri, cri!

¡Morirás en el otoño!

¡Pequeña sabandija!

¡Salta lejos de mí!

 

(El saltamontes salta al suelo)

 

¡Espera, te agarraré!

 

(Se arrodilla y lo agarra)

 

Bribón, otra vez te he atrapado.

¡Te tengo!

¡Te he atrapado de nuevo!

 

(Ekhart regresa y la mira con una sonrisa.

Le trae agua en la corteza de un árbol)

 

EKHART

Aquí está el agua.

 

VERENA

(apenas presta atención a Ekhart)

Bébela tú mismo.

Mira ese saltamontes.

¡Ahora está en los arbustos!

¡Horrible, vete!

 

EKHART

Ven, niña, ya es tarde

y. todavía queda un largo camino

hasta la casa de tu madre.

 

VERENA

(se levanta)

¿A casa de mi madre?

 

(sombríamente)

 

No quiero ir a casa de mamá.

No quiero volver a verla nunca más.

Padre, dime. ¿crees en los sueños?

Cuando alguien se nos aparece en un sueño,

¿quién es?

 

EKHART

¿A qué te refieres?

 

VERENA

Si nos habla por la noche.

Dímelo, anciano: ¿es un fantasma?

¿El espíritu de un niño pequeño

que balbucea, se ríen y grita?

¡Ah! - ¡Y llora!

 

EKHART

¿No has oído hablar de los duendes que vagan

inquietos por la noche; buscando piedad,

quejándose de sus sufrimientos?

Aquí ayudan a los buenos,

allí amenazan a los malvados,

por todas partes vagan, haciendo lo suyo.

 

VERENA

¿Y qué quieren esos salvajes?

 

EKHART

Esperan desesperadamente

alcanzar la salvación,

el descanso y la paz del alma,

que les será concedida por medio de otros.

 

VERENA

¿Y por qué nunca pueden encontrar descanso?

 

EKHART

Como sus almas no fueron redimidas,

se maldicen y torturan a sí mismos y a los demás.

 

VERENA

¿Y de quién son esas almas?

 

(Ekhart guarda silencio. Verena lo mira fijamente a los ojos)

 

¿Guardas silencio?

¿No me permites saberlo?

 

EKHART

(vacilante)

Son las almas de los niños muertos.

 

VERENA

¿Niños muertos?

¿Los niños tienen que deambular sin descanso?

 

EKHART

Realmente no. No. Son niños que

no han tenido una muerte adecuada,

que han sido arrebatados demasiado pronto.

 

VERENA

¿Una muerte adecuada?

¿Quieres decir asesinados?

 

EKHART

Conozco a un duende

que apenas logró escapar de su víctima.

Invitó una la doncella al sótano.

¡Allí, en la penumbra,

ella se deleitaba melancólicamente mirándolo!

Veía los dos cuchillos

desgarrando su pecho.

 

VERENA

(con un grito terrible)

¡Dos cuchillos!

 

(para sí)

 

Duende, pobre duende.

¿Qué te hicieron?

 

EKHART

Así que tiene que lamentarse y gritar

y cuando vislumbra una esperanza,

aferrarse a ella.

 

VERENA

¿Y podrá encontrar la paz?

 

EKHART

¡Él tiene que hacerlo!

 

VERENA

¿Pero cómo?

Dímelo, padre.

 

EKHART

Si el último miembro de su clan

entrega voluntariamente su vida por él,

toda culpa será redimida

y el duende finalmente encontrará la paz.

 

VERENA

Dime una cosa más:

el que es llamado a rescatar al duende,

¿por qué deberá sufrir si está libre de culpa?

 

EKHART

¡Él es un culpable sin culpa!

 

VERENA

¡Culpable sin culpa!

¡Padre, eso suena muy difícil de entender!

Entonces ¿ya antes de nacer,

nuestro destino ha sido elegido para nosotros,

y nosotros sin culpa debemos sufrir lo mismo

que los que son culpables?

 

EKHART

¡Piensa en la estrella de nuestra vida,

piensa en nuestro santo Señor!

¡Inocente y voluntariamente se dejó martirizar

en la cruz por las culpas de los hombres!

Verena, pobre y dulce niña.

¡La vida es un montón de caídas a ciegas!

Has ignorado la felicidad en esta vida

que estaba ligada a una piedra.

¡Porque mientras la entregaste en vida,

sólo en la muerte la encontrarás de nuevo!

 

(Bendice a Verena que se arrodilla)

 

¡Recibe esta bendición por el dolor

que pronto se transformará en placer!

¡Escucha la voz que proclama que no todos

encuentran su Ekhart que amenaza a los

miserables y es bondadoso con los buenos!

Guardo el secreto universal de la amonestación.

¡Para mostrarte el camino de tu destino,

me acerqué como intérprete de tus sufrimientos!

 

Escena Segunda

 

(Las ramas se quiebran. Cuatro jóvenes salen dando

tumbos de la maleza. Verena se levanta y se esconde.

 

KNORZ (sirviente del Conde)

(de pie, en el fondo)

¡Qué tiempo! Truenos y relámpagos.

¡Estamos perdidos!

Sólo el diablo encuentra el camino aquí

 

(ve a Ekhart)

 

¡Alto! ¡Hay alguien ahí parado!

¡Eh, tú! ¿Por dónde se llega al Molino del Sauce?

 

EKHART

(señalando a la izquierda)

¡Por allí!

¿A quién estás buscando?

 

KNORZ

(acercándose un poco más)

¡Sí, sí!, ¿Te gustaría saber eso, no?

¡Queremos saludar a algunos tipos, tontos,

sinvergüenzas y comediantes!

¡Los castigaremos!

¡Los capturaremos, vivos o muertos!

¡Especialmente a uno de ellos, Trutz, un granuja!

¡El que apuñaló al Conde!

 

(con desprecio)

 

Y al rubio Fritz.

¡Un inútil!

Un petimetre apreciado por las damas.

¡Los vamos a atrapar, vivos o muertos!

Pero como todos somos cobardes,

los cuatro,

unos magníficos cobardes,

 

(silba)

 

los vamos a inundar por la noche,

no con agua, sino con fuego.

¡Esos monstruos perecerán asfixiados!

 

(Está a punto de marcharse, cuando

Verena, que ha estado escuchando con

creciente ansiedad, se acerca a Ekhart)

 

VERENA

(con forzada indiferencia, a Ekhart)

Creo que te equivocas.

Por allí no es...

 

(señalando a la derecha)

 

¡Ese es el camino que conduce al molino!

 

KNORZ

¡Mirad allí, una muchacha entre los arbustos!

¡Cielos! ¿No la conocéis?

¡Es ella! ¡Tú! ¡No me gusta esto!

¿Quién sabe? ¿Quizás la señorita

quiera darnos una dirección falsa?

¿Es eso lo que estás pensando?

 

VERENA

No, ¡ciertamente no!

 

KNORZ

(la agarra de la mano)

¿Por qué tiemblas y tartamudeas?

¡Quién es honesto no necesita temblar tanto!

Dime,

¿nos estás indicando un camino equivocado?

 

VERENA

(apenas escondiendo su ansiedad)

¡No, no!

 

KNORZ

¡Si es así, júralo!

 

VERENA

¿Jurarlo?

 

KNORZ

¡Ja, ja! ‘Ahí la tenéis!

¡Sí, sí!

¡Júralo por el Santísimo Sacramento!

 

VERENA

¿Crees que estoy mintiendo?

 

KNORZ

¡Mientes! Debes jurar

que nos estás mostrando el camino correcto

y que no nos delatarás.

 

VERENA

Pues bien ¡Juro que

no diré nada a ningún ser vivo,

lo juro por el nombre del Señor!

 

KNORZ

(Knorz le suelta mano. A sus compañeros)

Lo ha jurado.

Pero ¿he de creerle?

¡No me fio de ella!

 

(se van siguiendo la dirección

que les indicó Ekhart)

 

VERENA

¡Ah! ¡Se van de prisa!

 

(se arroja sobre el pecho de Ekhart)

 

¡Ekhart, amigo, fiel!

¡Adiós, adiós!

¡Tienes mi más profundo agradecimiento!

Ve a mi madre.

¡Dile que todo

volverá a estar bien!

Verena lo ha expiado.

Y si me encuentras,

acuéstame allí, en ese rincón,

junto a la pared,

a la sombra del sauce llorón,

donde yace mi hermano pequeño.

¡Adiós, Ekhart! ¡Adiós!

 

(ella se aleja)

 

EKHART

¿A dónde vas con tanta prisa?

 

VERENA

¡A salvarlo

y liberar a mi duende!

 

(Verena sale corriendo)

 

EKHART

(llamándola)

¿Tu juramento?

 

(Verena sale por la izquierda)

 

Escena Tercera

 

(De noche. Interior de un granero. Una lámpara
de aceite y la luna brillando a través de la

ventana proporcionan luz. Sentados en una

mesa están Trutz, Kümmel y Fink. Federico

está solo, apartado. El brazo de Kümmel y la

cabeza de Fink están vendados. A la derecha

hay una pequeña estatua de arcilla de la Madre

de Dios. Los actores están comiendo)

 

FINK, TRUTZ, KÜMMEL

(Uno al otro, mientras beben)

Saladino tiene diecisiete hijos,

diecisiete hijos tiene.

 

FlNK

¿De verdad los tiene?

 

KÜMMEL

¿Los tiene?

 

LOS TRES.

¡Sí, los tiene!

 

(Brindan. Fink estornuda. Käthe entra con tres

niños; uno en sus brazos, dos agarrados a su falda)

 

KÄTHE

¡Baja la voz!

 

(Se acerca con un cuenco en la mano)

 

¡Así que has comido!

Y ahora deja

el tazón aquí...

 

(Deja el plato sobre la mesa)

 

La comida no es para ti,

¡así que no comas más!

Si uno de vosotros comiera de él,

habrá una pelea.

 

TRUTZ

¿Tú también, Käthe?

 

KÄTHE

¡Sí! Yo también tengo mi propia cabeza.

¡Venid, niños,

decidle adiós a papá!

 

(Trutz besa distraídamente a los niños)

 

¡Trutz! ¡Cuidado!

 

TRUTZ

¡Ah, sí! ¡Y tú! ¡Y tú!

 

KÄTHE

¿Yo?

 

TRUTZ

Y ahora a la vieja.

 

KÄTHE

(le da un beso)

¡Te espero!

Estaré contigo.

Buenas noches al resto de vosotros.

 

(Se vuelve para irse. Ve a Federico

y se detiene frente a él)

 

¡Tú, artista de pelo rizado!

¡Di una palabra también! Siempre solo.

¿Crees que eres algo especial?

 

(a los demás, misteriosamente)

 

Nadie podrá encontrar esta choza.

Aquí estáis a salvo.

Pero uno nunca sabe.

¡Dios mío! ¡Qué historia!

 

(Se vuelve preocupada y

cierra la puerta tras de sí)

 

TRUTZ

¿Kate?

 

KÄTHE

(molesta)

¡Oh, si!

¡Al menos cállate!

 

(Käthe se marcha)

 

TRUTZ

(apartando los platos)

¡Saca las cartas!

 

(Kümmel saca las cartas y reparte)

 

KÜMMEL

Necesitamos un cuarto jugador.

 

FINK

(dirigiéndose a Federico)

¡Fritz, únete a nosotros!

 

TRUTZ

¡Déjalo tranquilo! ¡Déjalo!

 

FINK

(mientras juegan)

Trutz. ¿qué pasa con el cuenco?

 

TRUTZ

¡No es asunto tuyo!

 

FINK

Pero hay algo sabroso en él.

 

TRUTZ

¡Nunca estás satisfecho! ¡Deja de mirarlo!

 

KÜMMEL

(ganando la partida)

¡Ja, ja!

 

TRUTZ

(reparte las cartas de nuevo y canta)

Había una vez un joven.

Se enamoraba a menudo.

Tenía muchas novias.

Pero la fidelidad no era para él.

 

(Fink come del cuenco)

 

KÜMMEL

¡Trutz! ¡Fink probó la comida!

 

TRUTZ

¡Chismoso! ¡Sigue jugando!

 

FINK

Friedel, únete a nosotros.

Es demasiado aburrido jugando sólo tres.

 

(comiendo un poco)

 

De lo contrario, acabaré con el cuenco

y habrá regaños y peleas.

 

TRUTZ

¡Quita las manos de ahí!

 

KÜMMEL.

(comiendo un poco)

Yo también quiero probarlo.

 

TRUTZ

¡Gentuza!

 

(deja el cuenco a un lado)

 

¡Continuemos!

 

FINK

Una vez vino una señora,

muy elegante e interesada en el arte.

¡Ella se enamoró del rubio,

se enamoró completamente!

 

TRUTZ

(perdiendo en el juego)

Esto ya no me gusta.

 

KÜMMEL.

¡Fuera con eso! Dame el dinero.

 

(Fink aprovecha para comer otro bocado del cuenco)

 

TRUTZ

Kümmel, mocoso, canalla, descarado.

 

(a Fink)

 

¡Te voy a dar un par de golpes!

 

KÜMMEL

(mirando en el cuenco)

Un poco más

y el cuenco quedará vacío.

 

FINK

¿Quién está ahí?

 

TRUTZ

(continuando con la canción)

¡Adelante con la canción!

La muchacha más fiel fue rápidamente olvidada.

Estaba obsesionado con la gracia de la nobleza.

Pero, ¡ay! quien nunca antes ha conocido algo así

siempre se quemará los dedos.

 

FEDERICO

¿Crees que porque hablo poco

también soy sordo?

 

TRUTZ

(como si estuviera sorprendido)

¡Ah, alguien está hablando!

¿Quién es? ¡Sí, mira!

¡El señor Federico!

¡Qué honor, buenas noches!

¡El más honrado!

¿Un noble huésped en una

pobre choza en medio del campo?

¡Mi Fritz, mi Friedel!

¡Pequeño Friedel de pelo de lino!

¡Fridi-Fridi-Fridulein!

 

FINK Y KÜMMEL

¡Fridi-Fridi-Fridulein!

 

FEDERICO

¡Cállate y déjame en paz!

 

KÜMMEL

(a Trutz)

¡Eh, tú! Fink tomó otro bocado!

 

TRUTZ

¡Devorador de cuencos!

¡Y además también espía mis cartas!

 

KÜMMEL

(examina el cuenco)

¡Casi vacío!

 

TRUTZ

(de mala gana)

¡Fritz! Ven aquí.

¿Permaneces en silencio? ¿Ni una palabra?

¿O quieres que te halague de nuevo?

 

FEDERICO

¿Quién eres tú para ordenarme nada?

Si quiero, iré.

 

TRUTZ

¡Oh! ¿Escuchasteis lo altivo

e indignado que está el señor. Friedel?

¡Sí! ¡Sí! Y otra vez ¡Sí, sí!

¿El niño ya no me respeta

y se permite comportarse así?

Si eres un hombre libre,

¿por qué sigues aquí?

 

FEDERICO

(desdeñoso)

¡Hace mucho tiempo que te evito!

 

TRUTZ

(salta, apoyando el puño sobre la mesa)

¡Vamos, adelante!

Oye, ¿es así como te comportas?

 

KÜMMEL

¡Siempre peleando!

¡Rayos y truenos!

¡Trutz, tranquilo!

¿Qué sucede contigo?

¡Siéntate, Trutz!

 

FINK

¡Trutz, es tu turno!

¡Señor! ¡Dios mío!

Fritz ha sido alcanzado por un rayo.

 

(Trutz y Federico se miran con odio)

 

FEDERICO

Puedo soportar tu mirada.

 

TRUTZ

Y yo la tuya.

Tú, figura lamentable.

 

FEDERICO

¿Te atreves?

 

(el cuenco se cae)

 

TRUTZ

¡Bribón!

 

FINK

¡Trutz! ¡Déjalo!

 

TRUTZ

Sabes,

no quiero enfrentarme a ti,

como tú lo haces conmigo.

¡Me avergüenzas,

vanidoso seductor!

 

FEDERICO

¡No vayas tan lejos!

 

FINK, KÜMMEL

¡Tranquilos!

¡Maldita pelea!

 

TRUTZ

¡Aprovecharse de la miseria de una muchacha!

 

FEDERICO

¡A quien bien supiste cómo consolar!

 

TRUTZ

¿Qué quieres decir?

 

FEDERICO

Quiero decir que el señor Trutz

le ofreció una excelente protección.

 

TRUTZ

Lo hice ¿eso es malo?

 

FEDERICO

Una protección muy adecuada,

del brazo

en el parque oscuro.

 

TRUTZ

(fuera de sí)

¡Ah, miserable!

El mayor charlatán que una mujer

haya parido y que una muchacha

haya amado.

¿Eso es lo que tienes que decirme?

¿Yo que salvé a la desdichada muchacha

perdida en el foso de la iniquidad?

¿La que casi sucumbe a la seducción del Conde

y se liberó con un puñal?

A mí, que cargué con la culpa,

¿me llamas seductor?

¡Defiéndete, canalla!

Uno de nosotros caerá muerto.

 

(Trutz se lanza sobre Federico, Kümmel y Fink se

interponen entre ellos. Verena abre la puerta desolada,

mira a su alrededor y ve la imagen de la virgen María.

Cae de rodillas frente a ella y ruega con las manos

cruzadas)

 

VERENA

¡Ah! ¿A quién debo implorar?

 

FINK

¿Quién está ahí?

 

FEDERICO

¡Verena! ¿Es realmente ella?

 

VERENA

¡Santa madre

del santísimo hijo!

¡Escúchame! ¡Ay! ¡Escucha mi miedo!

Juré por el nombre del Salvador,

nunca revelarlo

a un alma viviente.

¡Eres una diosa!

E incluso aunque sólo fueras una imagen de arcilla.

Tú, háblales con energía y diles:

¡los sirvientes de los Condes

planean la venganza!

¡Este granero estallará en llamas!

¡Santa Madre! ¡Virgen María!

 

(Un humo espeso llena gradualmente el granero)

 

No he roto mi juramento.

Es a ti a quien estoy implorando.

¡Alértalos tú!

 

TRUTZ

¡Sálvala, Federico!

 

(Federico apenas tiene tiempo para llevarse a Verena

con él. Brotan llamas brillantes. En un momento todo

el granero está en llamas, las vigas se desploman con

estrépito. Poco a poco, el fuego se apaga. El humo se

disipa, sólo el suelo sigue ardiendo. Se puede ver ahora

 un apacible paisaje iluminado por la luna: al fondo un

bosque de abetos, al frente un estanque rodeado de juncos.

En el medio hay una colina baja cubierta de césped. Se

ven las figuras confusas de perseguidores y perseguidos)

 

TRUTZ

(en el fondo)

¡Cobardes! ¡Atrapadlos!

 

(Trutz persigue a los enemigos. Knorz viene por el otro lado.

Federico se abalanza sobre él. Knorz saca su cuchillo)

 

KNORZ

(a Federico)

¡Mira! ¡Estoy armado!

 

VERENA

(poniéndose entre ellos)

¡Federico, estás perdido!

 

(Verena es apuñalada y cae al suelo con un grito)

 

KNORZ

¡Toma! ¡Toma! ¡Por perjura!

 

(Trutz regresa va tras de a Knorz. Federico y Verena

quedan solos. Él la sostiene en sus brazos. A ella le

fallan las fuerzas y se desvanece. Federico la recuesta

sobre la hierba, Abrumado por el dolor le toma el pulso

y observa su respiración)

 

FEDERICO

¡Despierta, muchacha!

¡Ah, todo ha terminado para ella!

¡Pequeña Verena, hermosa doncella!

¿Si pudiera romper la red

engañosa del destino

que me hizo abandonar tu corazón,

y que me ha dejado tan perplejo?

¡Miserable!

¡La has matado!

 

VERENA

(Con un hilo de voz)

¡No te lamentes! No tú. No, tú no.

Alabado sea el Señor. Ahora todo se acabó.

Friedel. ¿se acabó tu canción?

Anímate.

Yo también ¡ay! mi amor.

¿Tenía que suceder así?

¡No llores! ¡No!

No entristezcas mis últimos momentos.

Tus hermosos rizos.

 

(expirando)

 

Dame uno.

Ponlo aquí

en mi corazón herido.

¡Friedel! ¡Ah!

 

(ella se desploma y muere)

 

LA VOZ DEL DUENDE

(desde lo alto)

¡Estoy redimido!

¡Libre del sufrimiento de las almas en pena!

¡Gracias y buena suerte!

¡Pobre, pobre muchacha!

 

LOS OTROS DUENDES

¡Dichoso Seelchen! ¡Buena suerte y libertad!

¡Ah, sí, pronto compartiremos tu destino!

 

(Una gota de rocío cae sobre la frente de

Verena, brillando como la piedra preciosa)

 

El telón baja lentamente

 

(*) Galgenmännchen es el nombre de un duende concebido

por la unión del esperma de un hombre ahorcado con el

césped a sus pies. Los otros duendes se mofan de que "su

padre está en el patíbulo y su madre es el césped”. Los

eruditos atribuyen sus orígenes a la raíz de la mandrágora.

Mandrágora es también el nombre de un duende, así como la

personificación de una pesadilla sofocante!

 

 

 

Digitalizado y traducido por:

José Luis Roviaro 2022